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Gamescom 2020: Wie Publisher und Studios dabei sein können

Auftakt der Gamescom 2020:
Auftakt der Gamescom 2020: "Gamescom: Opening Night Live" (Foto: KoelnMesse / Oliver Wachenfeld)

Aus „Ausstellern“ werden „Partner“: Wie die Teilnahme an der digitalen Gamescom 2020 funktioniert – und was sie (mindestens) kostet.

Das Gerüst steht: Am letzten August-Wochenende – konkret: vom 27.8. (Donnerstag) bis 30.8. (Sonntag) steigt die erste virtuelle Gamescom. Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass die Messehallen in Köln-Deutz nicht bespielt werden dürfen.

Heißt konkret: Statt langer Warteschlangen an den Spielstationen und geselligem Gruppenkuscheln vor den Show-Bühnen lässt sich die Gamescom 2020 bequem vom heimischen PC oder Smartphone aus verfolgen.

Via Website, YouTube, Twitch und Instagram werden die Fans mit Livestreams, Trailern, Letsplays, Interviews und Community-Aktionen versorgt. Durch eine Flut an Inhalten sollen erheblich mehr potenzielle Kunden als in den Vorjahren erreicht werden.

Die wichtigste Währung in diesem Jahr lautet also: keine neuen Rekord-Besucherzahlen, sondern digitale Reichweite.

So sieht das überarbeitete, vorläufige Programm der Gamescom 2020 aus (Stand: 18. Mai 2020)
So sieht das überarbeitete, vorläufige Programm der Gamescom 2020 aus (Stand: 18. Mai 2020)

Im Wesentlichen gibt es folgende Teilnahme-Möglichkeiten für Spiele-Hersteller an der Gamescom 2020 – oder wie es im Ausrichter-Sprech heißt: an der „The Gamescom 2020 Experience“:

  • Gamescom Now – eine zentrale, Mobile-geeignete, zweisprachige Website, die als Ausgangspunkt fungiert. Über den kompletten Messezeitraum erwarten die Veranstalter weltweit mindestens 10 Millionen User. Nach Registrierung lässt sich eine Art Terminkalender zusammenklicken, um kein Highlight zu verpassen.
  • Offizielle Partner – also Medien und Agenturen, die ihre eigenen Kanäle, Plattformen und Letsplayer im Gamescom-Umfeld und mit offiziellem Gamescom-Segen vermarkten. Bislang als einziger externer Partner bestätigt: die „Digitale Gamescom-Allianz“ der Spandauer Agenturen INSTINCT 3 und Freaks 4U Gaming plus Rocket Beans Entertainment.
  • Offizielle Shows – allen voran die Eröffnungs-Sause „Gamescom Opening Night Live“. Im vergangenen Jahr saß nach Veranstalter-Angaben eine halbe Million Zuschauer gleichzeitig vor den Endgeräten – die Reichweiten von Livestream und Aufzeichnung sollen in diesem Jahr mindestens verdoppelt werden. Wenige Wochen vor dem Verkaufsstart der neuen Konsolengeneration klingen diese Pläne nicht allzu überambitioniert, zumal Wettbewerber wie die E3 entfallen. Außerdem geplant: ein Format für Indie-Studios („Awesome Indies“), eine tägliche „Daily Show“ in deutscher und englischer Sprache, das „Gamescom Studio“ und die Abschluss-Sendung „Best of Show“. Wer nicht gerade exklusives Top-Material oder Weltpremieren anzubieten hat, kann sich optional in all diese Shows einkaufen.
  • Devcom – die amtliche, internationale Gamescom-Entwicklerkonferenz, die sich über zwei Wochen erstreckt und sich an Profis richtet. Für die Freischaltung der vorproduzierten Panels und Vorträge sowie die Teilnahme an Live-Webinaren und -Workshops ist ein gesondertes Ticket erforderlich.
  • Indie Arena Booth Online – der virtuelle Treffpunkt kleiner und/oder unabhängiger Studios. Das umfangreiche Paket ist bereits für 200 Euro netto zu haben – und vermutlich die günstigste Variante, um als Entwickler neue Spiele auf der Gamescom 2020 zu präsentieren.

Im Vergleich zu einem regulären Gamescom-Stand – der bei Großausstellern rasch sieben- bis achtstellige Euro-Dimensionen erreicht – ist die Teilnahme an der rein digitalen Gamescom fast schon ein Schnäppchen. Die Preise für Aussteller-Pakete orientieren sich am globalen Jahresumsatz des Unternehmens:

  • Bis 10 Millionen Euro (z. B. Startups, Indie-Studios, mittelständische Publisher): 300 Euro
  • Bis 1 Milliarde Euro (z. B. Embracer Group, Epic Games, Bethesda, CD Projekt, Capcom): 15.000 Euro
  • Ab 1 Milliarde Euro (z. B. Activision Blizzard, Sony Interactive, Nintendo, Ubisoft, Electronic Arts, Take Two, Microsoft, Square Enix): 40.000 Euro

Zu beachten ist natürlich, dass mit dieser Pauschale lediglich die reine mediale Präsenz im Gamescom-Umfeld abgegolten ist. Für die Buchung von Influencern für Livestreams und Letsplays, für Social-Media-Postings oder Show-Sponsorings fallen natürlich zusätzliche Kosten an.

Die Gamescom-Ausrichter werben gegenüber Werbekunden mit direktem Zugang auf 5.000 akkreditierte Medienvertreter und „Content Creator“, also YouTuber, Instagram-VIPs und Twitch-Stars.

Für den Endverbraucher ist die Nutzung der Gamescom-Livestreams und -Inhalte im Übrigen kostenlos. Wer bereits ein Ticket für die ursprünglich geplante Vor-Ort-Gamescom in Köln gekauft hat, bekommt sein Geld zurück – automatisch.

Detaillierte Informationen und weitere Partner sollen „in Kürze“ bekannt gegeben werden (Beitrag wird laufend aktualisiert)

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