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GamesWirtschaft Marktführer E-Sport / eSports (Update)

GamesWirtschaft Marktführer E-Sport: Werder Bremen dominiert die Virtual Bundesliga (Foto: DFL / EA)
GamesWirtschaft Marktführer E-Sport: Werder Bremen dominiert die Virtual Bundesliga (Foto: DFL / EA)

Veranstalter, Dienstleister, Agenturen und Clans prägen das E-Sport-Ökosystem in Deutschland: Die wichtigsten eSports-Akteure im Marktführer-Überblick!

Ist E-Sport Sport – und wenn ja, wie viele? Nach wie vor fremdeln Politik und Sportverbände mit jenen digitalen Wettbewerben, die an PC und Konsole mit Tastatur, Maus und Gamepad ausgetragen werden, oft genug vor einem Millionen-Publikum.

Aus bescheidenen Anfängen hat sich in nur zwei Jahrzehnten eine gut geölte Vermarktungs-Maschinerie entwickelt, die sich an erprobten Modellen des klassischen Sports orientiert: Sponsoring, Merchandising, Tickets, Preisgelder. Zunehmend mühen sich Spielehersteller, die komplette Wertschöpfungskette selbst abzudecken, von der Entwicklung über den Betrieb bis hin zur Vermarktung in eigenen Franchise-Systemen.

Von den kolportierten Reichweiten, den ausverkauften Hallen und einer jungen, digitalen Zielgruppe haben sich nicht nur Bundesligisten beeindrucken lassen, sondern auch Weltmarken wie DHL, Mercedes-Benz oder Vodafone. Zwar wurde das Marktwachstum durch die Corona-Pandemie vorerst eingebremst, doch grundsätzlich bleibt E-Sport ein spannendes Segment und vergleichsweise kostengünstiges Marketing-Instrument.

Abseits von kommerziellen Anbietern und Dienstleistern wächst auch die Zahl der eingetragenen E-Sport-Vereine und -Abteilungen, die allerdings weiterhin unter fehlender Rechtssicherheit leiden. Weiterhin steht die Einlösung des Koalitionspapier-Versprechens aus, den E-Sport von politischer Seite anzuerkennen.

E-Sport-Agenturen in Deutschland

  • Blackbird Esports Solutions (Hamburg) hat sich vorgenommen, den E-Sport zu „professionalisieren“. Zu den Mandanten zählen der VfL Wolfsburg, Razer und Saturn.
  • Die Games- und E-Sport-Agentur Freaks4U Gaming betreibt Portale, veranstaltet Turniere und organisiert E-Sport-Events. Neben der Zentrale in Berlin / Spandau existieren Niederlassungen in Taiwan, den USA und Frankreich.
  • Die noch vergleichsweise junge Instinct3 GmbH aus Spandau vermarktet und inszeniert Gaming- und E-Sport-Influencer.
  • King eSports ist eine Spielerberatungs und -vermarktungs-Agentur, die insbesondere FIFA-Profis betreut.
  • Skillshot Consulting (Osnabrück) setzt Schwerpunkte in den Disziplinen E-Sport und Gaming. In der Kundenkartei der Beratungs-Agentur: Gauselmann (Merkur Masters), BIG, Expert, AMD und viele weitere. Geschäftsführer ist der einstige Need for Speed-Weltmeister Niklas Timmermann.
  • STARK eSports (Bochum) ist eine E-Sport-Agentur, die neben strategischer Beratung auch komplette Live-Produktionen und Events sowie Community-Services anbietet.

Kommerzielle E-Sport-Teams, -Veranstalter und -Organisationen (Auszug)

  • Die Adhoc Gaming GmbH aus dem thüringischen Gera praktiziert schwerpunktmäßig League of Legends.
  • Die Deutsche Fußball Liga (DFL) organisiert die Virtual Bundesliga und ist zuletzt eine strategische Partnerschaft mit ESL Gaming eingegangen: Fußball-Bundesligisten und Einzelspieler kämpfen um die Meisterschalen in der Disziplin FIFA.
  • In der Disziplin Counter-Strike Global Offensive gehört BIG (Berlin Internation Gaming) zur Weltspitze. Auch für League of Legends und neuerdings Valorant existieren eigene Teams.
  • Euronics Gaming betreibt League of Legends, Dota 2, Clash of Clans und FIFA.
  • Vom Hauptquartier in Köln-Mülheim aus organisiert die ESL Gaming GmbH Ligen und Turniere auf dem gesamten Globus, darunter die ESL One und die Intel Extreme Masters. Die ESL ist eine Tochter des schwedischen Medienkonzerns Modern Times Group (MTG).
  • FOKUS CLAN (Zug / Schweiz) hat sich vorgenommen, das „beste FIFA-Team der Welt zu werden“. Zum Kader gehören Profis wie Sakul, Proownez, Stylo, Fabienne und Weltmeister MoAuba.
  • GamerLegion mit Sitz in Berlin bietet Coaching durch Profis an und unterhält auch eigene E-Sport-Teams.
  • Die Berliner E-Sport-Organisation G2 Esports zählt zu den international bekanntesten und konstantesten deutschen Teams. Praktizierte Disziplinen: League of Legends und Counter-Strike.
  • An der Kölner SK Gaming GmbH & Co. KG sind unter anderem der 1. FC Köln, Mercedes-Benz und die Deutsche Telekom beteiligt. SK Gaming tritt unter anderem in League of Legends, FIFA und Clash Royale an.
  • Seit 2013 gehen die Unicorns of Love aus Hamburg an den Start – unter anderem in League of Legends, Counter-Strike: Global Offensive und PlayerUnknown’s Battlegrounds.

