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Playtika kauft Berliner Studio Wooga

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Der Erfolg von "June's Journey" stimmt Wooga-CEO Jens Begemann optimistisch für das Gesamtjahr 2018 (Foto: GamesWirtschaft)

Der in Deutschland weithin unbekannte israelische Spielehersteller Playtika übernimmt den Berliner Mobilegames-Entwickler Wooga („June’s Journey“).

Das größte Berliner Entwicklerstudio wechselt den Besitzer – und erneut kommt der Käufer aus dem Ausland: Der israelische Spielehersteller Playtika übernimmt den Mobilegames-Hersteller Wooga samt der 180köpfigen Belegschaft und allen Markenrechten (u. a. „Diamond Dash“, „Pearl’s Peril“, „Bubble Island“).

Wooga-CEO und -Gründer Jens Begemann bleibt als Niederlassungsleiter der Berliner Zentrale an Bord und setzt große Erwartungen in die analyse- und datengetriebene Playtika-Vermarktung.

Zum Kaufpreis machen die beiden Parteien keine Angaben – der Wirtschaftsdienst Bloomberg beziffert das Volumen auf über 100 Millionen Dollar (ca. 88 Mio. Euro). Gegenüber dem Berliner Tagesspiegel bezeichnete Begemann diese Zahl als „definitiv falsch“ – nach Recherchen des für gewöhnlich gut informierten Gründer-Portals Deutsche-Startups.de soll der Kaufpreis eher beim Doppelten liegen.

Für das Geschäftsjahr 2017 meldete Wooga einen Umsatz von 34 Millionen Euro und die Rückkehr in die Gewinnzone. In den Jahren zuvor kam es zu mehrfachen strategischen Kurskorrekturen inklusive dem Abbau Dutzender Stellen. Mittlerweile hat sich Wooga auf „story-driven casualgames“ spezialisiert. Größter Umsatzbringer ist das 2017 gestartete Wimmelbild-Abenteuer „June’s Journey“.

Bis zum Verkauf an Playtika waren an Wooga gleich mehrere Risikokapital-Unternehmen beteiligt, darunter Balderton Capital, Highland Capital Partners, Holtzbrinck Ventures und Tenaya Capital.

Umsatz und Ergebnis des Berliner Spiele-Entwicklers Wooga (Stand: Juni 2018)
Umsatz und Ergebnis des Berliner Spiele-Entwicklers Wooga (Stand: Juni 2018)

Playtika mit Sitz in Tel Aviv ist durch „social gambling“-Websites und -Apps extrem schnell gewachsen und beschäftigt mittlerweile 2.000 Mitarbeiter. Zum Portfolio zählen zum Beispiel virtuelle Spielautomaten, Kartenspiele („World Series of Poker“) und Glücksspiel-Adaptionen. Hauptzielgruppe sind Frauen mittleren Alters – also just jenes Klientel, das auch Wooga bedient. Jede vierte „June’s Journey“-Spielerin ist älter als 55 Jahre, das Durchschnittsalter liegt bei 40 Jahren.

Ab 2011 gehörte Playtika zum Entertainment-Konzern Caesars, der unter den Marken „Bally’s“, „Caesar’s Palace“, „Planet Hollywood“ oder „Harrah’s“ unter anderem Hotels, Golfplätze, Restaurants, Einkaufszentren und Casinos betreibt. Umsatz: fast fünf Milliarden Dollar. 2016 erfolgte der Weiterverkauf von Playtika an ein chinesisches Konsortium, dem auch Alibaba-CEO Jack Ma angehört. Laut Wall Street Journal kam es Anfang 2018 allerdings zu Verzögerungen: Chinas Regierung unterzieht den Deal einer genaueren Überprüfung, weil das Land der Glücksspielsucht Einhalt gebieten möchte.

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert.

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