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Computerspielpreis 2020 steigt im Löwenbräukeller in München

Spektakuläre Computerspielpreis-2020-Location: Der Löwenbräukeller in München (Foto: LK Betriebs GmbH)
Spektakuläre Computerspielpreis-2020-Location: Der Löwenbräukeller in München (Foto: LK Betriebs GmbH)

Der Löwenbräukeller in München ist Austragungsort der 12. DCP-Verleihung: Alles, was Sie im Vorfeld der Gala zum Computerspielpreis 2020 wissen müssen.

In wenigen Wochen würdigt die Bundesregierung die nach Ansicht einer Fachjury besten Computerspiele aus heimischer Produktion: Beim Deutschen Computerspielpreis 2020 am 27. April 2020 geht es um ein Preisgeld von 590.000 Euro.

Im Vorfeld der diesjährigen Verleihung erfahren Sie, was Sie über den Deutschen Computerspielpreis 2020 wissen sollten.

Deutscher Computerspielpreis 2020: Fragen und Antworten

Was ist der Deutsche Computerspielpreis?

Analog zum Deutschen Filmpreis sollen mit dem Deutschen Computerspielpreis die besten Games-Produktionen made in Germany ausgezeichnet werden. Einreichungsfähig sind Computer- und Videospiele, die in Deutschland entwickelt wurden und zwischen Anfang 2019 und April 2020 erstmals auf den Markt kamen beziehungsweise kommen.

Darüber hinaus gibt es mehrere undotierte Kategorien, darunter internationale Disziplinen, den Publikumspreis, den Spieler bzw. die Spielerin des Jahres und den Sonderpreis der Jury.

Seit wann wird der Deutsche Computerspielpreis verliehen?

Erstmals wurde der Preis im Jahr 2009 vergeben – 2020 feiert der DCP also 12. Geburtstag.

Wann und wo wird der Deutsche Computerspielpreis 2020 verliehen?

Als „eine der modernsten Event-Locations“ in München bewerben die Betreiber den Löwenbräukeller im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Der Festsaal mit gigantischen Leuchtern, Balkonen und Holzdecke hat eine Kapazität von bis zu 2.000 Personen – bei der DCP-typischen Reihenbestuhlung passen immerhin noch 700 Gäste rein.

Dort wird am Abend des 27. April 2020 (ein Montag) der Deutsche Computerspielpreis übergeben.



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Wer verleiht den Deutschen Computerspielpreis?

Träger des DCP sind die Bundesregierung in Form der Digital-Staatsministerin (derzeit Dorothee Bär, CSU), der Bundesverkehrsminister (derzeit Andreas Scheuer, CSU) und der Branchenverband Game, der die meisten relevanten Anbieter des deutschen 4,4-Milliarden-Euro-Marktes repräsentiert.

Die aktuelle Vereinbarung zwischen den drei Ausrichtern wurde Ende 2019 verlängert.

Game-Geschäftsführer Felix Falk, Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei der Unterzeichnung der neuen Computerspielpreis-Vereinbarung (Foto: Bundesregierung / Lene Münch)
Game-Geschäftsführer Felix Falk, Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei der Unterzeichnung der neuen Computerspielpreis-Vereinbarung (Foto: Bundesregierung / Lene Münch)

Wie hoch ist das DCP-Preisgeld?

In Summe werden Schecks in Höhe von 590.000 Euro verteilt – also in etwa gleicher Höhe wie im Vorjahr. Für den Hauptpreis „Bestes deutsches Spiel“ gibt es 100.000 Euro, die Plätze 2 und 3 bekommen jeweils 25.000 Euro.

Falls ein Spiel von Studio und Publisher (also dem Spiele-Verlag) eingereicht wurde, teilen sich beide Parteien das Geld im Verhältnis 70:30. Da der DCP auch eine Funktion als Förderpreis hat und ausschließlich aus Steuergeldern finanziert wird, sind lediglich die „nationalen“ Kategorien dotiert.

Das Geld muss zwingend für die Finanzierung eines neuen Spiels eingesetzt werden, das den DCP-Kriterien genügt. Nicht erlaubt wäre es beispielsweise, die Gelder für Marketing-Kampagnen auszugeben.

Wer finanziert die Preisgelder?

