Start Wirtschaft Deep Silver Fishlabs: Die neue Strategie der „Galaxy on Fire“-Macher

Deep Silver Fishlabs: Die neue Strategie der „Galaxy on Fire“-Macher

Koch-Media-CEO Klemens Kundratitz (hier während der Gamescom 2018) richtet die Hamburger Studio-Tochter Deep Silver Fishlabs neu aus (Foto: Game e. V. / Franziska Krug)
Koch-Media-CEO Klemens Kundratitz (hier während der Gamescom 2018) richtet die Hamburger Studio-Tochter Deep Silver Fishlabs neu aus (Foto: Game e. V. / Franziska Krug)

Tschö Mobilegames, servus Crossplattform: Die Koch-Media-Tochter Deep Silver Fishlabs entwickelt sich zum PC- und Konsolen-Studio.

Regelmäßig kommt es vor, dass ganz nebenbei die Existenz eines Spiels „geleakt“ wird, noch bevor sich das Studio dazu geäußert hat. Und zwar immer dann, wenn staatliche Stellen öffentliche Subventionen oder Förder-Darlehen vergeben – so geschehen beim Rollenspiel „ELEX 2“ und im Falle des neuen Adventures der „The Inner World“-Macher von Studio Fizbin.

Jüngstes Beispiel ist das Weltraum-Action-Spiel „Galaxy on Fire: Unleashed“ (Arbeitstitel): Der FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern) unterstützt den Münchener Publisher Koch Media mit 400.000 Euro – der höchste Betrag, den der Freistaat Bayern je für ein Games-Projekt bewilligt hat.

Bislang wurden die „Galaxy on Fire“-Spiele von der 90köpfigen Belegschaft der Hamburger Koch-Media-Tochter Deep Silver Fishlabs (DS Fishlabs) produziert. Was jenseits der bayerischen Landesgrenzen entwickelt wird, kann aber kein Fördergeld aus München erhalten – eigentlich.

Diesen vermeintlichen Widerspruch löst nun eine offizielle Stellungnahme von Koch Media auf, die GamesWirtschaft vorliegt.

Demnach wird das neue Spiel parallel an den Standorten München/Planegg und Hamburg entwickelt. Die Kapazitäten wachsen sowohl im Hauptquartier als auch in der Hansestadt, das dortige Management-Team wurde bereits umgebaut. Neuer Studio Development Director ist Tobias Severin.

Deep Silver Fishlabs: Die neue Strategie der „Galaxy on Fire“-Macher

Künftig will sich DS Fishlabs vom Mobilegames-Segment emanzipieren und sich auf Cross-Plattform-Spiele fokussieren – also auf Spiele, die auf mehreren Plattformen gleichzeitig vermarktet werden: PC, PlayStation 4 und Xbox One. Ein erster Vorgeschmack war das Switch-Spiel „Manticore – Galaxy on Fire“, das seit dem 19. April 2018 im Nintendo eShop angeboten wird.

Die Teams in München und Hamburg sollen gemeinsam neue Spiele bauen – und zwar nicht nur auf Basis von „Galaxy on Fire“, sondern mit Blick auf das gesamte Koch-Media-Sortiment. Bereits angekündigt ist „Saints Row: The Third“ für Nintendo Switch. Koch Media besitzt die Rechte an vielen weiteren bekannten Marken, darunter „Dead Island“, „Metro“, „Homefront“, „Sacred“ und „Risen“.

Aus Sicht von Koch-Media-Geschäftsführer Klemens Kundratitz ist die Förderung seitens des FFF Bayern ein Beleg für die Bedeutung des Games-Standorts Bayern. Damit werde nicht nur die Arbeit von DS Fishlabs in Hamburg gewürdigt, sondern auch „der bedeutende Anteil“ der Mitarbeiter am Standort München. „Alle sind hochmotiviert und freuen sich darauf, an großen Marken und neuen, eigenen IPs arbeiten zu können und eigene Ideen in verschiedenen Spielwelten umzusetzen“, so Kundratitz. Mehr denn je sucht Koch Media nach neuen Talenten für die Teams an den verschiedenen Standorten.

Die Förderung wurde also deshalb möglich, weil ein wesentlicher Teil des Spiels in Bayern entsteht. Üblicherweise verlangen staatliche Förder-Einrichtungen einen Nachweis in Form eines sogenannten Kulturtests, der die Schlüsselpersonen (Art Director, Spieldesigner etc.) benennt.

Koch Media gilt neben Ubisoft als einer der größten und umsatzstärksten Spiele-Publisher in Europa. Seit Februar 2018 gehört Koch Media zur skandinavischen Mediengruppe THQ Nordic AB. Die Schweden kaufen beinahe im Monats-Rhythmus weitere Spielemarken und Studios.

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