Start Wirtschaft Spielejahr 2018: Diese GamesWirtschaftsWeisen lagen richtig

Spielejahr 2018: Diese GamesWirtschaftsWeisen lagen richtig

Die treffsichersten Experten für das Spielejahr 2018: Felix Falk (Game), Carsten Fichtelmann (Daedalic), Markus Wilding (Take-Two), Christopher Kassulke (HandyGames), Heiko Klinge (GameStar / GamePro), Elisabeth Secker und Marie-Blanche Stössinger (beide USK)
Die treffsichersten Experten für das Spielejahr 2018: Felix Falk (Game), Carsten Fichtelmann (Daedalic), Markus Wilding (Take-Two), Christopher Kassulke (HandyGames), Heiko Klinge (GameStar / GamePro), Elisabeth Secker und Marie-Blanche Stössinger (beide USK)

Trefferquote: 85 Prozent. Zwei GamesWirtschaftsWeise trafen mit nahezu allen Prognosen für 2018 ins Schwarze – die Ergebnisse im Überblick!

Neue Konsolen, Spiele-Bestseller, Arbeitsmarkt, Gamescom-Besucherzahlen: Seit 2017 tippen Deutschlands Spiele-Experten zu Jahresbeginn auf die Ereignisse der folgenden zwölf Monate. Unter den Teilnehmern finden sich die Gründer und Geschäftsführer großer und kleiner Studios, Marketing- und PR-Experten internationaler Spielekonzerne, Journalisten, Juristen, Gelehrte und Vertreter von Verbänden und Initiativen – allesamt Profis, die wissen, was gespielt wird.

Das Verfahren: Die Redaktion gibt 20 kühne Thesen vor – die Teilnehmer kreuzen an, ob sie das Ereignis erwarten oder nicht. Enthaltungen sind natürlich ausdrücklich möglich.

Mehr als 50 Experten haben sich im Januar 2018 beteiligt – jetzt liegt das Ergebnis vor.

GamesWirtschaftsWeise: Das sind die treffsichersten Experten des Spielejahres 2018

Platz 1 (17 Richtige):

  • Felix Falk, Geschäftsführer der Branchenverbands Game e. V.
  • Carsten Fichtelmann, Gründer und Geschäftsführer des Hamburger Publishers Daedalic Entertainment („Deponia“)

Platz 2 (16 Richtige):

Markus Wilding, Senior Director International Marketing and Communications bei der Take-Two-Tochter Private Division

Platz 3 (15 Richtige):

  • Christopher Kassulke, Gründer und Geschäftsführer der THQ-Nordic-Tochter HandyGames
  • Heiko Klinge, Chefredakteur der Spielemagazine GameStar und GamePro
  • Elisabeth Secker und Marie-Blanche Stössinger: Die amtierende Geschäftsführerin der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und ihre Vorgängerin bildeten eine Tipp-Gemeinschaft.

Herzlichen Glückwunsch!

Im Schnitt lagen die 53 GamesWirtschaftsWeisen bei 12 von 20 Fragen richtig. Einstellige Ausreißer gab es meist nur, wenn sich ein ‚Insider‘ besonders oft enthalten musste oder wollte. Auffällig: Vorjahressieger wie Klaas Kersting (FlareGames), Jan Theysen (King Arts) oder Hendrik Klindworth (InnoGames) rangieren auch 2018 in den Top 15.

Die Auswertung des Jahres 2017 finden Sie hier.

Diese Thesen sind eingetroffen:

Im Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung ist eine Games-Förderung auf Bundesebene verankert.

Stimmt.

Mindestens ein Nintendo-Switch-Spiel erreicht in Deutschland erstmals Verkaufszahlen von 500.000 Exemplaren.

Stimmt.

Mindestens eines der 25 größten Studios Deutschlands wird 2018 mehrheitlich von einem nationalen Konkurrenten/Investor oder einem ausländischen Unternehmen übernommen.

Trifft zu: Unternehmen wie Wooga, HandyGames oder Deep Silver Fishlabs berichten mittlerweile an ausländische Mutterkonzerne.

Die 25 größten deutschen Games-Studios beschäftigen zum 31.12.2018 mehr Mitarbeiter als Ende 2017.

Ein lange Zeit knappes, aber letztlich klares Ergebnis: Zwar haben einige Studios in größerem Umfang Stellen abgebaut – gleichzeitig haben andere Unternehmen deutlich zugelegt. Alleine Kolibri Games („Idle Miner Tycoon“) wuchs 2018 von 40 auf 80 Mitarbeiter – auch Ubisoft Berlin hat 70 Mitarbeiter eingestellt. Auch wenn die Arbeitsmarktzahlen für das Gesamtjahr erst Mitte 2018 veröffentlicht werden: Die Stimmungslage war schon mal deutlich schlechter.

Mindestens ein PC-Spiel made in Germany erreicht internationale Verkaufszahlen von 100.000 Stück.

Ein Spiel, das mutmaßlich nur die wenigsten auf dem Zettel hatten, wird von Steam als einer der erfolgreichsten Titel 2018 aufgeführt: „Hunt: Showdown“ von Crytek.

Der Deutsche Computerspielpreis 2018 geht geräuschfrei – ohne Eklat oder Ungereimtheiten – über die Bühne.

