
Pünktlich zum Deutschen Computerspielpreis 2026 legt Digitalminister Mehring die Studie zum Games-Standort Bayern vor.
Am morgigen Mittwoch darf München glänzen: Die Residenz putzt sich für den Deutschen Computerspielpreis 2026 heraus – der Freistaat ist in diesem Jahr Gast- und Geldgeber.
Dazu passend hat das bayerische Digitalministerium heute die Ergebnisse der Standort-Studie vorgestellt, die Ende 2025 auf Initiative von CSU und Freien Wählern bei Goldmedia in Auftrag gegeben wurde. Das PDF lässt sich hier kostenlos herunterladen.
Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) sieht seine Games-Strategie durch die Ergebnisse bestätigt: Demnach habe sich die Zahl der Games-Unternehmen seit 2018 mehr als verdoppelt. Die 223 Games-Unternehmen erwirtschaften 347 Mio. € und beschäftigen 2.080 Mitarbeiter. Nach Berlin ist Bayern das Bundesland mit den meisten Publishern und Studios.
Gleichwohl ist die Branche durch eine „eher kleinteilige“ Struktur geprägt, wie es in der Auswertung heißt: Drei Viertel der Studios beschäftigen weniger als zehn Angestellte. Am anderen Ende der Skala stehen große Mittelständler wie CipSoft, Travian Games, Aesir Interactive oder Upjers mit mehr als 100 Mitarbeitern.

Zum Umsatz tragen insbesondere die Niederlassungen großer internationaler Publisher bei, darunter Plaion (Kingdom Come: Deliverance 2), der Xbox-Konzern Microsoft und Take-Two Interactive (Grand Theft Auto 5, NBA 2K).
Games made in Bavaria: Standort-Studie stützt Bayerns Strategie
Besonders freuen dürfte sich Mehring über die positiven Rückmeldungen mit Blick auf die politische Rückendeckung, die sogar explizit als Alleinstellungsmerkmal des Standorts gewertet wird. Tatsächlich gibt es bundesweit nur wenige politische Entscheider, die das Thema Games so kontinuierlich bespielen.
Auch die im Bundesvergleich stattlichen und weiter steigenden Fördermittel kommen in der Branche gut an. Digitalminister Fabian Mehring: „Unsere Strategie geht auf: Bayern wird zunehmend auch für internationale Studios zu einem attraktiven Standort. Neue Unternehmen kommen zu uns, werden Teil unseres starken Ökosystems und bringen frische Ideen mit.“
Das größte Potenzial für künftiges Wachstum sehen Bayerns Spiele-Entwickler durch den Abbau bürokratischer Hürden (71 %), die Einführung einer steuerbasierten Bundesförderung (64 %) und durch Künstliche Intelligenz (52 %). Als größte Hemmnisse und Risiken gelten steigende Kosten (81 %), Finanzierungs- und Investitionsengpässe (72 %) und drohender Personalabbau infolge der wirtschaftlichen Lage (59 %).
Medien.Bayern-Geschäftsführerin Annette Kümmel, deren Games/Bavaria-Team die Standort-Studie engmaschig begleitet hat: „Die Studienergebnisse zeigen noch einmal deutlich, dass die Games-Branche in Bayern sich durch eine besonders hohe Gründungsaktivität und eine vielfältige unabhängige Struktur auszeichnet. Das ist für Games/Bavaria Bestätigung und Ansporn, gerade die Indies in den Fokus zu nehmen – sowohl in München als auch den regionalen Schwerpunkten in Franken und Schwaben.“
Die bayerische Games-Förderung liegt in der Verantwortung des FFF Bayern. Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein: „Die Ergebnisse zeigen deutlich, welche zentrale Rolle die Förderung vor allem in der Phase der Prototyp-Entwicklung für viele Unternehmen in ganz Bayern spielt und wie die Förderung besonders unabhängige Studios stärkt. Zugleich bestätigt der Input der Studie unsere Überlegungen zur Richtlinienfortschreibung und liefert weitere Hinweise für das Potenzial und die Weiterentwicklung des Standortes.“
Der Landtagsabgeordnete Felix Locke (Freie Wähler) sieht für Bayerns Games-Branche weiter „enormes Potenzial“: „Entscheidend ist für mich, dass wir nicht nur über Digitalisierung sprechen, sondern konkrete Wertschöpfung im Freistaat schaffen. ‚Games made in Bavaria’ zeigen eindrucksvoll, wie aus Ideen Arbeitsplätze und internationaler Erfolg entstehen können.“