Relevante E-Sport-Disziplinen

  • Counter-Strike ist der E-Sport-Klassiker schlechthin und seit über 20 Jahren erfolgreich: In der Digital-Variante von Räuber und Gendarm bekämpfen sich zwei Teams auf vergleichsweise kompakten Karten. Der Ego-Shooter ist ab 16 Jahren freigegeben.
  • Das PC-Multiplayer-Taktik-Spiel Dota2 stammt vom US-Hersteller Valve und wird via Steam vertrieben. Bei der Dota2-Weltmeisterschaft The International wurden zuletzt Preisgelder jenseits von 25 Millionen Dollar ausgeschüttet.
  • FIFA ist die weltweit marktführende Fußballsimulation von Electronic Arts. Abseits eigener Turnier-Formate kooperiert EA mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der ESL bei der Ausrichtung der Virtual Bundesliga.
  • Der Battle-Royale-Überflieger Fortnite ist insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe weiterhin extrem populär – zumal das Basis-Spiel kostenlos ist und Hersteller Epic Games regelmäßig frische Inhalte bereitstellt. Grundidee: 100 Spieler landen gleichzeitig auf einer Insel und rüsten sich erst dort mit Waffen aus. Das Spielfeld schrumpft immer weiter, bis am Schluss nur noch der Gewinner übrig bleibt.
  • Hearthstone ist ein digitales Sammelkartenspiel von Blizzard Entertainment.
  • League of Legends ist die weltweit meistgespielte, meistgestreamte und kommerziell erfolgreichste E-Sport-Disziplin: Jeder Spieler der beiden Fünfer-Teams kontrolliert einen „Champion“. Wer die gegnerische Basis zerstört, gewinnt. Hersteller von League of Legends ist das US-Studios Riot Games.
  • Mit Overwatch (USK 16) hat Blizzard Entertainment erstmals einen Ego-Shooter entwickelt, der seit Veröffentlichung im Jahr 2016 zum E-Sport-Establishment zählt. Mit der Overwatch League hat das Unternehmen eine Profi-Liga nach dem Vorbild von NBA und NFL etabliert.
  • Das Fußballspiel PES (Pro Evolution Soccer) stammt vom japanischen Publisher Konami, der Partnerschaften mit Klubs wie Juventus Turin, dem FC Barcelona, dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München geschmiedet hat.
  • PlayerUnknown’s Battlegrounds (PUBG) gilt als Begründer des Battle-Royale-Genres.
  • Durch beharrliche, konstante Produktpflege hat sich Ubisofts Action-Spiel Rainbow Six: Siege (USK 18) zu einem der bedeutendsten E-Sport-Titel gemausert.
  • Valorant ist erst seit Anfang Juni 2020 auf dem Markt, gilt aber schon jetzt als einer der wichtigsten E-Sport-Titel. Ebenso wie League of Legends stammt der 5-gegen-5-Shooter von Riot Games.

E-Sport in der 1. Fußball-Bundesliga

Nur die wenigsten Bundesligisten – darunter Schalke 04 – leisten sich festangestellte E-Sport-Profis. In den meisten Fällen handelt es sich um freiberufliche Spieler, die im Vereins-Trikot an den Start gehen, überwiegend bei der Virtual Bundesliga.

  • 1. FC Köln: FIFA
  • Arminia Bielefeld:
  • Bayer 04 Leverkusen: FIFA
  • Borussia Dortmund:
  • Borussia Mönchengladbach: FIFA
  • Eintracht Frankfurt: FIFA, League of Legends
  • FC Augsburg: FIFA
  • FC Bayern München: PES und NBA 2K21
  • FC Schalke 04: League of Legends, PES und FIFA
  • Hertha BSC Berlin: FIFA
  • Mainz 05: FIFA
  • RB Leipzig: FIFA
  • SC Freiburg:
  • TSG Hoffenheim: FIFA
  • Union Berlin:
  • VfB Stuttgart:
  • VfL Wolfsburg: FIFA
  • Werder Bremen: FIFA

Eingetragene Vereine und gemeinnützige E-Sport-Organisationen (Auszug)

  • 1. Berliner eSport-Club e. V.
  • Eintracht Frankfurt e. V.
  • ESBD (Esport-Bund Deutschland e. V.)
  • eSport Rhein-Neckar (Turn- und Sportverein 1895 Oftersheim e. V.)
  • eSports Erlangen e. V.
  • Esports Ludwigsburg
  • Leipzig eSports e. V.
  • Magdeburg eSports e. V.

E-Sport-Förderung

Die Esports Player Foundation (EPF) versteht sich als Pendant zur Sportförderung und unterstützt Nachwuchs-Talente mit Coaching-Angeboten und Ausrüstung. Finanziert wird die EPF vom Industrieverband Game, dem Land Nordrhein-Westfalen und Sponsoren wie CosmosDirekt und der Telekom.