Start Politik Computerspielpreis 2020: Bund übernimmt Preisgeld komplett

Computerspielpreis 2020: Bund übernimmt Preisgeld komplett

Ausrichter, Laudatoren und Sieger des Deutschen Computerspielpreises 2019 (Foto: Franziska Krug / Getty Images for Quinke Networks)
Ausrichter, Laudatoren und Sieger des Deutschen Computerspielpreises 2019 (Foto: Franziska Krug / Getty Images for Quinke Networks)

Der Bund beseitigt einen Geburtsfehler des Deutschen Computerspielpreises – und finanziert ab 2020 die Preisgelder in voller Höhe.

Anders als im bisherigen Entwurf für den Haushalt 2020 vorgesehen, besteht die Bundesregierung nicht mehr darauf, dass die Spiele-Industrie – konkret: der Branchenverband Game – weiterhin die Hälfte der Preisgelder beim Deutschen Computerspielpreis übernimmt.

Das hat der Haushaltsausschuss bei der Bereinigungssitzung am Donnerstag entschieden.

Damit geht der Bund auf eine der zentralen Forderungen des Industrieverbands ein, der darin seit Jahren eine Benachteiligung gegenüber anderen staatlichen Kulturpreisen sieht. Beim Deutschen Filmpreis („Lola“) ist es zum Beispiel üblich, dass der Staat komplett für die Preisgelder in Millionenhöhe aufkommt. Game-Geschäftsführer Felix Falk spricht von einer „längst überfälligen Gleichberechtigung mit anderen Kultur- und Medienpreisen.“

Damit einher geht zwangsläufig eine Erhöhung der öffentlichen Mittel für den Deutschen Computerspielpreis, wie CDU-Haushälter Rüdiger Kruse via Twitter verkündete („One more thing“). Das Budget des Bundesverkehrsministeriums erhöht sich um den bisherigen Game-Anteil in Höhe von 190.000 Euro auf nunmehr 1,39 Mio. Euro (zuvor: 1,2 Mio. Euro). Die gleiche Summe wird durch ‚Verpflichtungsermächtigungen‘ in den Haushalten der Jahre 2021 und 2022 budgetiert, wie Kruses Büro gegenüber GamesWirtschaft bestätigte.

Mit dem Geld wurde bislang auch die Ausrichtung der Preisverleihung, das Honorar für Moderatoren, Laudatoren und Show-Acts sowie die Arbeit des Organisations-Büros bei der Stiftung Digitale Spielekultur bezahlt.

Wie die Kostenteilung in den kommenden Jahren konkret aussieht und wie sich dies auf Kategorien und deren Preisgelder auswirkt, ist derzeit Gegenstand von Verhandlungen zwischen Game-Verband und Verkehrsministerium. Die 2017 geschlossene Vereinbarung endete am 31. Oktober 2019.

Der Deutsche Computerspielpreis 2020 wird im April 2020 in München verliehen. Die Einreichungsphase beginnt Mitte Dezember, also schon in wenigen Wochen.

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