Start Politik Games-Förderung: Anträge ab 28. September möglich

Games-Förderung: Anträge ab 28. September möglich

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Game-Geschäftsführer Felix Falk und Verkehrsminister Andreas Scheuer beim Besuch des Berliner Studios Yager (Foto: Game / Franziska Krug / Getty Images)
Game-Geschäftsführer Felix Falk und Verkehrsminister Andreas Scheuer beim Besuch des Berliner Studios Yager (Foto: Game / Franziska Krug / Getty Images)

Nach Abschluss einer rumpeligen „Pilotphase“ geht die Games-Förderung des Bundes in die heiße Phase: Anträge sind ab dem 28. September möglich.

Anlässlich der Gamescom 2020 stellt das Bundesverkehrsministerium (BMVI) die Details der sogenannten „Großprojekt-Förderung“ vor. Das Programm soll dazu dienen, um Games made in Germany auf „Weltniveau“ zu bringen, wie es sich Politik und Verband erhoffen.

Anders als bisher sind die Förderbeträge nicht mehr bei maximal 200.000 Euro gedeckelt – auch ein- oder gar zweistellige Millionen-Beträge sind künftig möglich. Dadurch können aufwändigere und teurere Games in Deutschland entwickelt werden. Die EU-Kommission hat die Richtlinien geprüft und im Februar 2020 genehmigt.

Bis einschließlich 2023 hat der Bundestag pro Jahr 50 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Die Koordination, Abwicklung und Auszahlung erfolgt durch das BMVI, unterstützt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

„Bei uns werden viele Spiele verkauft – insbesondere in Zeiten von Corona – aber leider noch nicht entwickelt“, kommentiert Verkehrsminister Andreas Scheuer. „Das wollen wir mit der Games-Förderung des Bundes ändern, denn wir wollen auch in diesem Markt ganz oben mitspielen. 250 Millionen Euro Bundesförderung sind ein starkes Signal! Pünktlich zur Gamescom starten wir die großvolumige Förderung des Bundes – mit richtig viel Geld für einzelne Spiele. Erste Games-Großprojekte gebe ich bis Ende des Jahres frei.“

Als „Startschuss für unsere Aufholjagd“ bewertet Verbands-Geschäftsführer Felix Falk die Ankündigung aus dem Verkehrsministerium: „Mit dem Start der großen Games-Förderung kann Deutschland als Games-Standort international endlich konkurrenzfähig werden.“

„Es ist entscheidend, dass wir in dieser wichtigen Zukunftsbranche international wettbewerbsfähig sind“, analysiert CDU-Haushaltspolitiker Rüdiger Krause. „Denn in Zeiten von KI und Virtual Reality werden Entwicklungen aus der Games-Welt immer mehr Einzug in den Alltag von Bürgern und Unternehmen halten. Gerne habe ich dazu beigetragen, mit den insgesamt 250 Millionen Euro Ausrufezeichen für den Entwicklerstandort Deutschland zu setzen.“

Die wichtigsten Eckdaten (wird laufend ergänzt – Stand: 2.9.2020):

  • Anträge können ab dem 28. September gestellt werden.
  • Die Förder-Richtlinie wurde bereits veröffentlicht.
  • Update: Die Antrags-Formulare sind ab dem 7. September (Montag) abrufbar – den Antragstellern bleiben also drei Wochen, um die Unterlagen zusammenzutragen.
  • Die Projekte werden in der Reihenfolge des Antrags-Eingangs abgeschichtet.
  • Die Förderquote liegt zwischen 25 und 50 Prozent der Spiele-Produktionskosten, abhängig von der Höhe des Budgets.
  • Entwicklungskosten von bis zu 40 Millionen Euro werden automatisiert gefördert.
  • Im Gegensatz zu den Schecks der Bundesländer werden die BMVI-Subventionen als „nicht rückzahlbarer Zuschuss“ vergeben. Heißt: Wer Geld bekommt, darf es behalten.
  • Die Kombination mit Fördermitteln der Länder – etwa vom Medienboard Berlin-Brandenburg, FFF Bayern oder von Nordmedia – ist möglich.
  • Fremd-Kapital durch Publisher oder durch Crowdfunding (etwa via Kickstarter) werden als Eigenanteil angerechnet.
  • Die eingereichten Projekte müssen einen „Kulturtest“ bestehen, wie er für EU-Subventionen dieser Art üblich ist. Darin müssen die Antragsteller unter anderem zusichern, dass der wesentliche Teil der kreativen Arbeit in Deutschland stattfindet – mehr als die Hälfte der Team-Mitglieder müssen ihren Wohnsitz in Deutschland haben.
  • Gefördert werden ausschließlich Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Deutschland – egal ob juristische Personen, UG oder GmbH.
  • Auch sogenannte „Co-Entwicklungen“ werden gefördert – also etwa Komponenten, die von deutschen Entwicklern zu einem größeren, internationalen Projekt zugeliefert werden. Von dieser Regelung wird zum Beispiel Ubisoft Berlin profitieren, wo Bauteile für den Blockbuster „Far Cry 6“ entstehen.
  • Aufgrund haushaltsrechtlicher Vorgaben können nur Projekte gefördert werden, die bis spätestens Ende 2023 abgeschlossen sind – was gerade für größere Games kaum einzuhalten sein wird. Aber: Sogenannte „Verpflichtungsermächtigungen“ sorgen üblicherweise dafür, dass einmal gestartete Programme üblicherweise verlängert werden. Im Zuge der anlaufenden Beratungen für den Bundeshaushalt 2021 will das BMVI daher eine Verlängerung dieses „Zeitkorridors“ um ein Jahr beantragen, also bis 2024.

Weitere Informationen zum Thema Computerspiele-Förderung finden Sie in folgenden Beiträgen:

Alles rund um die Gamescom 2020 liefert die Gamescom-Rubrik von GamesWirtschaft: Aussteller, Spiele, Zeitplan, Grundlagen.

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert.

3 Kommentare

  1. Wie sieht es eigentlich mit kleineren Projekten und Prototypenförderung fürs nächste Jahr aus. Gab es die nur für 2020?

    • Die Phase 1 („De-Minimis“) mit Beträgen bis 200.000 Euro ist abgeschlossen und wird nicht verlängert. Kleinere Projekte – etwa von Uni-Ausgründungen und Einzel-Entwicklern – sind daher auf die Länder-Programme angewiesen. Dort werden z. B. Konzepte mit bis zu 20.000 Euro gefördert, die nicht zurückbezahlt werden müssen.

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