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Bayern zockt: 13jähriger gewinnt E-Sport-Finale (Update)

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Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) und BFV-Präsident Christoph Kern beim 'Bayern zockt'-Finale am 13. Juli in Augsburg (Foto: BFV / Simone Hörmann)
Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) und BFV-Präsident Christoph Kern beim 'Bayern zockt'-Finale am 13. Juli in Augsburg (Foto: BFV / Simone Hörmann)

Das bayerische Digitalministerium fördert ein E-Sport-Projekt des Bayerischen Fußballverbands (BFV) anlässlich der Euro 2024.

Update vom 16. Juli 2024: Aufgrund von Nachfragen auf allen Kanälen hier nochmal eine Aufstellung dessen, was mit jenen 450.000 € passiert, die das Digitalministerium nach eigener Darstellung für das Projekt ‚Bayern zockt‘ zur Verfügung stellt:

  • 24 Online-Qualifikations-Turniere auf Basis von EA Sports 24: Entlang der EM haben rund 600 Spieler Qualifikations-Matches ausgetragen, die über eine zentrale Online-Turnierplattform des bayerischen Fußballverbands abgewickelt wurden.
  • Offline-Finale am vergangenen Samstag in Augsburg mit 64 Finalisten (siehe Update vom 15. Juli)
  • E-Sport-Roadshow bei 10 bayerischen Fußballvereinen. Davon bislang stattgefunden: 1 (weitere ‚Team-Nights‘ in Planung)

Update vom 15. Juli 2024: Zum Abschluss der zweiwöchigen EM-Phase hat der bayerische Fußballverband gemeinsam mit dem Digitalministerium das Bayern zockt-Finale in einer Loge der Augsburger WWK-Arena ausgerichtet.

Der erst 13jährige Robert Brysik alias FOKUS_Robi setzte sich am Samstag gegen Dylan Neuhausen (DullenMIKE) – immerhin Deutscher FIFA-Meister 2022 – durch und sicherte sich den ausgelobten Hauptpreis in Form eines POGA Gaming-Koffers inklusive Monitor. Das Alter ist auch deshalb bemerkenswert, weil das praktizierte Spiel – EA Sports FC 24 – erst ab 12 Jahren freigegeben ist.

Die 64 Finalisten hatten sich entlang von Online- und Offline-Turnieren herauskristallisiert, an denen sich nach Veranstalter-Angaben „knapp 600 Teilnehmer“ beteiligten.

Zum Bayern zockt-Finale begrüßte Verbands-Präsident Christoph Kern neben Profis und Schaulustigen unter anderem Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler), dessen Wahlkreis in Augsburg liegt. Der Freistaat Bayern hat 450.000 € für den Betrieb der Turnier-Plattform und die Durchführung des Finales bereitgestellt. Teil des Gesamtpakets ist eine ‚Roadshow‘ mit 10 E-Sport-Events bei bayerischen Fußballvereinen, von denen bislang allerdings erst eines stattgefunden hat. Weitere Termine sind in Vorbereitung.

Kern würdigte die „hervorragende“ Atmosphäre und den „hochprofessionellen“ Rahmen der Veranstaltung: „Der E-Sport-Markt entwickelt sich rasant, und wir müssen aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verlieren. Die Unterstützung durch den bayerischen Digitalminister ist für uns deshalb von immenser Bedeutung. E-Gaming ist eine rasant wachsende Sportart und unser Ziel ist es, die junge Generation mitzunehmen. Uns ist vor allem wichtig, dass es hier nicht nur ums Zocken geht, sondern dass wir E-Sport nachhaltig in die Vereinsstrukturen integrieren und das Vereinsleben dadurch beleben wollen.“

Digitalminister Mehring: „Die EM-Euphorie, die aktuell durch das Land zieht, war die ideale Zeitpunkt, um in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fußball-Verband die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema E-Sport zu lenken. Mit unserem Event haben wir das Beste aus beiden Welten vereint: den analogen Fußball und das digitale Gaming. Das große Interesse an unserem Turnier, das knapp 600 Teilnehmer begeistert hat, bestätigt unseren erfolgreichen Ansatz.“


Update vom 13. Juni 2024: Der E-Sport-Verband Bayern und der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) haben mit „Verwunderung“ auf die Ankündigung des Digitalministeriums reagiert, das Online- und Offline-Turnier ‚Bayern zockt‘ mit 450.000 € zu unterstützen.

Christopher Flato – 1. ESBD-Vizepräsident – kritisiert Ablauf und Format: „Für ein EM-Happening mal eben knapp eine halbe Million rauszuhauen, kann weder nachhaltig noch fördernd für den lokalen E-Sport sein – auch wenn ‚für eine Mitgliedschaft in örtlichen Sportvereinen geworben werden‘ soll. Da kann das Geld deutlich sinnvoller eingesetzt werden, auch auf Landesebene.“

Das Digitalministerium vermisst umgekehrt fehlende Rückendeckung seitens der E-Sport-Lobby für das Projekt.


