Start Politik Games-Förderung in Bayern: Was will Söder?

Games-Förderung in Bayern: Was will Söder?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Digitalgipfel 2018 der Bundesregierung in Nürnberg (Foto: GamesWirtschaft)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Digitalgipfel 2018 der Bundesregierung in Nürnberg (Foto: GamesWirtschaft)

Der Freistaat Bayern sieht sich als Vorreiter und Impulsgeber in Sachen Games-Förderung – doch andere Bundesländer drücken aufs Tempo. Wie reagiert die Landesregierung?

Welches Gewerbe hört es nicht gerne, wenn ihr ein Ministerpräsident bescheinigt, es zähle zu den „besten und zukunftsfähigsten Branchen überhaupt“? So geschehen bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises im April 2018 im Münchener Kesselhaus, als Markus Söder (CSU) seine Aufwartung machte, nur wenige Tage nach seiner Vereidigung als Nachfolger von Horst Seehofer.

Söder war gut gebrieft: Binnen weniger Jahre habe sich das Fördervolumen glatt vervierfacht, auf mittlerweile knapp zwei Millionen Euro. Außerdem habe es grünes Licht von der EU-Kommission für eine Richtlinie gegeben, die Förderbescheide von bis zu einer halben Million pro Projekt ermöglicht. Seine Botschaft im Frühjahr: „Ich möchte, dass München und Bayern eines der Zentren bleibt und darum werden wir weitere Fördermittel erhöhen.“

Der Tabellenplatz der Bayern ist nun akut gefährdet, denn Söders nordrhein-westfälischer Amtskollege Armin Laschet (CDU) will sein Bundesland dringend zum „Games-Standort Nummer 1“ in Deutschland adeln. Drei Millionen Euro wird die NRW-Koalition im Haushalt einplanen und im Jahr 2019 an Spiele-Entwickler an Rhein und Ruhr überweisen – 100 Prozent mehr als 2018 und 50 Prozent mehr als der Freistaat Bayern.

Ein Zustand, wie ihn die bayerische Landesregierung mit Blick auf die serienmäßig verbaute Mia-san-mia-DNA kaum tolerieren dürfte.

Games-Förderung in Bayern: Digitalministerium verweist auf Haushaltsberatungen

Zuständig für die bayerische Film- und Games-Branche ist seit kurzem das taufrische Digitalministerium. Als erstes Bundesland hat Bayern ein solches Ressort geschaffen, das Söder mit der erst 33jährigen unterfränkischen Abgeordneten Judith Gerlach (CSU) besetzt hat.

Aus ihrem Ministerium heißt es dazu auf GamesWirtschaft-Anfrage: „Die bayerische Staatsregierung war bei der Games-Förderung in den vergangenen Jahren Impulsgeber für den Bund und andere Bundesländer.“ Und weiter: „Auch für die nächsten Jahre plant das neue Digitalministerium eine starke Unterstützung der Games-Branche. Die genauen Zahlen sind den Haushaltsverhandlungen vorbehalten.“

Im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl hatte die CSU eine weitere Erhöhung der Mittel angekündigt. Zaghafte Hinweise auf die künftige Games-Strategie hätten sich aus dem Koalitionsvertrag ergeben können – doch darin taucht die Branche genauso wenig auf wie in Söders erster Regierungserklärung nach der Bayerischen Landtagswahl, die der Ministerpräsident am 11. Dezember 2018 im bayerischen Landtag vortrug.

Tenor: Der Freistaat will in Elektrofahrzeuge, Luft- und Raumfahrt, Familien, Bildung, Forschung und sehr grundsätzlich in alles investieren, was unter das Schlagwort „Digitalisierung“ fällt. Folgerichtig soll es einmal jährlich einen „Digitalisierungsgipfel der Staatsregierung“ geben, mindestens zweimal jährlich trifft sich ein „Digitalisierungskabinett“.

„Bayern ist es wert“ lautete die Überschrift der Regierungserklärung. Ob es auch Bayerns Games-Entwickler „wert“ sind und was das in konkreten Euros bedeutet, wird sich in den kommenden Wochen weisen, wenn die Beratungen für den Doppelhaushalt 2019/20 in die entscheidende Phase gehen.

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