Start Politik Games-Förderung: EU-Kommission gibt grünes Licht für Großprojekte

Games-Förderung: EU-Kommission gibt grünes Licht für Großprojekte

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) koordiniert die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung (Foto: CSU / Valentin Brandes)
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) koordiniert die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung (Foto: CSU / Valentin Brandes)

Die zweite und ungleich wichtigere Phase der Games-Förderung kann in Kraft treten: Die EU-Kommission genehmigt den Antrag des Verkehrsministeriums.

Gute Nachrichten aus Berlin: Das Verkehrsministerium (BMVI) ist weiterhin in der Lage, europarechtskonforme Projekte durchzuführen. Denn die EU-Kommission hat dem Bundesministerium mitgeteilt, dass das sogenannte „Notifizierungsverfahren zur Förderrichtlinie Computerspieleförderung“ abgeschlossen ist.

Damit kann die zweite Phase der Games-Förderung in Kraft treten – wodurch erstmals auch Computerspiele-Projekte mit größerem Budget subventioniert werden können. Bislang lag die Obergrenze bei 200.000 Euro pro Spiel: Solche „De-Minimis-Beihilfen“ erfordern keine EU-Genehmigung – bislang wurden allerdings erst knapp 5 Prozent der für 2019 zur Verfügung stehenden Mittel ausbezahlt.

„Grünes Licht für die zweite Stufe unserer Gamesförderung“, freut sich Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). „Damit können wir endlich auch Produktionen im größeren Stil fördern: Mit insgesamt 250 Millionen Euro haben wir ein international wettbewerbsfähiges Programm aufgestellt und freuen uns riesig auf die ersten Ergebnisse.“

Der erwähnte Betrag verteilt sich auf die Jahre 2019 bis 2023: Mit dem Bundeshaushalt 2020 hat der Haushaltsausschuss 50 Millionen Euro pro Jahr für Spiele-Studios eingeplant. Das Geld soll zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Games-Entwickler beitragen: Denn sowohl auf dem Weltmarkt als auch im Inland spielen Games made in Germany bislang nur eine untergeordnete Rolle.

3,1 Milliarden Euro wurden 2018 mit Games in Deutschland umgesetzt (ohne Online-Dienste und Hardware) - der Marktanteil von Spielen made in Germany liegt bei 4,3 Prozent (Stand: August 2019)
3,1 Milliarden Euro wurden 2018 mit Games in Deutschland umgesetzt (ohne Online-Dienste und Hardware) – der Marktanteil von Spielen made in Germany liegt bei 4,3 Prozent (Stand: August 2019)

Der Förderaufruf für die zweite Stufe soll im Laufe des Frühjahrs veröffentlicht werden. Das neue Programm werde im Einklang mit den für alle Bundesprogramm geltenden haushalts- und förderrechtlichen Vorgaben umgesetzt, betont das Ministerium. Teil der Richtlinie wird auch ein „Kulturtest“ sein, wie er etwa im Bereich der Filmförderung europaweit üblich ist.

Auch die Erkenntnisse aus der überaus holprig angelaufenen De-minimis-Förderung würden in die neue Richtlinie einfließen. So hatten in den vergangenen Wochen Regularien des BMVI für Unruhe gesorgt, wonach branchenübliche Publisher-Vorschüsse oder Crowdfunding-Erlöse nicht mit der Förderung kompatibel sind. Erst am gestrigen Donnerstag wurde diese Vorgabe nach massiven Protesten – auch von Seiten der Opposition – korrigiert.

Branchenverbands-Geschäftsführer Felix Falk ist zuversichtlich, dass der Start der ‚großen Förderrichtlinie‘ gut verlaufen wird: Jetzt müssten nur noch die finalen Details für die Antragsstellung und für den Aufruf geklärt werden.

1 Kommentar

  1. „Auch die Erkenntnisse aus der überaus holprig angelaufenen De-minimis-Förderung würden in die neue Richtlinie einfließen.“ Lächerlich, es findet garkeine Förderung statt. Es findet eine Schädigung statt. Welcher Startup kann es sich leisten, so lange auf heissen Kohlen zu sitzen. Keines. Diese Augenwischerei dient nur der Selbstprofilierung Scheuers und seinen minderbemittelten Schergen, und Großunternehmen, die einfach mal eben noch Subventionen vom Staat abgreifen – Startups werden durch dieses Programm VERNICHTET!

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