Start Gamescom Gamescom 2020: Bleibt die Gamescom in Köln?

Gamescom 2020: Bleibt die Gamescom in Köln?

Auf Transparenten wird bereits für die Gamescom 2019 geworben - ob die Gamescom 2020 ebenfalls in Köln stattfindet, ist offen (Foto: GamesWirtschaft)
Auf Transparenten wird bereits für die Gamescom 2019 geworben - ob die Gamescom 2020 ebenfalls in Köln stattfindet, ist offen (Foto: GamesWirtschaft)

Der Termin für die Gamescom 2019 steht fest – jener der Gamescom 2020 noch nicht. Aus gutem Grund: Verband und KoelnMesse feilschen um einen Folgevertrag.

Dass in diesem Jahr auffällig oft auf die Bedeutung der Gamescom für Köln hingewiesen wird, liegt nicht nur am runden Geburtstag der Messe: Stadt und Land umwerben den Branchenverband Game, dem die Marke „Gamescom“ (Eigenschreibweise: gamescom) gehört. Intensiv wird derzeit um eine Vertragsverlängerung ab der Gamescom 2020 gerungen – und die Politik erhöht den Kesseldruck.

So will unter anderem die Landesregierung „alles in ihrer Macht stehende dafür tun, damit die Messe in Köln bleibt“, sagte Regierungs-Chef Armin Laschet (CDU) dem Kölner Stadtanzeiger. Nordrhein-Westfalen sei die Heimat der Gamescom – und das soll sie auch in Zukunft bleiben. Auch die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker – gleichzeitig Aufsichtsrats-Chefin der KoelnMesse – trommelt für den Standort: „Wir sind nicht nur Gastgeber der Gamescom, wir leben die Gamescom!“

Wann genau der derzeitige Vertrag ausläuft, wurde nie offiziell kommuniziert. Allerdings gilt es als offenes Geheimnis, dass die 2014 geschlossene Vereinbarung für fünf Messen – also bis 2019 – gilt.

Die größten Messen in Deutschland: Die Gamescom 2017 verteidigt ihren sechsten Platz, knapp hinter der Essen Motor Show.
Die größten Messen in Deutschland: Die Gamescom 2017 verteidigt ihren sechsten Platz, knapp hinter der Essen Motor Show.

Gamescom 2020: Messegesellschaft, Stadt und NRW kämpfen um die Messe

Dass der Standort Köln ernsthaft zur Disposition steht, gilt branchenintern als unwahrscheinlich. Denn bundesweit gibt es nur ganz wenige Messe-Standorte, die aufgrund ihrer Fläche und Infrastruktur überhaupt in der Lage wären, eine Veranstaltung wie die Gamescom zu stemmen – zumal Events wie dieses auch in den jeweiligen Messe-Kalender passen müssen, die in der Regel über Jahre im Voraus geplant werden. Ein theoretisch möglicher Standort wie Hannover weist im Vergleich zu Köln allenfalls Spurenelemente einer Games-DNA auf und wäre daher kaum vermittelbar.

Es geht also weniger um das „Ob“, sondern um das „Wie“ – und das „Wann“.

Solche Folge-Verhandlungen drehen sich in erster Linie um attraktivere Konditionen und Rahmenbedingungen für die Aussteller, die meist zugleich Mitglied im Branchenverband sind. Zusätzlich dürfte diesmal auch das Timing der Messe eine Hauptrolle spielen. Denn die bislang geltende Regelung, wonach die Gamescom stets in der letzten August-Woche stattfindet, dürfte 2020 nicht mehr zu halten sein – denn dann enden die Schulferien in Nordrhein-Westfalen schon Mitte August. Gleichzeitig ist der Gamescom-Termin in ein enges Terminkorsett eingebunden – große Zugeständnisse sind hier kaum möglich.

Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind die einzigen Bundesländer, die zur Gamescom 2018 noch in den Sommerferien weilen (Stand: 23. Februar 2018).
Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind die einzigen Bundesländer, die zur Gamescom 2018 noch in den Sommerferien weilen (Stand: 23. Februar 2018).

Hinter den Kulissen gibt es offenkundig noch weit größeren Diskussionsbedarf: Nach GamesWirtschaft-Informationen gab es in diesem Jahr weit gediehene Bestrebungen eines namhaften Groß-Ausstellers, die in Fußweite gelegene LANXESS-Arena während der Gamescom komplett zu belegen und gleichzeitig auf eine Präsenz in den Messehallen weitgehend zu verzichten.

Das kühne Vorhaben wurde zwar letztlich verhindert, hat aber offenkundig viel zerschlagenes Porzellan hinterlassen und seitens des fraglichen Ausstellers eine massive Reduzierung der diesjährigen Messebudgets und Ausstellungsflächen nach sich gezogen. Die Gamescom-Ausrichter treibt gleichzeitig die Sorge um, dass es zu einer ähnlichen Entwicklung kommen könnte wie bei der E3 ins Los Angeles, die immer weiter zerfasert, weil Publisher im E3-Umfeld große Hallen in Eigenregie buchen und das eigentliche Messegelände meiden.

GamesWirtschaft-Prognose: Die Gamescom bleibt in Köln, wird aber 2020 schulferienbedingt spätestens Anfang August stattfinden müssen – und damit nur sechs Wochen nach der E3, was viele Aussteller vor erhebliche Probleme stellen würde. Denkbar ist daher auch die Variante, dass die Messe von den regionalen Schulferien bewusst entkoppelt wird: In diesem Fall könnte die Gamescom die bisherige Regelung beibehalten. Sehr viel spätere Termine sind indes kaum möglich, weil im September unter anderem die Marketing-Messe Dmexco ansteht.

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