
Wie haben sich deutsche Spiele-Entwickler und Publisher vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie inklusive Wirtschaftskrise geschlagen?
Das Bild, das die Mitgliederbefragung des Branchenverbands im März zeichnete, war ein ausgesprochen düsteres: Zwei Drittel aller Betriebe rechneten zu diesem Zeitpunkt damit, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern – mit kurzfristig negativen oder sogar sehr negativen Auswirkungen auf das eigene Unternehmen.
Fünf Monate später zeigt sich: Zumindest bei den börsennotierten Publishern quillen die Quartalszahlen über vor Erfolgsmeldungen – zwischen April und Juni wurden historisch beispiellose Rekord-Umsätze eingespielt. Die Corona-Flut hat fast alle Boote gehoben: jahrzehntealte Online-Games ebenso wie Konsolen-Neuheiten. Die Aussichten? Überwiegend heiter, allenfalls leicht bewölkt, trotz konjunktureller Unwägbarkeiten.
Während Kinos, Konzertsäle und Künstler die zurückliegenden Wochen oft nur durch milliardenschwere Staatshilfen überleben konnten, profitiert die Games-Industrie also ebenso wie der Online-Handel vom Lockdown. Zu Kurzarbeit kam es nur in Ausnahmefällen – wenn, dann in den angrenzenden Branchen, etwa im Handel, bei Medienhäusern, im E-Sport und natürlich im Event- und Messe-Gewerbe. Dort fallen die Stornierungen und Aussichten geradezu dramatisch aus.
Auch bei Entwicklern mehren sich die Sorgen, dass die Sonderkonjunktur nicht von Dauer sein könnte – am Horizont formieren sich dunkle Rezessions-Wolken. In vielen Wirtschaftszweigen droht mindestens Kurzarbeit, wenn nicht ein Job-Kahlschlag – Millionen Menschen werden perspektivisch über geringere Einkommen verfügen, das sie in 70-Euro-Konsolenspiele, „FIFA“-Packs oder In-App-Käufe investieren wollen und können.
Kurz vor der digitalen Gamescom 2020 wollten wir daher wissen: Wie ist die deutsche Games-Industrie bislang wirtschaftlich durch’s Corona-Jahr gekommen? Welche Erwartungen gibt es für das Gesamtjahr? Und was heißt das für die Sicherheit von Jobs?
Beteiligt hat sich das komplette Spektrum der deutschen Entwickler-Landschaft – vom Fünf-Mann-Startup über etablierte Mittelständler bis zum Großbetrieb mit Hunderten Mitarbeitern.
Damit es übersichtlich bleibt, sind die Themen folgendermaßen aufgeteilt:
- Montag (17.8.): So haben sich deutsche Studios im Lockdown geschlagen
- Dienstag (18.8.): Diese Erwartungen haben deutsche Studios für das Gesamtjahr 2020
- Mittwoch (19.8.): Das sind die größten Herausforderungen für deutsche Studios
- Ab Donnerstag (20.8.): So werden sich die Mitarbeiterzahlen entwickeln
- Ab Freitag (21.8.): Diese Auswirkungen hat Corona auf die deutsche Games-Industrie
Die Beiträge werden laufend um weitere Einschätzungen ergänzt.
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