Nicht meckern – machen: PietSmiet-Youtuber Peter Smits ist stolz, dass der Kampf gegen die Rundfunklizenz und sein Einsatz für die Webvideo-Szene Früchte trägt.

Er moderiert die Wahlkampf-Arena auf der Gamescom 2017, reist zu Terminen mit Landesmedienanstalten und Parteizentralen, veröffentlicht Vlogs und findet ganz nebenbei auch noch Zeit für „Mario Kart 8“-Letsplays: Mehr als 2 Millionen Abonnenten verfolgen die Auftritte von Peter Smits alleine auf Youtube.

Zusammen mit seinen vier Freunden und Kollegen Dennis Brammen, Jonathan „Jay“ Apelt,“ Sebastian „Sep“ Lenßen und Christian Stachelhaus betreibt Smits einige der erfolgreichsten Youtube-Kanäle des Landes. Unter den Letsplayern und Gaming-Youtubern gehören sie neben Erik Range („Gronkh“), Paluten und GermanLetsPlay zur deutschen Spitze.

Vor einem Jahr gründete die PietSmiet UG mit Youtuber-Kollege Florian Mundt (LeFloid) und Geschäftsführer Boris Lehfeld die 2nd Wave GmbH. Die Berliner Agentur vermarktet nicht nur Auftritte und Kampagnen von und mit PietSmiet und LeFloid, sondern hat darüber hinaus auch noch weitere Youtuber wie Paluten, Sarazar oder Lara Loft unter Vertrag.

Im GamesWirtschaft-Interview erklärt Peter Smits, wie er die aktuelle Situation mit Blick auf die Rundfunklizenz bewertet und wie das Quintett arbeitet.

Die Moderatoren der Gamescom-Wahlkampf-Arena: Colin Gäbel, Peter Smits und LeFloid (Foto: KoelnMesse/Oliver Wachenfeld)
Die Moderatoren der Gamescom-Wahlkampf-Arena: Colin Gäbel, Peter Smits und LeFloid (Foto: KoelnMesse/Oliver Wachenfeld)

PietSmiet: „Bei der Rundfunklizenz hat sich sehr schnell sehr viel getan“

Peter, du bist seit Monaten quasi als Letsplay-„Klassensprecher“ unterwegs, um an allen Fronten für Korrekturen an der umstrittenen Rundfunklizenz zu werben. Wie lautet dein Zwischenfazit, wie bewertest du die Erfolgsaussichten und was entgegnest du Kritikern, die sagen: ‚Das macht der doch nur aus Eigeninteresse‘?

Smits: Ich bin vom ganzen Prozess positiv überrascht. Seitdem ich den Missstand öffentlich behandle, bekommen wir extrem viel Zuspruch von allen Seiten. Vor allem überraschte mich aber die Ernsthaftigkeit, mit der sich Menschen aus der Politik mit mir über unsere Probleme auseinandergesetzt haben.

Wahljahr hin oder her: Da hat sich sehr schnell sehr viel getan und wir wurden ernst genug genommen, um meine Änderungsvorschläge mit in die aktuell geplante Überarbeitung des Rundfunkstaatsvertrags aufzunehmen. Über die öffentliche Diskussion rund um die Rundfunklizenz hat sich auch die Wahrnehmung von Webvideo-Künstlern positiv verändert, was ich als sehr angenehmen Nebeneffekt empfinde.

Die Erfolgsaussichten bewerte ich als sehr gut. Änderungen des Rundfunkstaatsvertrages sind nichts bahnbrechend Neues, auch wenn in diesem Fall direkt eine ganze Menge überarbeitet wird. Wenn wir es schaffen, alle Bundesländer zu überzeugen, könnte es nächstes Jahr schon soweit sein. Ich erwarte nach den Wahlen eindeutige Impulse in die richtige Richtung.

Wer mir ausschließlich Eigeninteresse vorwirft, hat ein sonderbares Weltbild. Sich für seine Interessen einzusetzen, statt die Zeit mit Meckerei zu vergeuden, ist für mich etwas Positives. Etwas, auf das ich stolz bin. Die veralteten Regularien der Rundfunklizenz betreffen unzählige Streamer in Deutschland und nicht nur uns allein.

Peter Smits: „Für ein Zusammenleben sind wir zu unterschiedliche Typen“

Die Wohnorte der PietSmiet-Mitglieder sind über die halbe Republik verteilt. Was sind die Vor-, was die Nachteile einer solchen „dezentralen“ Arbeitsweise?

Wir hatten vor Jahren mal die wahnwitzige Idee, alle in ein großes Haus zu ziehen. Ich bin sehr froh, dass das nie passiert ist. Nach ein paar Monaten wäre uns die Decke auf dem Kopf gefallen, für ein Zusammenleben sind wir zu unterschiedliche Typen.

Trotzdem verbindet uns unsere Freundschaft und unsere Liebe zu Videospielen. Diese beiden Faktoren haben uns schon verbunden, bevor wir mit Youtube angefangen haben. Nach der Schule haben wir nur deswegen so guten Kontakt gehalten, weil wir abends gemeinsam zocken wollten.

Es ist zwar schade, dass wir eine gewisse Distanz zwischen uns haben und das vereitelt auch die ein oder andere schöne Videoidee, aber es ist ja auch keine Weltreise und wenn wir uns dann mal sehen, ist es wie Klassenfahrt, Ostern, Weihnachten und Steam-Sale an einem Tag.

Peter Smits: „Wir können von dem leben, was uns am meisten Spaß macht“

Die Geschichte der PietSmiet-Videos, wie wir sie heute kennen, reicht mittlerweile sechs Jahre zurück. Was hat sich seitdem in der Youtuber-Sphäre zum Positiven, was zum Negativen entwickelt? Und was ist für euch als Influencer und Team künftig die größte Herausforderung, vor der du am meisten Respekt hast?

Die Youtuber-Sphäre hat sich natürlich zwangsläufig professionalisiert – mit allen negativen Begleiterscheinungen, also ätzende Prank-Videos, beleidigende Videos, lächerlicher Beef und so weiter. Und natürlich auch mit allen positiven Begleiterscheinungen: Wir können von dem leben, was uns am meisten Spaß macht im Leben – und das ist ein Privileg, über das wir jeden Tag aufs Neue unendlich froh und glücklich sind.

Trotzdem ist die größte Herausforderung, die Leidenschaft nicht zu verlieren und immer neugierig zu bleiben. Wer erfolgreich ist, läuft Gefahr, faul zu werden und frische Ideen als Unfug abzutun. Wir waren mal die frische Idee, die von anderen als Unfug abgetan wurde. Diesen Fehler möchte ich nie begehen. Es darf nie ein Überlebenskampf werden, sondern muss immer Selbstverwirklichung und Leidenschaft bleiben.

Bei beidem werden wir seit Jahren von einer Community begleitet, die uns immer zu Innovation treibt. Das ist einer der vielen Gründe dafür, dass ich sie liebe.

Weitere Informationen zu den Themen Influencer-Marketing, Live-Streaming und Webvideo:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here