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FC Bayern München: Uli Hoeneß stoppt eSport-Pläne

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Kein "FIFA 19" beim FC Bayern München: Präsident und AG-Aufsichtsrat Uli Hoeneß kassiert nach "Bild"-Informationenalle eSport-Pläne ein(Abbildung: Electronic Arts)

Kein „FIFA 19“, „League of Legends“ oder „Fortnite“ beim FC Bayern München: Nach Medienberichten soll Präsident Uli Hoeneß alle eSport-Pläne gestoppt haben.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Artikel hinter Paywall) hat Uli Hoeneß persönlich sein Veto gegen eSport-Aktivitäten beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München eingelegt. Hoeneß ist nicht nur Präsident des eingetragenen Vereins, sondern qua Amt auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG, dem unter anderem die CEOs der Sponsoren sowie der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber angehören. Der Verein hält 75 Prozent der Anteile, der Rest liegt bei Adidas, Audi und der Allianz.

Aus Sicht von Hoeneß passe eSport nicht zum FC Bayern München – die weit fortgeschrittenen Pläne für eine Profi-Abteilung seien auf seine Veranlassung hin komplett gestoppt worden. Vorerst wird Deutschlands umsatzstärkster Fußballverein also keine eigenen „FIFA“-Vollzeit-eSportler beschäftigen, im Gegensatz zu Liga-Konkurrenten wie FC Schalke 04, RB Leipzig oder VfL Wolfsburg. Der Aufsteiger 1. FC Nürnberg sowie Hertha BSC Berlin experimentieren mit freiberuflichen „FIFA“-Amateuren.

Laut „Bild“ seien die Konzepte bereits in einem späten Stadium und kurz vor Umsetzung gewesen: Der Plan sah einen 5-Millionen-Euro-Etat, Star-Zukäufe und Trainingsmöglichkeiten am frisch eingeweihten Nachwuchsleistungszentrum in München vor. Es liegt nahe, dass diese erheblichen Investitionen vom vierköpfigen Bayern-Vorstand inklusive Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge vorangetrieben wurden.

Die Vereinsführung um Aufsichtsrat Hoeneß hat sich in diesem Fall gegen die Wünsche des Managements durchgesetzt.

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FC Bayern München: Uli Hoeneß legt Veto gegen eSport-Pläne ein

Der eSport-Schwerpunkt der Bayern hätte bei „FIFA 19“ gelegen, allerdings wären – und das ist eine überraschende Botschaft – auch die Multiplayer-Taktikspiele „Dota 2“ und „League of Legends“ sowie „Fortnite“ vorgesehen gewesen. „Fortnite“ gilt derzeit als eines der meistgespielten und meistgestreamten Computerspiele der Welt.

Dass sich der FC Bayern überhaupt mit Spielen abseits des naheliegenden „FIFA 19“ beschäftigt, hat zwei Gründe: erstens die global höhere Reichweite der drei anderen eSport-Titel sowie deren Popularität gerade in Asien, zweitens die Aussicht auf erheblich höhere Preisgelder – alleine „Fortnite“-Hersteller Epic Games hat ein Rekord-Preisgeld von 100 Millionen Dollar für die erste Saison angekündigt.

Die kolportierte eSport-Absage des FC Bayern München ist insofern ein Paukenschlag, da die vereinseigene Basketball-Lizenzspielerabteilung die Aktivitäten in diesem Segment mit Nachdruck vorantreibt. Der frischgebackene Double-Sieger hat jüngst acht Gamepad-Korbjäger verpflichtet, die als „Bayern Ballers Gaming“ in „NBA 2K18“ und „NBA 2K19“ antreten – demnächst auch im Rahmen der „Road to Cologne“ auf der Gamescom 2018.

Medien-Chef Andreas Burkert hat allerdings klargestellt, dass es sich um eine eigenständige Entscheidung des Basketball-Klubs handelt. Über die Fortführung des zunächst zeitlich befristeten eSport-Experiments wird im Sommer dieses Jahres entschieden. FCB-Anteilseigner Audi unterstützt das Projekt.

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FC Bayern München kooperiert mit „FIFA“-Hersteller Electronic Arts

Die Absage des FC Bayern München ist auch ein bemerkenswertes Signal in Richtung der offiziellen „Virtuellen Bundesliga“, die der „FIFA 19“-Hersteller Electronic Arts gemeinsam mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ausrichtet.

EA Sports ist seit August 2016 „offizieller Videospielpartner“ des FC Bayern München: Spieler wie Arjen Robben, Joshua Kimmich oder Thomas Müller wurden ebenso wie die Allianz Arena gescannt, digitalisiert und in „FIFA“ integriert.

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Im Falle des Erzrivalen Borussia Dortmund wird erwartet, dass der BVB nach der vorzeitigen Kündigung des „Pro Evolution Soccer“-Vertrags mit Konami demnächst ein eigenes „FIFA“-Team bei der „Virtuellen Bundesliga“ antreten lässt – entgegen des anhaltend heftigen Widerstands von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. BVB-Marketing-Direktor Carsten Cramer argumentiert auf Konferenzen analog zu Hoeneß: Das Thema eSport „passe“ nicht zu den Borussen.

Falls die Dortmunder ihre strikte Haltung korrigieren, wäre der FC Bayern München neben dem FC Freiburg einer von nur wenigen verbliebenen Profi-Klubs in Deutschland ohne „FIFA“-Werksteam.

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich inzwischen mit dem Thema eSport beschäftigt: Im April 2018 wurde ein Positionspapier veröffentlicht, wonach sich Verband und Vereine künftig ausschließlich dem „E-Soccer“ widmen werden. Hinter dieser Wortschöpfung verbergen sich Videospiele mit Fußballbezug – sprich: „FIFA“ oder „Pro Evolution Soccer“ („PES“).

Es ist gleichzeitig eine Absage an Action- und Strategiespiele, die den weltweiten eSport-Markt dominieren. Wörtlich spricht der DFB von „Gewalt-, Kriegs- und Killerspielen“ – eine Formulierung, die auf sanften Widerspruch beim Branchenverband Game gestoßen ist. Zuvor hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel in Interviews bereits ähnliche Vokabeln im Zusammenhang mit dem eSport-Segment verwendet.


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