Start Wirtschaft Arbeitsmarkt: Weniger Beschäftigte in der Games-Branche

Arbeitsmarkt: Weniger Beschäftigte in der Games-Branche

Einer der größten Games-Arbeitgeber in Deutschland: InnoGames in Hamburg (Abbildung: InnoGames GmbH)
Einer der größten Games-Arbeitgeber in Deutschland: InnoGames in Hamburg (Abbildung: InnoGames GmbH)

Im Vorfeld der Gamescom 2020 meldet der Branchenverband Game einen erneuten Rückgang der Beschäftigtenzahlen bei deutschen Spiele-Entwicklern.

Exakt 622 Unternehmen gibt es nach Zählung des Industrieverbands Game, die Videospiele in Deutschland entwickeln und/oder vermarkten – ein kleines Plus gegenüber den 614 Firmen der Vorjahreszählung. Im erweiterten Arbeitsmarkt – bei Dienstleistern, Agenturen, Bildungseinrichtungen, Handel und Medien – sind weitere 18.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Sorgen bereitet die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen im Kernarbeitsmarkt, also Studios und Publisher: Nur noch knapp über 10.000 Menschen sind in diesem Sektor in Lohn und Brot – der Wert stank von 10.487 (2019) auf 10.071 (2020), ein Minus von 4 Prozent.

Die Zahlen sind auch deshalb problematisch, weil die Software-Umsätze der Branche nicht nur 2019 deutlich gestiegen sind, sondern auch im ersten Halbjahr 2020 – trotz beziehungsweise wegen Corona.

Zum Vergleich: In der kanadischen Games-Industrie leben mit 27.700 Mitarbeitern fast drei Mal so viele Menschen von der Entwicklung und vom Vertrieb von Computerspielen. Umgelegt auf den deutschen Markt errechnet der Verband ein Potenzial von bis zu 60.000 Arbeitsplätzen. Einen Grund für die Unwucht sieht der Game-Verband in der Förderung: Kanadas Firmen werden seit Jahren in erheblichem Maße subventioniert.

Nach GamesWirtschaft-Berechnungen entfällt fast jeder zweite Spiele-Job in Deutschland auf die zehn größten Arbeitgeber (siehe Infografik).

Die größten Arbeitgeber der deutschen Games-Branche 2020 (Stand: 5. Mai 2020)
Die größten Arbeitgeber der deutschen Games-Branche 2020 (Stand: 5. Mai 2020)

„Die Beschäftigtenzahlen zeigen, dass wir in Deutschland aktuell auf der Stelle treten“, analysiert Verbands-Geschäftsführer Felix Falk. Zwar seien mit der Bereitstellung von Fördermitteln die richtigen Weichen gestellt worden. Gleichzeitig ist die zweite Phase der Förderung noch nicht gestartet. Falks Rechnung: Sobald die Förder-Richtlinie umgesetzt wird, würde sich das große wirtschaftliche Potenzial der deutschen Games-Branche zeigen. „Dann steigen auch die Beschäftigtenzahlen“, so Falk.

Eine aktuelle GamesWirtschaft-Umfrage unter deutschen Studios und Publishern aller Größenordnungen zeigt indes großen Optimismus, auch in Corona-Zeiten: Alle befragten Studios rechnen damit, dass die Zahl ihrer Beschäftigten zum Jahresende mindestens stabil bleibt – in vielen Fällen ist mit starken Zuwächsen zu rechnen. Eine wichtige Rolle bei den Planungen spielt auch die staatliche Computerspiele-Förderung: Erwartet wird, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zur Gamescom-Eröffnung am kommenden Freitag (28. August) die zweite Phase einleitet. Bis 2023 sollen Games-Entwickler mit 250 Millionen Euro bezuschusst werden.

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