Update vom 12. Juni 2024 (17 Uhr): Am späten Nachmittag wurde die Turnier-Plattform ‚Bayern Zockt‘ (bayern-zockt.gg) freigeschaltet – allerdings fehlen grundlegende Informationen zu Konzept, Veranstalter, Ablauf, Modus, Preisen und Teilnahmebedingungen.


Update vom 12. Juni 2024 (11 Uhr): Auf Anfrage von GamesWirtschaft hat das Bayerische Staatsministerium für Digitales die Details zum geplanten E-Sport-Turnier skizziert:

  • Demnach startet das Projekt mit dem ersten von 24 ‚Qualifiern‘ am 17. Juni, also am kommenden Montag; die erste Vor-Ort-‚Team-Night‘ ist für den 21. Juni vorgesehen. Das Offline-Finale steigt am 13. Juli in der Augsburger WWK Arena.
  • Praktiziert wird EA Sports FC 24 auf der PlayStation 5.
  • Voraussetzungen: Die Teilnehmer müssen aus Bayern kommen – das Mindestalter liegt bei 16 Jahren.
  • Den Siegern winken Sachpreise in Höhe von rund 5.000 € – für das Finale sind bis zu 1.000 € vorgesehen. Bei jeder Team-Night erhalten Sieger und Verein Preise im Wert von 2.000 €.
  • Anmeldungen für die ‚Online-EM‘ sind auf einer eigens eingerichteten Website möglich (noch nicht freigeschaltet) – Vereine können sich per Mail bewerben.
  • Mit der Durchführung des Formats und dem Betrieb der Turnierplattform wurden die Fußballverbands-Agentur BFV Service GmbH sowie weitere Dienstleister beauftragt.

Fußball-EM 2024: Bayern fördert E-Sport-Event mit 450.000 €

Meldung vom 10. Juni 2024: Am kommenden Freitag steigt das Eröffnungsspiel der Fußball-EM 2024 in der Münchener Allianz-Arena: Gastgeber Deutschland trifft auf Schottland. Flankierend zur ‚Europameisterschaft dahoam‘ legt Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) ein E-Sport-Projekt in Kooperation mit dem Bayerischen Fußballverband BFV auf: Nach Angaben des Ministeriums sind dafür knapp 450.000 € veranschlagt.

Das etwas sperrige Motto lautet: „E-Sport trifft auf Fußballvereine im Rahmen der EM 2024“

Geplant ist ein bayernweites Turnier „auf einer zentralen Turnierplattform“: Die Teilnehmer werden im Rahmen von Online-Vorrundenspielen mit rund 1.000 Teilnehmern ermittelt. Das Finalspiel mit 64 Teilnehmern soll dann bei einem „Gemeinschafts-Event“ am 13. Juli – also am Tag vor dem EM-Finale – im Stadion des FC Augsburg stattfinden, Mehrings Heimatstadt. Geplant ist außerdem eine ‚Roadshow‘ bei „etwa zehn bayerischen Vereinen“, in deren Rahmen E-Sport an der Konsole praktiziert wird: Bei dieser Gelegenheit soll für eine Mitgliedschaft in örtlichen Sportvereinen geworben werden.

Details zu Anmeldung, Voraussetzungen, Preisgeld, Prozedere und Ablauf sind der Ankündigung nicht zu entnehmen. Indes spricht viel dafür, dass das Format auf Basis von EA Sports FC 24 ausgetragen wird – erst am vergangenen Donnerstag wurde ein kostenloses EM-Update freigeschaltet. GamesWirtschaft hat die beiden Veranstalter um eine Stellungnahme gebeten (Update folgt).

Digitalminister Fabian Mehring: „Beim bayernweiten E-Sport-Turnier mit den Nationalmannschaften der EM auf einer zentralen Turnierplattform werden die Konsolen glühen. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Bayerischen Fußball-Verband einen erprobten Partner an unserer Seite haben, der den Fußball und die Vereinsarbeit analog wie digital gleichermaßen unterstützt. Daher heißt die Devise: Erst Fußball und Training auf dem Platz, dann direkt an die Konsole. Denn wir stärken mit dem Projekt zugleich die Vereinsarbeit in der Fläche.“

BFV-Präsident Christoph Kern: „Wir freuen uns auf dieses großartige Projekt mit dem Digitalministerium, das den Nerv junger Menschen trifft und die Bedürfnisse der Zeit perfekt widerspiegelt. Dabei ist der Fußball der zentrale Anker, der alle Beteiligten zusammenbringt – auf dem Platz und an der Konsole! Dabei verfolgen wir ganz bewusst auch den pädagogischen Ansatz, was Aufklärung und den richtigen Umgang mit E-Football angeht. Die Heim-EM ist der perfekte Anlass, um diese Kooperation in die bayerische Vereinswelt zu tragen.“

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