Start Politik Computerspiele-Förderung: BMVI reagiert auf Coronakrise

Computerspiele-Förderung: BMVI reagiert auf Coronakrise

Das Verkehrsministerium koordiniert die Auszahlung der Computerspiele-Förderung des Bundes (Foto: GamesWirtschaft)
Das Verkehrsministerium koordiniert die Auszahlung der Computerspiele-Förderung des Bundes (Foto: GamesWirtschaft)

Pragmatismus-Offensive: Im Lichte der Corona-Pandemie kommt das Verkehrsministerium den deutschen Games-Entwicklern entgegen.

„Aktuelle Informationen zur Computerspiele-Förderung: Vorzeitiger Maßnahmenbeginn, Auszahlung der Förderung, Corona“

So lautet die Überschrift einer Anfang der Woche versandten E-Mail an jene Spiele-Entwickler, die im Sommer 2019 einen Antrag auf staatliche Computerspiele-Förderung im Rahmen der De-Minimis-Beihilfe gestellt haben.

Absender: das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur, kurz: BMVI.

Ebenso wie andere Behörden ist auch das Verkehrsministerium mit der Abschichtung von Covid-19-bedingten Herausforderungen beschäftigt. Gleichzeitig soll das Tagesgeschäft nicht unter die Räder kommen – in diesem Fall die Bewilligung der eingereichten Anträge und die Auszahlung der Games-Förderung. Schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie war es zu erheblichen Verzögerungen gekommen. Erst 5 Prozent des für 2019 bereitgestellten Volumens von 50 Millionen Euro wurden bislang bewilligt.

Jetzt schaltet das BMVI in den Pragmatismus-Modus. Wichtigste Botschaft: Die Spiele-Entwickler dürfen auf eigenes Risiko mit der Produktion des beantragten Projekts beginnen – genau das war bislang strikt ausgeschlossen. Im Amtsdeutsch ist nun ein „vorzeitiger, förderunschädlicher Maßnahmenbeginn“ möglich. Anträge können ab sofort gestellt werden. Voraussetzung für die Ausnahme-Genehmigung ist unter anderem, dass das Projekt infolge der Verzögerungen zu scheitern droht – etwa, weil es nicht mehr durchführbar ist oder erhebliche Nachteile für den Markterfolg und/oder den Antragsteller entstehen.

Die Bearbeitung und Auszahlung der Förderbescheide läuft derweil weiter. Das Ministerium ist sich dessen bewusst, dass die Entwicklung der bezuschussten Games infolge der Corona-Pandemie länger dauern kann als geplant. Auch höhere Projektkosten können entstehen. Wie damit umzugehen ist, wird im Einzelfall geprüft – Antragsteller werden gebeten, sich an ihren zuständigen Ansprechpartner zu wenden. Analog zu anderen Ministerien hat das Games-Team des BMVI auf Home-Office-Betrieb umgestellt – Erreichbarkeit und Arbeitsfähigkeit bleiben dadurch gewährleistet.

Vor dem Hintergrund der ohnehin schon angespannten Gesamtsituation will sich das BMVI für weitere Verfahrensvereinfachungen einsetzen, damit Anträge zügig bearbeitet und Fördergelder schnellstmöglich ausgezahlt werden können. Verwiesen wird außerdem auf die Soforthilfe-Programme von Bund, Länder und Kommunen, mit denen zumindest die gröbsten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abgefedert werden sollen.

Offen ist, inwieweit sich die Bewältigung der Covid-19-Folgen auf Phase 2 der Games-Förderung auswirkt: Für die Subventionierung von Games-Großprojekten stehen ab 2020 jährlich 50 Millionen Euro zur Verfügung. Die EU-Kommission hatte das BMVI-Konzept vor wenigen Wochen genehmigt – die dazugehörige Förder-Richtlinie wurde allerdings noch nicht veröffentlicht.

Ebenfalls ausbezahlt werden im Übrigen die Preisgelder von 590.000 Euro beim Deutschen Computerspielpreis 2020, der vom Verkehrsministerium mitveranstaltet wird. Die 40köpfige Hauptjury tagte am heutigen Mittwoch via Videokonferenz. Die diesjährigen Preisträger werden im Rahmen eines Livestreams („Digital-Gala“) am 27. April bekannt gegeben.

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