Start Politik Laschet holt Dorothee Bär in sein „Zukunftsteam“

Laschet holt Dorothee Bär in sein „Zukunftsteam“

CSU-Digitalpolitikerin Dorothee Bär gehört dem 'Zukunftsteam' von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet an (Abbildung: CDU)
CSU-Digitalpolitikerin Dorothee Bär gehört dem 'Zukunftsteam' von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet an (Abbildung: CDU)

CSU-Politikerin Dorothee Bär gehört dem achtköpfigen ‚Zukunftsteam‘ an, das CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Vormittag vorgestellt hat.

Ein „Bundesministerium für Innovation und Transformation“ ist es, was der seit 2018 amtierenden Digital-Beauftragten im Kanzleramt vorschwebt: Dorothee Bär hat bei der Vorstellung von Laschets ‚Zukunftsteam‘ in der CDU-Zentrale die grobe Richtung skizziert, die sich sowohl die Politikerin als auch die Union im Falle eines Wahlsiegs am 26. September mit Blick auf die Digitalisierung vorstellt.

Das Ressort entspricht dem Digitalministerium, wie es nicht nur CDU und CSU seit Jahren fordern: Auch der Industrieverband Game hat sich für die Einrichtung eines dedizierten Ministeriums ausgesprochen, das analog zur Justiz als Querschnittsministerium angelegt ist.

Es spricht viel dafür, dass in diesem Fall der Bereich ‚Digitales‘ aus anderen Ministerien herausgelöst wird: So ist beispielsweise das Wirtschaftsministerium (BMWI) für Netzpolitik, die Digitalisierung des Mittelstands und die Kultur- und Kreativwirtschaft zuständig, während das CSU-geführte Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) den Breitbandausbau, den Mobilfunk und die Computerspiele-Förderung samt Deutschem Computerspielpreis verantwortet. Die deutsche Games-Industrie soll bis 2023 mit mehr als 250 Millionen Euro subventioniert werden.

Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in weiser Voraussicht ein eigenes Videospiele-Referat („Games in Deutschland“) eingerichtet, das sich bei einem neuen Ressort-Zuschnitt vergleichsweise geräuschlos einem neuen Ministerium zuordnen ließe. Scheuer tritt im niederbayerischen Passau als Direktkandidat an und steht bei der Bundestagswahl auf Platz 3 der CSU-Landesliste, hinter Alexander Dobrindt und Dorothee Bär – ein erneuter Einzug ins Parlament gilt somit als sicher.

Für den kommenden Montag kündigt Bär einen „digitalpolitischen Aufschlag“ an – Noch-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird ebenso daran teilnehmen wie Experten des unionsnahen Thinktanks Cnetz. Dem Vorstand gehören Altmaiers Startup-Beauftragter Thomas Jarzombek (CDU) und Jörg Müller-Lietzkow an: Der Ökonom ist Präsident der HafenCity Universität in Hamburg und hat bereits an der Games-Standortstudie des Bundes federführend mitgewirkt.

Dorothee Bär gilt in der Games-Industrie als bestens vernetzt, hat bislang kaum eine Gamescom verpasst und ist regelmäßiger Gast auf Veranstaltungen des Industrie-Verbands. Zudem war die Politikerin bereits Jury-Vorsitzende beim Deutschen Computerspielpreis. Im Herbst 2020 startete sie eine E-Sport-Petition – Adressat: die eigene Partei. Am kommenden Dienstag (7. September) nimmt Bär am Twitch-Verbands-Talk Gamechanger teil.

Neben Bär hat Armin Laschet folgende Experten in sein CDU-“Zukunftsteam“ berufen:

  • Wirtschaftsrat-Vize Friedrich Merz
  • Terrorismus-Experte Peter R. Neumann
  • der Berliner CDU-Spitzenkandidat Joe Chialo
  • Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien
  • CDU-Vize Silvia Breher aus Niedersachsen
  • Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch
  • Baden-Württembergs Landesgruppen-Chef Andreas Jung