Start Wirtschaft Embracer Group will weiter zukaufen

Embracer Group will weiter zukaufen

THQ-Nordic-Chef Klemens Kreuzer, Embracer Group-CEO Lars Wingefors (Mitte) und Koch-Media-CEO Klemens Kundratitz (Fotos: Embracer Group)
THQ-Nordic-Chef Klemens Kreuzer, Embracer Group-CEO Lars Wingefors (Mitte) und Koch-Media-CEO Klemens Kundratitz (Fotos: Embracer Group)

Auf diese Zahlen blickt auch die deutsche Games-Industrie gespannt: Die Stockholmer Embracer Group arbeitet an mehr als 100 neuen Spielen.

Fast eine halbe Milliarde Euro hat die schwedische Embracer Group im abgelaufenen Geschäftsjahr zwischen April 2019 und März 2020 eingenommen. Nach Steuern blieb ein Gewinn von mehr als 26 Millionen Euro übrig.

Dass die Quartalszahlen niedriger ausfielen als im Vorjahr, hängt damit zusammen, dass anders als 2019 ein Blockbuster wie „Metro Exodus“ fehlte. Corona-bedingt entfiel fast 80 Prozent des Umsatzes auf Digitalverkäufe. In vielen europäischen Ländern hat der stationäre Handel erst in den vergangenen Wochen wieder den Geschäftsbetrieb aufgenommen.

Die Corona-Pandemie hat auch auf den Absatz von Spielen bei der deutschen Tochter Koch Media durchgeschlagen: Das Unternehmen vertreibt die Datenträger-Versionen von Herstellern wie Paradox, Kalypso Media, Codemasters, Focus Home, Square Enix, Bethesda und SEGA.

Für das bereits angelaufene Geschäftsjahr erwarten die Skandinavier fortgesetztes Wachstum auf allen Ebenen – eine „AAA-freie“ Saison, also ein Jahr ohne Blockbuster, soll es nicht mehr geben.

Derzeit sind 118 Spiele in Entwicklung, darunter 69 noch unangekündigte Produkte wie „ELEX 2“. Im Unterschied zu Activision, Take-Two, Electronic Arts oder Ubisoft setzt Embracer nicht auf einige wenige Kern-Marken wie „GTA“, „Call of Duty“ oder „FIFA“, sondern auf ein außergewöhnlich breites Portfolio aus Eigen- und Fremdmarken auf allen gängigen Plattformen.

Die größten Arbeitgeber der deutschen Games-Branche 2020 (Stand: 5. Mai 2020)
Die größten Arbeitgeber der deutschen Games-Branche 2020 (Stand: 5. Mai 2020)

Umsatz-Zuwächse verspricht sich Unternehmens-Chef Lars Wingefors insbesondere von Neuheiten wie „Biomutant“ oder „Ride 4“. Etliche Titel – etwa „Destroy All Humans!“, „Desperados 3“ oder „Iron Harvest“ – werden in Deutschland entwickelt.

Auch nach der XXL-Akquise von Saber Interactive („World War Z“) bleibt Embracer in Kauflaune. Die Kriegskasse ist gut gefüllt: Auf dem Kapitalmarkt hat sich Wingefors weitere 150 Mio. Euro besorgt. Bereits jetzt laufen Gespräche mit möglichen Studios – darunter einige Unternehmen, die das Potenzial für den Aufbau eines zusätzlichen Geschäftsbereichs mitbringen.

Die Embracer Group gilt als einer der größten Games-Arbeitgeber im deutschsprachigen Raum. Zum Konzern gehören die THQ Nordic GmbH in Wien, Spiele-Publisher Koch Media und bekannte Studios wie Black Forest Games (Offenburg), Grimlore Games (München), HandyGames (Giebelstadt) und Piranha Bytes (Essen). Weltweit beschäftigt Embracer nach eigener Zählung mehr als 3.000 Entwickler – in Deutschland sind es knapp 400 Mitarbeiter.

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