Start Politik Digitalgipfel 2018: Branchenverband Game zeigt „ANNO 1800“

Digitalgipfel 2018: Branchenverband Game zeigt „ANNO 1800“

Großes Interesse am
Großes Interesse am "Flugtaxi" auf dem Digitalgipfel 2018: Lilium-Gründer Daniel Wiegand, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzlerin Angela Merkel, Digital-Staatsministerin Dorothee Bär, Verkehrsminister Andreas Scheuer und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (von links - Foto: GamesWirtschaft)

Merkel, Seehofer, Scheuer, Altmaier, Barley, Bär: Das halbe Bundeskabinett war zum Digitalgipfel 2018 nach Nürnberg gereist. Ebenfalls vor Ort: der Industrieverband Game.

Wie ernst es dem veranstaltenden Bundeswirtschaftsministerium mit dem Thema Digitalisierung ist, lässt sich bereits an vermeintlichen Kleinigkeiten ablesen: Die Teilnehmer und Aussteller des Digitalgipfels 2018 am 3. und 4. Dezember wurden dazu verdonnert, erst gar keine Flyer oder Broschüren auszulegen. Ziel: ein „papierloser Gipfel“. Selbst im Pressezentrum gab es – zumindest offiziell – keine einzige ausgedruckte Pressemitteilung, was in dieser Konsequenz selbst für die Gamescom einer mittleren Revolution gleich käme. Stattdessen wurde der Download der „Gipfel-App“ propagiert.

Nach der Einrichtung von Digitalrat und Digitalkabinett, der Verabschiedung der „Digitalen Agenda“ und der jüngsten Kabinettsklausur in Potsdam ist der Digitalgipfel 2018 der nächste Aufschlag der Bundesregierung auf diesem „Zukunftsfeld“. Der zweitägige Kongress auf dem Nürnberger Messegelände stand ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz. Über 1.000 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten und referierten auf Podien und in Panels über Chancen, Risiken und Nebenwirkungen von Robotik, allwissenden Assistenten, smarten Algorithmen und autonom fahrenden und fliegenden Vehikeln. Ausgestellt – wenn auch nicht flugbereit – war ein Modell des vielzitierten „Flugtaxis“ aus dem Hause Lilium. Am Münchener Startup ist unter anderem Höhle-der-Löwen-Investor Frank Thelen beteiligt.

Digitalgipfel 2018: Branchenverband Game zeigt „ANNO 1800“

Auf mehreren Ebenen des Konferenzzentrums präsentierten Dutzende Mittelständler, Startups, Standortinitiativen, Forscher, Hochschulen und Verbände ihre Neuheiten und Projekte. Aus der Games-Branche war beispielsweise die Gamification-Agentur Wegesrand vor Ort: Deren Website-Projekt „KInsights!“ erklärt die Auswirkungen künstlicher Intelligenz an 13 Beispielen, etwa im Bereich der Medizin oder bei der Wartung von Zügen.

Digitalgipfel 2018: Sabrina Auer (Ubisoft Blue Byte), Sebastian Broch und Maren Schulz (beide Game-Verband) zeigen "ANNO 1800" (Foto: GamesWirtschaft)
Digitalgipfel 2018: Sabrina Auer (Ubisoft Blue Byte), Sebastian Broch und Maren Schulz (beide Game-Verband) zeigen „ANNO 1800“ (Foto: GamesWirtschaft)

Unter dem Motto „Content ist KIng“ hatte der Branchenverband Game eine spielbare Version der Ubisoft-Blue-Byte-Neuheit „ANNO 1800“ (erscheint im Februar 2019) mit nach Nürnberg gebracht. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und viele Bundestagsabgeordnete wie Philipp Amthor (CDU) nutzten die Gelegenheit, um sich das Aufbau-Strategiespiel anzusehen. Scheuers Ministerium ist nicht nur für den Mobilfunk- und Breitband-Ausbau zuständig, sondern auch für den Deutschen Computerspielpreis und die noch einzuführende Games-Förderung auf Bundesebene.

Digitalgipfel 2018: Merkel auf Kurzbesuch in Nürnberg

Der Stellenwert der Veranstaltung ließ sich nicht zuletzt an der angereisten Polit-Prominenz ablesen: Neben Altmaier und Scheuer waren unter anderem Innenminister Horst Seehofer (CSU), Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU), Justizministerin Katarina Barley (SPD), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), seine frischgebackene Digitalministerin Judith Gerlach (CSU), Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU), Staatssekretär Björn Böhning (SPD, in Vertretung von Arbeitsminister Hubertus Heil) und viele weitere hochrangige Bundes- und Landesminister nach Nürnberg gekommen, ebenso wie Konzern-Chefs wie Telekom-CEO Timotheus Höttges und Bitkom-Präsident Achim Berg.

Kurz vor ihrem Abflug nach Washington zu den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen US-Präsidenten George Bush nutzte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gelegenheit, sich bei einem Rundgang über Reichweite und Kilometerpreis des Lilium-Jets und die Kompetenzen intelligenter Kühlschränke zu informieren.

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