Das Geld kommt erstmals komplett aus dem Bundeshaushalt. Bis einschließlich DCP 2019 trug die Games-Branche noch gut die Hälfte des Preisgeldes.

Wer hat bislang die meisten Computerspielpreis-Trophäen gewonnen?

Seriensieger ist der Hamburger Spielehersteller Daedalic Entertainment: Insgesamt zwölf Computerspielpreise gingen bereits in den Norden.

Das Dutzend ist voll: Mit "State of Mind" baut Daedalic Entertainment die Liste der DCP-Trophäen aus (Stand: 15.4.2019)
Das Dutzend ist voll: Mit „State of Mind“ baut Daedalic Entertainment die Liste der DCP-Trophäen aus (Stand: 15.4.2019)

Wer moderiert die Preisverleihung?

Nach der vielfach kritisierten DCP-2019-Moderation durch Entertainerin Ina Müller stand fest, dass in diesem Jahr eine gemäßigtere Conférencière gebucht wird. In der Branche wird über ein jung-dynamisches Power-Couple – etwa die Schölermanns oder die Carpendales – spekuliert. Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass Barbara Schöneberger zum dritten Mal den Job übernimmt – Update vom 3.3.2020: Und so ist es auch.

Wer entscheidet über die Vergabe des Deutschen Computerspielpreises?

Die Auswahl trifft eine Jury: Zehn Fachjurys à vier Experten treffen zunächst eine Vorauswahl und wählen aus ihrem Fachgebiet drei nominierte Spiele. Diese Kandidaten werden dann der Hauptjury vorgelegt, die aus Vertretern der jeweiligen Fachjurys, Bundestagsabgeordneten, Vertretern von Förder-Institutionen und VIPs besteht.

In den vorgelagerten Fachjurys finden sich Wissenschaftler, Journalisten, Spiele-Entwickler, Pädagogen, Unternehmer und Studio-Gründer. Eine Vorstellung aller Jury-Mitglieder finden Sie in dieser Übersicht.

Der Sieger beim Publikumspreis wird via Online-Voting ermittelt und erst am Abend der Preisverleihung bekannt gegeben.

Der traditionsreiche Löwenbräukeller ist Austragungsort des DCP 2020 in München (Foto: LK Betriebs GmbH)
Der traditionsreiche Löwenbräukeller ist Austragungsort des DCP 2020 in München (Foto: LK Betriebs GmbH)

Warum wird der DCP weiterhin abwechselnd in München und Berlin verliehen?

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär, die als Staatsministerin im Kanzleramt das aktuelle Reglement mitverhandelt hat, hält es für richtig, mehrere Länder in die Pflicht zu nehmen. Dadurch seien die jeweiligen Landesregierungen gezwungen, sich zum Thema Gaming zu bekennen. Aus Sicht von Game-Geschäftsführer Felix Falk hat der Wettbewerb zwischen den Standorten dazu beigetragen, dass die Qualität der Gala gesteigert werden konnte.

Wer finanziert die Gala des Deutschen Computerspielpreises?

Für die Ausrichtung inklusive After-Show-Party ist jeweils das gastgebende Bundesland verantwortlich, in diesem Fall also der Freistaat Bayern, genauer: das bayerische Digitalministerium, geleitet von CSU-Ministerin Judith Gerlach. Das Land übernimmt die Kosten für Gagen, Moderation, Laudatoren, Catering, Hallen-Miete, Bühnentechnik und so weiter.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) - hier bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2018 - will die Games-Fördergelder aufstocken (Foto: DCP / Getty Images für Quinke Networks / Hannes Magerstaedt)
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) – hier bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2018 – will die Games-Fördergelder aufstocken (Foto: DCP / Getty Images für Quinke Networks / Hannes Magerstaedt)

Wer übergibt den Deutschen Computerspielpreis?

Traditionell werden die Trophäen von „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ überreicht – das können Schauspieler, Webvideo-Stars, Politiker oder Musiker sein. Für 2020 haben sich die Veranstalter vorgenommen, dass die Laudatoren nach Möglichkeit schon mal ein Computerspiel von innen gesehen haben – anders als 2019.

Welche Gäste aus der Bundes- und Landespolitik werden erwartet?

