Start Sport E-Sport-Politik: Game-Verband mahnt zur Eile

E-Sport-Politik: Game-Verband mahnt zur Eile

Nach den Vorstellungen von CDU/CSU sollen nur E-Sport-Vereine als gemeinnützig anerkannt werden, die Sportspiele wie
Nach den Vorstellungen von CDU/CSU sollen nur E-Sport-Vereine als gemeinnützig anerkannt werden, die Sportspiele wie "FIFA 21" betreiben (Abbildung: Electronic Arts)

Ein „durchwachsenes Fazit“ zieht der Branchenverband Game mit Blick auf die E-Sport-Versprechen der Bundesregierung – insbesondere beim Dauerstreit um die Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen.

Spätestens im Oktober 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt – für die Umsetzung von Koalitionsvertrags-Versprechen bleibt also nur etwas mehr als ein gutes Jahr Zeit. Zu den Aufgaben, die in den verbleibenden Monaten in jedem Fall noch abgearbeitet werden sollten, zählt aus Sicht des Industrieverbands Game die Aufwertung des E-Sport.

Dem gleichnamigen Game-Arbeitskreis gehören 20 Spielehersteller, Plattformbetreiber und Agenturen an, die am heutigen Dienstag ein aktualisiertes Positionspapier vorstellen und ein „durchwachsenes Fazit“ der Groko-E-Sport-Politik ziehen.

Zwar wurden zum Beispiel Visa-Erleichterungen erreicht, die internationalen Profis die  Einreise und den Aufenthalt erleichternInsbesondere beim Thema „Gemeinnützigkeit“ gibt es bislang aber keine erkennbaren Fortschritte – im Gegenteil: Die CDU/CSU-Fraktion hat vor wenigen Tagen ein „Ehrenamtsgesetz 2021“ vorgestellt, das die steuerlichen und rechtlichen Privilegien nur Sportvereinen zugestehen will, die sich auf „elektronische Sportsimulationen“ beschränken. Sprich: „FIFA“, flankiert von „PES“ und „NBA 2K“.

Ungleich bedeutendere Disziplinen wie „League of Legends“, „Dota 2“ oder „Counter-Strike: Global Offensive“ bleiben nicht nur außen vor – wer sie dennoch im Verein anbietet oder ausübt, muss um den Gemeinnützigkeits-Status fürchten. Die enge Auslegung deckt sich mit den Vorstellungen der Sport-Lobby.

Die künstliche Trennung des E-Sport anhand von Genres führe „an der weltweiten Realität der E-Sport-Kultur vorbei“, mahnt Game-Geschäftsführer Felix Falk. Schützenhilfe kommt unter anderem von FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin, der die Unions-Position „peinlich“ findet und in den 50er-Jahren verortet. Verständnis für den Groll von Branche und Szene äußern auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und der CDU-Abgeordnete Johannes Steiniger – gegenüber dem Deutschlandfunk weisen beide darauf hin, dass es innerhalb ihrer Fraktionen nun mal unterschiedliche Auffassungen gäbe.

Die Groko-Formel „E-Sport = FIFA“ ist also vor allem eines: ein Kompromiss. Gemeinnützigkeit gerne – aber eben nur für Spiele, die wie Sport aussehen.

Der Verband vermisst zudem ein klares Bekenntnis von Landesregierungen und Kommunen zur Ausrichtung von E-Sport-Großereignissen. Zuletzt hat sich der Münchener Stadtrat gegen die Subventionierung einer „League of Legends“-Europameisterschaft ausgesprochen – gegen den ausdrücklichen Wunsch der CSU-geführten Landesregierung.


Die GamesWirtschaft-Meinung zum Unions-„Ehrenamtsgesetz“ finden Sie in dieser Kolumne.

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