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E3 2019: Absage von Sony PlayStation

Sony-Auftritt auf der Gamescom 2018: Welche Auswirkungen hat die E3-Absage für die Kölner Spielemesse? (Foto: KoelnMesse / Harald Fleissner)
Sony-Auftritt auf der Gamescom 2018: Welche Auswirkungen hat die E3-Absage für die Kölner Spielemesse? (Foto: KoelnMesse / Harald Fleissner)

Erstmals findet die wichtigste Spielemesse der Welt ohne Sony Interactive statt: Der PlayStation-Hersteller wird nicht an der E3 2019 teilnehmen.

Die Electronic Entertainment Expo (E3) findet vom 11. bis 13. Juni 2019 in Los Angeles statt und gilt als die Leitmesse der Branche mit Blick auf Hardware- und Software-Neuheiten. Integraler Bestandteil der Show war stets der riesige Sony-Messestand in den Hallen des LA Convention Center sowie die traditionelle E3-Pressekonferenz. Das Format wurde in den Vorjahren zur Ankündigung neuer PlayStation-Generationen und -Modelle sowie für Weltpremieren von Spielemarken genutzt.

Seit gestern steht fest: Sony Interactive wird nicht an der E3 2019 teilnehmen und plant auch keine Veranstaltungen im Umfeld der Messe.

Der PlayStation-Hersteller geht mit diesem Schritt deutlich weiter als Electronic Arts oder Microsoft, die sich während der E3-Phase in benachbarten Hallen eingemietet hatten. Nintendo beschränkt sich seit einigen Jahren auf vorab aufgezeichnete Video-Botschaften.

Die genauen Gründe für diese Entscheidung nennt Sony Interactive nicht. Stattdessen will das Unternehmen mit neuen Formaten experimentieren und sich auf Community-Aktivitäten konzentrieren, was auf lokale Hausmessen und spiele-spezifische Events schließen lässt. Spekulationen um eine Ankündigung einer PlayStation 5 im Rahmen der E3 2019 haben sich damit vorerst erledigt.

E3 2019: Sony-Absage mit Folgen für die Gamescom 2019?

Durch den Ausstieg eines solch relevanten Ausstellers fehlt auch Publishern wie Activision Blizzard oder Electronic Arts eine zusätzliche Bühne: Die Konzerne nutzen die Aufmerksamkeit der E3-Pressekonferenzen von Sony oder Microsoft für die Präsentation neuer Spiele. Die Absage hat daher eine mögliche Signalwirkung auf das gesamte E3-Engagement von Herstellern wie Ubisoft oder Bethesda.

Die Sony-Entscheidung könnte darüber hinaus auch Auswirkungen auf die Gamescom 2019 haben. Im Vorfeld der Gamescom 2018 hatte Sony eine Kurskorrektur der bisherigen Messestrategie beschlossen: Demnach verteilt der Hersteller das Gesamt-Budget und die Anspielstationen auf mehrere Messen im gesamten deutschsprachigen Raum, darunter die EGX Berlin 2018.

Die Folgen waren in Halle 7 zu besichtigen: In den Jahren zuvor hatte Sony Interactive gemeinsam mit Activision Blizzard die komplette Halle belegt und die Spiele-Neuheiten in aufwändigen Themenwelten inszeniert. Bei der Gamescom 2018 fokussierte sich Sony Interactive auf den Blockbuster „Marvel’s Spider-Man“, bespielte aber eine erheblich kleinere Fläche. Im Business-Bereich war Sony erst gar nicht vertreten.

Denkbar sind demnach drei Varianten für das kommende Jahr:

  1. Ein Gamescom-2019-Auftritt analog zu 2018 – bei gleichzeitiger Belegung mehrerer kleiner, regionaler Messen
  2. Umlenkung der Budgets in die Gamescom 2019, was den Entwicklern im Vergleich zur E3 zwei zusätzliche Monate für die Entwicklung von vorzeigbarem Material zugesteht
  3. Ein kompletter Gamescom-Rückzug analog zur E3 2019 plus Ausrichtung einer Hausmesse à la Blizzcon, die dann zur Ankündigung eines PlayStation-4-Nachfolgemodells dient

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