Als sicher gilt, dass Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Gäste in München begrüßen und die Hauptpreise überreichen.

Welche Bedeutung hat der Deutsche Computerspielpreis?

Der DCP ist ein vergleichsweise junger Preis, gerade im Vergleich mit anderen Kulturpreisen. Der unübersehbare Einfluss der Bundes- und Landespolitik hat insbesondere in den Anfangsjahren zu spektakulären Fehlentscheidungen und Zerwürfnissen zwischen Ausrichtern, Parteien und Jury geführt.

Zudem lag der Schwerpunkt zunächst auf Spielen, die als pädagogisch und/oder kulturell wertvoll galten – was phasenweise verhinderte, dass ab 16 oder 18 Jahren freigegebene Spiele prämiert werden durften.

In der Folge haben mehrere Regelwerk-Reformen zu einer gestiegenen Unabhängigkeit der Jury und zu einer Konkretisierung der Kriterien geführt. Kritiker bemängeln dennoch die Intransparenz der Entscheidungen und die in ihren Augen zu geringe öffentliche Wahrnehmung des Preises.

Typisch für den DCP: Schlagzeilen machen oft genug nicht die siegreichen Spiele, sondern kleine und große Aufreger. Beispiel: 2017 verweigerten die Sieger in der Kategorie „Bestes Gamedesign“ die Annahme des Preises und begründeten dies mit Ungereimtheiten. Im vergangenen Jahr übten sich Moderation und Laudatoren im Niveau-Limbo, während die Digitalministerin als Vertreterin der Bundesregierung in einem gewagten Leder-Corsagen-Outfit aufkreuzte. Kolportierter Listenpreis: fast 2.500 Euro.

Zu diesem Zeitpunkt war die DCP-Welt noch in Ordnung: Jury-Chef Olaf Zimmermann (2. von rechts) mit Felix Falk (Game-Verband), Staatsministerin Dorothee Bär und Ralf Wirsing (Ubisoft Deutschland) - Foto: Franziska Krug / Getty Images for Quinke Networks
Zu diesem Zeitpunkt war die DCP-Welt noch in Ordnung: Jury-Chef Olaf Zimmermann (2. von rechts) mit Felix Falk (Game-Verband), Staatsministerin Dorothee Bär und Ralf Wirsing (Ubisoft Deutschland) – Foto: Franziska Krug / Getty Images for Quinke Networks

Auf die Download- und Absatzzahlen der prämierten Spiele hat der DCP nach Auskunft vieler bisheriger Preisträger nur geringen Einfluss, allerdings führt ein DCP-Sieg häufig zu einem höheren Bekanntheitsgrad, etwa bei potenziellen Arbeitnehmern, Kooperationspartnern und in der Presse.

Wirtschaft und Politik wollen am DCP festhalten und die Preisgelder perspektivisch ausbauen.

Was hat sich beim DCP 2020 gegenüber den Vorjahren verändert?

Eine komplette Übersicht aller Neuerungen und Korrekturen finden Sie in dieser Übersicht.

Welche Spiele sind für den DCP 2020 nominiert?

Die Liste der Nominierungen wird üblicherweise vier bis fünf Wochen vor der Preisverleihung bekannt gegeben, nachdem die Hauptjury getagt hat. Bedeutet: Die Nominierten werden erst Ende März 2020 bekannt gegeben.

Welches Spiel ist Favorit für 2020?

Wenn der Deutsche Entwicklerpreis seinem Ruf als „Golden Globe“ unter den Preisverleihungen gerecht wird, dann gehen die deutschen Spiele-Oscars in diesem Jahr überwiegend nach Mainz: Dem Ubisoft-Strategiespiel „Anno 1800“ werden insbesondere in den technischen Disziplinen und in der Haupt-Kategorie gute Chancen eingeräumt.

Garantiert ist aber nichts: In den vergangenen Jahren gab es oft ein regelrechtes Favoritensterben – durchgesetzt haben sich dann letztlich Geheimtipps wie „Witch It“ oder „Portal Knights“.

Wird die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2020 live im Internet übertragen?

Ja, am 27. April können Sie die Preisverleihung wieder via Livestream verfolgen.


Weitere Hintergrund-Informationen, Analysen und Einschätzungen rund um den Deutschen Computerspielpreis 2019:

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