Start Politik Scheuer stellt Games-Strategie für Deutschland vor

Scheuer stellt Games-Strategie für Deutschland vor

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) koordiniert die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung (Foto: CSU / Valentin Brandes)
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) koordiniert die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung (Foto: CSU / Valentin Brandes)

„Games sind das spannendste Medium unserer Zeit“, schwärmt Verkehrsminister Scheuer, der heute die Games-Strategie für Deutschland vorgestellt hat.

Dass die deutsche Games-Industrie samt Games-Förderung und Computerspielpreis politisch ausgerechnet bei Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) angesiedelt ist, sorgt seit Jahren mindestens für Stirnrunzeln – zuletzt gestern bei CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: „Das zeigt ein bisschen das Chaos in Berlin“. Der Unions-Kanzlerkandidat plädiert daher für ein eigenes Digitalministerium, ebenso wie die deutsche Games-Industrie.

Dies würde zwangsläufig dazu führen, dass nach der Bundestagswahl die Games-Zuständigkeit aus dem Verkehrsministerium (BMVI) herausgelöst werden würde – inklusive eines üppigen Subventions-Budgets von 250 Millionen Euro.

In Scheuers Haus werden schon seit Monaten die Voraussetzungen geschaffen, um die Videospiele-Branche nach dem 26. September – sofern nötig – vergleichsweise geräuschlos ‚en bloc‘ in ein anderes Ministerium verschieben zu können. Erst im Frühjahr hat er ein eigenes Games-Referat eingerichtet – heute folgt die Vorstellung einer dedizierten Games-Strategie für den Standort Deutschland, an dem das Ministerium in den vergangenen Wochen in Abstimmung mit der Games-Industrie gearbeitet hat. „Gemeinsam stellen wir uns der Herausforderung, den Games-Standort Deutschland weiterzuentwickeln und als Leitmarkt im internationalen Wettbewerb zu etablieren“, so Scheuer.

Das Strategiepapier (PDF) legt die bundespolitischen Leitplanken für eine ganzheitliche Games-Politik fest und umfasst vier übergeordnete Ziele:

  1. Deutschland als Leitmarkt für Computerspiele etablieren – zum Beispiel durch Formate wie die Gamescom oder den Computerspielpreis, aber auch durch Standortmarketing
  2. Marktentwicklung für Computerspiele-Produktion unterstützen – zum Beispiel durch die Förderung von Studios und die Ansiedlung internationaler Unternehmen, mehr Ausbildungs- und Studienangebote im Bereich Games und die Bildung von ‚Hubs‘ (Inkubatoren, Co-Working-Spaces)
  3. Innovation durch Games stärken – zum Beispiel durch Verknüpfung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit der Games-Branche und gezielte, finanzielle Förderung
  4. Potenziale von Games für die Gesellschaft nutzen – zum Beispiel die Zusammenarbeit der Games-Branche mit der Kunst- und Kulturbranche, die Anerkennung von Serious Games und weitere Anstrengungen mit Blick auf die Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen

Der Branchenverband Game bewertet die Games-Strategie als „wichtigen Meilenstein“: „Computer- und Videospiele werden seitens der Politik nicht mehr nur als Innovationstreiber, Kulturgut und Wirtschaftsfaktor anerkannt, sondern sollen auch dementsprechend breit unterstützt werden“, betont Game-Geschäftsführer Felix Falk. „In Deutschland haben wir zwar noch keine gleichen Wettbewerbsbedingungen mit anderen Games-Standorten erreicht, die Games-Strategie zeigt aber, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Es sei nun Aufgabe der kommenden Bundesregierung, diese Strategie zu konkretisieren und konsequent umzusetzen, damit der deutsche Games-Standort nachhaltig wachsen und zur Weltspitze aufschließen könne, so Falk.

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