In drei Wochen steht fest, wer den Deutschen Computerspielpreis 2018 gewinnt. Die Seriensieger der Vorjahre sind auch in diesem Jahr mehrfach nominiert: Daedalic Entertainment und Studio Fizbin dürfen sich Hoffnungen auf die Königsdisziplin „Bestes deutsches Spiel“ machen.

Die Anreise zum Deutschen Computerspielpreis hat sich für den Hamburger Publisher Daedalic Entertainment fast immer gelohnt: Mit wenigen Ausnahmen hat Daedalic in jedem einzelnen Jahr mindestens eine Trophäe samt Scheck mit nach Hause genommen – nominiert war der Spielehersteller ohnehin durchgängig.

Charmanter Nebenaspekt: Weil Daedalic meist gleichzeitig als Entwickler und Publisher fungiert, muss das Preisgeld mit niemandem geteilt werden – üblicherweise darf das Studio 70 Prozent behalten.

Selbst 2017, als Daedalic „nur“ als Publisher von „Shadow Tactics: Blades of the Shogun“ nominiert war, ging das komplette Preisgeld von 40.000 Euro inklusive Pokal nach Hamburg. Denn das Münchener Studio Mimimi Productions hatte die Annahme mit Verweis auf Unregelmäßigkeiten verweigert – Daedalic konnte sich nachträglich alle Insignien im Bundesverkehrsministerium abholen.

Deutscher Computerspielpreis 2018: Dritter Titel für Studio Fizbin?

Am 10. April 2018 stehen für Daedalic Entertainment zwei weitere Computerspielpreise und ein Maximalpreisgeld von 150.000 Euro auf dem Spiel: Das Weltraum-Strategiespiel „The Long Journey Home“ hat es in den Disziplinen „Bestes Deutsches Spiel“ und „Beste Inszenierung“ auf die Liste der diesjährigen Nominierten geschafft. Zusätzlich ist Daedalic als Publisher für „Witch it“ nominiert.

Hoffnungen auf einen Neuzugang für die Vitrine macht sich gleichzeitig Studio Fizbin mit dem Adventure „The Inner World 2: Der letzte Windmönch“, das ebenfalls für den Hauptpreis nominiert ist. Der Vorgänger wurde vor vier Jahren als „Bestes deutsches Spiel“ prämiert. Es wäre der dritte Computerspielpreis für das Fizbin-Team, das bereits am nächsten Projekt „A Minute of Islands“ arbeitet – und dafür eine Rekordsumme bei deutschen Games-Förderern eingesammelt hat.

Daedalic Entertainment führt die Liste der Computerspielpreis-Seriensieger an (Stand: März 2018)
Daedalic Entertainment führt die Liste der Computerspielpreis-Seriensieger an (Stand: März 2018)

Zum allerersten Mal für einen DCP nominiert sind traditionsreiche deutsche Entwickler wie Piranha Bytes („ELEX“), HandyGames („Townsmen VR“) und Yager („Dreadnought“). Auch Doppelsieger Deck 13 war mit „The Surge“ als Favorit gehandelt worden, ist aber erst gar nicht nominiert. Seriensieger Ubisoft Blue Byte ist erst beim DCP 2019 wieder im Rennen, dann mit „Anno 1800“ (erscheint im Herbst).

DCP 2018: Preisgala am 10. April 2018 in München

Moderiert wird die Computerspielpreis-Gala erneut von Barbara Schöneberger. Noch offen ist, wer letztlich die Laudationen hält und die Trophäen übergibt.

Zwar grüßen von den Einladungskarten der Interims-Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Doch Schmidt wurde inzwischen von Andreas Scheuer (CSU) abgelöst, der als DCP-Ausrichter die Rolle von Alexander Dobrindt (CSU) übernehmen könnte. Als wahrscheinlich gilt, dass Dorothee Bär (CSU) als Bundesdigitalbeauftragte und langjährige Jury-Vorsitzende an der Veranstaltung teil nimmt.

Ungeklärt ist insbesondere die künftige Rolle der designierten Gastgeberin Ilse Aigner: Durch den vorzeitigen Wechsel von Seehofer-Nachfolger Markus Söder in die Staatskanzlei wird es im bayerischen Kabinett kurzfristig zu zahlreichen Neu- und Umbesetzungen kommen. Aigner wird unter anderem für das Finanzministerium gehandelt.

Update vom 21. März 2018: Die Kabinetts-Umbildung in Bayern hat auch Einfluss auf die Gästeliste beim Deutschen Computerspielpreis 2018. Unter anderem hat Ministerpräsident Markus Söder seine Teilnahme zugesagt, ebenso Digital-Staatsministerin Dorothee Bär.

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