Start Wirtschaft Wegen Herr der Ringe: Bastei Lübbe stoppt Daedalic-Verkaufspläne

Wegen Herr der Ringe: Bastei Lübbe stoppt Daedalic-Verkaufspläne

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Daedalic Entertainment kündigt "The Lord of the Rings: Gollum" für 2021 an (Abbildung: Daedalic Entertainment)
Daedalic Entertainment kündigt "The Lord of the Rings: Gollum" für 2021 an (Abbildung: Daedalic Entertainment)

Seit Sommer 2018 sucht die Kölner Bastei Lübbe AG einen Käufer für die Games-Tochter Daedalic Entertainment. Jetzt tritt der Vorstand auf die Bremse.

9 Millionen Euro hat der Hamburger Publisher Daedalic Entertainment („Die Säulen der Erde“, „The Long Journey Home“) zuletzt zum 95-Millionen-Euro-Umsatz der Bastei Lübbe AG beigetragen. Das hat der börsennotierte Verlag im Vorfeld der heutigen Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2018/19 bekannt gegeben.

In den vergangenen Monaten war Vorstands-Chef Carel Halff unter anderem damit beschäftigt, eine Zukunftsperspektive für das Games-Geschäft zu finden. Bastei Lübbe hält jeweils 51 % an der Daedalic Entertainment GmbH und an der Daedalic Entertainment Bavaria GmbH. Zur Begründung wurde die zunehmende Internationalisierung der Games-Branche und der stark steigende Investitionsbedarf für die Entwicklung von Spielen angeführt. Deshalb wurden mehrere Optionen für Daedalic geprüft – Verkauf, Beteiligung, Joint Venture.

Im heute veröffentlichten Geschäftsbericht heißt es nun: „Wir haben diesen Prozess vorerst unterbrochen, um uns auf die Realisierung eines globalen Blockbusters zu konzentrieren: Lord of the Rings (Herr der Ringe). Die Ankündigung dieser Lizenz hat ein weltweites Medienecho ausgelöst und bedarf nun der Konzentration der Kräfte.“

Gemeint ist „The Lord of the Rings: Gollum“: Das Action-Adventure auf Basis von Tolkiens Mittelerde-Universum wurde im März angekündigt, soll 2021 für PC und Konsole erscheinen und ist das bislang größte Projekt in der zwölfjährigen Unternehmens-Geschichte. Daedalic-Chef Carsten Fichtelmann beziffert das Budget auf jenseits von 5 Millionen Euro.

Für das Geschäftsjahr 2019/2020 erwartet Lübbe zunächst einen Games-Umsatz von 11 bis 12 Millionen Euro. Der Zuwachs soll durch Verträge mit externen Studios erreicht werden, bei denen Daedalic als Publisher fungiert – also ähnlich wie im Falle von „Shadow Tactics: Blades of the Shogun“.

Kerngeschäft von Bastei Lübbe sind Romane, Sachbücher und Hörbücher – Bestseller-Autoren wie Dan Brown, Andreas Eschbach und Ken Follett stehen bei den Kölnern unter Vertrag. Der Verlag hat turbulente Monate hinter sich, inklusive eines Bilanz-Skandals, Aufsichtsrats-Rücktritten, Vorstands-Wechseln, tiefroten Zahlen und strategischer Neuausrichtung. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge: Der zwischenzeitlich eingebrochene Aktienkurs hat sich seit Jahresbeginn spürbar erholt.

Oder wie es Lübbe-CEO Halff formuliert: „Der Boden ist bereitet, es kann jetzt wieder aufwärts gehen.“

1 Kommentar

  1. Da ist es wieder, der Deutschen liebstes „Indie“ Studio.

    Hüstel.

    Wird Zeit, dass die mal keine Förderungen mehr kriegen und ihren Kram aus der eigenen Tasche bezahlen, wenn so ein großer Verlag dahinter steckt.

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