Start Wirtschaft Marktanteil deutscher Games auch 2019 unter 5 Prozent

Marktanteil deutscher Games auch 2019 unter 5 Prozent

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Neuheiten wie "Anno 1800" haben den Marktanteil deutscher Games im Jahr 2019 leicht steigen lassen (Abbildung: Ubisoft)

Neuheiten wie „Anno 1800“ und „Tropico 6“ haben den Marktanteil deutscher Games ansteigen lassen – der Verband schlägt dennoch Alarm.

Der Marktanteil von Games made in Germany ist im Jahr 2019 von 4,3 Prozent auf 4,9 Prozent gestiegen, bleibt damit aber weiterhin unter der Marke von 5 Prozent. Der Industrieverband Game spricht zum Start der digitalen Gamescom 2020 von einer Stagnation: Deutschlands Spiele-Entwickler hätten vom kräftig gestiegenen Software-Umsatz nicht profitieren können.

Fast 95 von 100 Euro Games-Umsatz werden also importiert. Zum Vergleich: In den deutschen Top 100 Musik-Single-Charts liegt der Marktanteil nationaler Produktionen bei 64 Prozent – bei den Alben sind es gar 74 Prozent. Jedes fünfte Kino-Ticket entfällt auf einen deutschen Film.

Die Entwicklung fällt je nach Segment unterschiedlich aus:

  • Bei den Online- und Browsergames („Zoo 2: Animal Park“, „Tibia“, „Forge of Empires“ etc.) steigt der Marktanteil von 13 auf 17,6 Prozent.
  • Bei Kauf-Spielen für PC und Konsole auf Datenträger oder als Datenträger wurde fast eine Verdoppelung gemessen, allerdings auf niedrigem Niveau – von 1,1 auf 1,9 Prozent. Das Plus ist in erster Linie auf erfolgreiche Strategiespiel-Neuheiten wie „Anno 1800“ (Ubisoft) und „Tropico 6“ (Limbic Entertainment / Kalypso Media) zurückzuführen.
  • Im wachstumsstärksten Bereich – den Spiele-Apps für Smartphone und Tablet – ist der Anteil von mageren 3,2 Prozent auf noch magere 2,9 Prozent gesunken. In diesem Markt werden 99 Prozent des Umsatzes mit In-Game-Käufen innerhalb von Free2Play-Games generiert.
Marktanteil deutscher Games 2019 im Vergleich zu Kino und Musik (Stand: 27.8.2020)
Marktanteil deutscher Games 2019 im Vergleich zu Kino und Musik (Stand: 27.8.2020)

Für eine echte Trendwende müsse von politischer Seite „für ein faires Wettbewerbs-Niveau“ gesorgt werden, fordert abermals Game-Geschäftsführer Felix Falk. „Die professionelle Umsetzung der finalen Förderrichtlinie ist jetzt entscheidend: Wenn diese zeitnah startet, die Fehler der Pilotphase korrigiert werden und die Abwicklung schnell, unbürokratisch und spezifisch auf Games-Unternehmen ausgerichtet abläuft, dann wird der Motor anspringen können.“ Falk weiter: „Es muss unser Anspruch sein, dass wir in Deutschland endlich auf Weltniveau mitspielen können und wir als Land der Dichter und Denker unsere Geschichten auch in Games erzählen.“

Der Verband mahnt nicht ohne Grund die „professionelle Umsetzung“ an: Sowohl Antragsteller als auch Grüne und FDP haben zuletzt die schleppende Auszahlung von Fördergeldern in der Pilotphase der Games-Förderung durch das zuständige Verkehrsministerium scharf kritisiert.

Zur politischen Eröffnung der Gamescom 2020 am morgigen Freitag (28. August) wird erwartet, dass Bundesminister Andreas Scheuer (CDU) den Start der „großen“ Computerspiele-Förderung ankündigt. Bis auf Weiteres hat die Bundesregierung Subventionen von 50 Millionen Euro pro Jahr eingeplant.

Free2Play-Apps generieren fast so viel Umsatz wie der komplette deutsche Musik- und Kino-Markt (Stand: 22. Juli 2020)
Free2Play-Apps generieren fast so viel Umsatz wie der komplette deutsche Musik- und Kino-Markt (Stand: 22. Juli 2020)

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