Aufkeimende Fragen rund um die strittige Berücksichtigung von „The Surge“ wurden mit einer offiziellen Erklärung abgeräumt. Für einen ‚Eklat‘ wie im Jahr 2017 reicht das nicht.

Die Gamescom-Besucherzahlen übertreffen die Marke von 360.000 (2017: 355.000).

Mit 370.000 Besuchern war die Gamescom 2018 im vergangenen Jahr die zweitgrößte Publikumsmesse in Deutschland.

Neun der 18 Bundesliga-Erstligisten beschäftigen Ende 2018 mindestens einen eSport-Profi (Stand Anfang 2018: sechs).

Spätestens die Einführung der VBL Club Championship hat 22 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga veranlasst, sich mit festangestellten oder freiberuflichen „FIFA“-Profis zu verstärken. Aus der ersten Liga fehlen ’nur‘ Borussia Dortmund, der FC Bayern München, Fortuna Düsseldorf, die TSG Hoffenheim und der SC Freiburg.

Diese Thesen sind nicht eingetroffen:

  • Der Marktpreis für die PlayStation 4 Pro (ohne Bundles) sinkt unter 300 Euro.
  • Der Marktpreis für die Xbox One X (ohne Bundles) sinkt bis Jahresende unter 400 Euro.

Nach den Zahlen führender Preisvergleichs-Portale liegen die Marktpreise beider Spitzenmodelle weiterhin deutlich über den angegebenen Tarifen.

Mindestens ein PC-, PS4-, Xbox-One- oder Switch-Spiel made in Germany verkauft mehr als 100.000 Exemplare in Deutschland.

Die meisten Teilnehmer hatten vermutlich mit „ANNO 1800“ als sicherer Bank gerechnet – allerdings wurde das Ubisoft-Aufbauspiel mehrfach verschoben und erscheint jetzt erst im April 2019.

Sony kündigt für 2019 ein Nachfolgemodell für die PlayStation 4 an.

Die aktuelle PlayStation-Generation läuft noch viel zu gut – da sollte man die Zielgruppe besser nicht mit Spekulationen um ein Nachfolgemodell verwirren. Für 2019 rechnet eine deutliche Mehrheit unserer Experten mit einer reinen Streaming-Spielkonsole, die auf ein Blu-Ray-Laufwerk verzichtet.

Der BIU verlängert den Gamescom-Vertrag mit der KoelnMesse um weitere fünf Jahre.

Drei Viertel aller Propheten lagen hier daneben – so viele wie bei keiner anderen These. Denn trotz intensiven Werbens von Land, Stadt und Messegesellschaft ist noch kein Vertrag unterzeichnet, der die Gamescom ab 2020 in Köln verortet. Allerdings spricht viel dafür, dass die Messe ihren Stammplatz behält. Fast 80 % unserer Experten sind sich sicher: In den kommenden Monaten wird die Vertragsverlängerung eingetütet. Diesmal wirklich.

2018 erscheint mindestens eine „Killer-Application“ für VR-Systeme.

Immer neue VR-Modelle, steter Spiele-Nachschub, aber so recht kommt das Segment nicht vom Fleck. Auch für 2019 sind die Experten pessimistisch.

Das meistverkaufte PC-/Konsolen-Spiel 2018 in Deutschland heißt nicht „FIFA 19“.

Doch.

Der/die amtierende Bundeskanzler/in eröffnet oder besucht die Gamescom 2018.

Der Kanzlerinnen-Besuch im Wahljahr 2017 wird wohl auf Dauer eine Ausnahme bleiben. Gleichzeitig ließ sich erneut viel Politprominenz blicken: Annegret Kramp-Karrenbauer, Lars Klingbeil, Dorothee Bär, Nicola Beer, Franziska Giffey und die Ministerpräsidenten Armin Laschet (NRW) und Tobias Hans (Saarland) reisten nach Köln.

Die Rundfunklizenz für Live-Streaming-Angebote (z. B. Twitch-Letsplays) entfällt bundesweit.

Von wegen.

Die USK berücksichtigt Geschäftsmodelle (z. B. Mikrotransaktionen, „Lootboxen“) bei der Alterseinstufung.

Die Freien Wähler in Bayern nahmen das Thema sogar in ihr Wahlprogramm auf. Dennoch: Trotz anhaltender internationaler Debatte hat sich die Aufregung deutlich gelegt.

Diese These wurde als „unentschieden“ gewertet:

2018 eröffnet mindestens ein großes internationales Games-Unternehmen eine Filiale in Deutschland mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Auch wenn die Vorbereitungen bereits 2017 liefen: Formal hat Ubisoft Berlin erst im Januar 2018 den Betrieb aufgenommen. Wer hier sein Kreuzchen setzte, lag also zwangsläufig richtig. Gleichzeitig hatten wir Ubisoft Berlin bereits im Vorjahr als eine von mehreren Neueröffnungen ‚gewertet‘ – und dies einigen der GamesWirtschaftsWeisen 2018 auf Nachfrage entsprechend mitgeteilt.

Kurzum: Alle haben Recht. Jeder Teilnehmer erhält einen Punkt, unabhängig vom Votum.

Wie die GamesWirtschaftsWeisen das Spielejahr 2019 einschätzen, erfahren Sie hier.

Treffsicher: Bei den meisten Prognosen für das Spielejahr 2018 lagen die Experten richtig.
Treffsicher: Bei den meisten Prognosen für das Spielejahr 2018 lagen die Experten richtig.

 

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