Start Sport Coronakrise: ESL muss Turnierplan aktualisieren

Coronakrise: ESL muss Turnierplan aktualisieren

Bereits die IEM Katowice im Februar mussten ohne Live-Publikum stattfinden (Foto: ESL / Helena Kristiansson)
Bereits die IEM Katowice im Februar mussten ohne Live-Publikum stattfinden (Foto: ESL / Helena Kristiansson)

Die global wütende Corona-Pandemie wirbelt auch die Pläne von E-Sport-Veranstaltern durcheinander: ESL One-Turniere werden abgesagt oder verschoben.

Die Corona-Pandemie hat schon jetzt zur Absage und Verschiebung ungezählter Messen, Kongresse, Konzerte, Turniere, Festivals und Events geführt. Bis mindestens Ende Juni 2020 ist der Terminkalender wie leergefegt. Viele Veranstalter hoffen, dass zumindest ab dem Sommer, spätestens ab dem Herbst wieder Live-Events stattfinden können – was mindestens das Wiederanlaufen des nationalen und internationalen Flugverkehrs voraussetzt.

Nachdem Publisher wie Riot („League of Legends“), Blizzard Entertainment („Overwatch“) und Electronic Arts („FIFA“) vorerst pausieren oder auf reine Digital-Events ohne Live-Publikum umstellen, reagiert auch E-Sport-Weltmarktführer Modern Times Group (MTG). Der schwedische Medienkonzern hält die Mehrheit an der Kölner ESL (Intel Extreme Masters, ESL One) und am E-Sport-Festival-Veranstalter DreamHack.

Am heutigen Montag hat MTG den Turnierplan aktualisiert. Demnach wird das für Ende Mai geplante „Counter-Strike“-Turnier im brasilianischen Rio de Janeiro samt 1,86-Millionen-Euro-Preisgeld auf den 19. bis 22. November 2020 verschoben. Noch unklar ist, was mit der Veranstaltung im englischen Birmingham (29. bis 30. Mai) passiert. DreamHack-Events in Dallas und in Jönköping (Schweden) wurden auf August 2020 verlegt.

Am vergangenen Wochenende hätte außerdem ein ESL-One-Tourstopp in Los Angeles stattfinden sollen. Das „Dota 2“-Turnier wurde abgesagt – in Kalifornien gilt bis auf Weiteres eine Ausgangssperre. Die Finalspiele der deutschen ESL Meisterschaft (30./31. Mai) müssen ohne Vor-Ort-Spieler und -Publikum stattfinden.

MTG-Vorstandschef Jorgen Madsen Lindemann bedauert diese „harten, aber notwendigen Änderungen“. Man sei sich der negativen Auswirkungen auf Fans, Teams und Partner bewusst.

Keine Änderungen ergeben sich vorerst für die ESL-Termine in der zweiten Jahreshälfte: Dies betrifft unter anderem die ESL Cologne 2020 in der Kölner Lanxess Arena, in der vom 10. bis 12. Juli die E-Sport-Disziplin „Counter-Strike“ praktiziert wird. Die ESL gehört außerdem zu den bereits bestätigten Ausstellern der Gamescom 2020, die am 25. August starten soll.

Für die börsennotierte MTG AB ist es von überragender Bedeutung, dass der Live-Betrieb der ESL One und der Intel Extreme Masters in den Hallen so schnell wieder anläuft. An diesen Formaten hängen nicht nur viele Millionen Euro an Ticket-Umsätzen, sondern auch Sponsorengelder von Unternehmen wie Mercedes-Benz, DHL oder Intel. Analog zu traditionellen Sportveranstaltungen leidet das MTG-Geschäftsmodell umso mehr, je länger Ausgangsbeschränkungen, Einreise- sowie Versammlungsverbote in Kraft bleiben.

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