
Der Herr der Ringe und Tomb Raider werden in Fellowship Entertainment ausgelagert – THQ Nordic und Plaion bleiben Teil von Embracer.
Mit einem mehrseitigen Offenen Brief wendet sich Embracer-Gründer Lars Wingefors an die Aktionäre des schwedischen Spiele-Imperiums. Anlass: die überraschende Ankündigung, die verbleibenden Strukturen der Holding in zwei eigenständigen, börsennotierten Unternehmungen aufzuteilen. Fellowship Entertainment soll 2027 an der NASDAQ Stockholm gelistet werden.
Der ursprüngliche Plan sah vor, sämtliche Marken, Studios und Dienstleister unter dem Dach von Fellowship Entertainment zu vereinen. Jetzt werden daraus zwei Firmen mit ganz unterschiedlichem Zuschnitt:
- Fellowship Entertainment fokussiert sich auf Entwicklung, Publishing und Lizenz-Auswertung – mit Marken wie Der Herr der Ringe, Dead Island, Kingdom Come Deliverance, Metro, Darksiders, Tomb Raider und mehr. Zum Portfolio gehören Studios wie Warhorse, Dambuster, Crystal Dynamics, 4A Games, Dambuster Eidos Montreal und Fishlabs (Hamburg) mit mehr als 2.100 Mitarbeitern. Die Suche nach einem dedizierten CEO und COO läuft.
- Embracer ‚behält‘ weitere Studios, Publisher sowie Dienstleister. Der Fokus liegt auf Entwicklung und Vertrieb von PC- und Konsolen-Spielen mit mittelgroßem Budget, Retro-Games und -Konsolen, Mobilegames, Distribution und dem Film- und Serien-Geschäft. Umsatz: rund 1 Milliarde Euro. Belegschaftsgröße: knapp 3.500 Mitarbeiter. Größte Embracer-Positionen sind der deutsch-österreichische Publisher Plaion und der Wiener Publisher THQ Nordic samt der deutschen Töchter (Black Forest Games, HandyGames, KAIKO, Grimlore Games), außerdem Limited Run Games, der Rennspiel-Spezialist Milestone und viele weitere Unternehmen. Zum Marken-Portfolio gehören Gothic, Destroy All Humans!, Titan Quest, Ride, Moto GP und mehr. Den CEO-Posten übernimmt wie geplant Phil Rogers.
Fellowship Entertainment: Embracer Group wird aufgespaltet
In seinem Aktionärs-Schreiben begründet Wingefors den Strategiewechsel damit, das volle Potenzial der Marken und Beteiligungen ausschöpfen zu wollen. Die Assets von Fellowship Entertainment seien nach seiner Einschätzung unterbewertet – die Entscheidung erfolge auch mit dem Ziel, den Aktienkurs und damit den Börsenwert wieder steigern zu können. Als kleinere Einheit soll Fellowship fassbarer und damit ‚investierbarer‘ werden.
Die Abspaltung von Fellowship Entertainment sei auch eine Lehre aus den Erfahrungen rund um den Brettspiel-Anbieter Asmodee und den Indie-Games-Publisher Coffee Stain, die einst zu Embracer gehörten. Begleitet wird der Umbau von einem Aktien-Rückkaufprogramm im Volumen von rund 69 Mio. €. Wingefors macht außerdem deutlich, dass er langfristig in Asmodee, Coffee Stain, Embracer und Fellowship investiert bleibe.
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