Start Politik Game Changer in Hamburg: Forderung nach Förderung

Game Changer in Hamburg: Forderung nach Förderung

Im Februar 2020 wählt Hamburg eine neue Bürgerschaft (Foto: Fröhlich)
Im Februar 2020 wählt Hamburg eine neue Bürgerschaft (Foto: Fröhlich)

Die Bürgerschaftswahl 2020 steht vor der Tür – Hamburgs Spiele-Branche platzierte beim „Game Changer“-Event den dringenden Wunsch nach Förderung.

Der Austragungsort für das Networking-Format „Game Changer“ am Dienstagabend war nicht zufällig gewählt: Am 23. Februar 2020 wird in der Freien und Hansestadt eine neue Bürgerschaft gewählt – das Pendant zum Landtag in den Flächenländern.

Von den Parteien erwartet die Videospiel-Branche dringend Impulse mit Blick auf die regionale Games-Förderung. Bereits 2010 hat sich Hamburg aus der Spiele-Förderung ausgeklinkt. Überhaupt fremdelt der rot-grüne Senat erkennbar mit den Computerspiele-Studios vor Ort – was verwundert, denn die Region gilt neben Berlin und Frankfurt als einer der Top 3 Games-Standorte in Deutschland. Immerhin wurden zuletzt die Planstellen bei der städtischen Standort-Initiative Gamecity Hamburg erhöht.

Game Changer am 29.10. in Hamburg: Moderator Daniel Budiman (Rocket Beans) und SPD-Haushaltspolitiker Johannes Kahrs - Foto: InnoGames
Game Changer am 29.10. in Hamburg: Moderator Daniel Budiman (Rocket Beans) und SPD-Haushaltspolitiker Johannes Kahrs – Foto: InnoGames

Die Hamburger Regionalvertretung des Branchenverbands Game sieht in den fehlenden Subventionen weiterhin einen echten Wettbewerbsnachteil. Abseits der akut gefährdeten Computerspiele-Förderung auf Bundesebene stand daher beim „Game Changer“-Abend auch die lokale Perspektive im Mittelpunkt des Branchentreffs, zu dem InnoGames-Gründer Michael Zillmer und Tivola-Chef Hendrik Peeters eingeladen hatten.

Mit Johannes Kahrs (SPD) und Katja Suding (FDP) waren zwei Bundestagsabgeordnete ins InnoGames-Hauptquartier nach Hamburg-Hammersbrook gekommen, die beide ihren Wahlkreis in Hamburg haben. Aus der Hamburger Bürgerschaft nahmen Farid Müller (Grüne) und Stephan Jersch (Linke) teil – CDU-Politiker Carsten Ovens war per Videobotschaft zugeschaltet.

Das sind die 30 größten Spiele-Entwickler und Studios in Deutschland (Stand: 15. August 2019)
Das sind die 30 größten Spiele-Entwickler und Studios in Deutschland (Stand: 15. August 2019)

Noch sind nicht alle Wahlprogramme beschlossene Sache – auf konkrete Zusagen, ausgedrückt in der Währung Euro, will sich daher niemand festlegen lassen. Grünen-Politiker Müller hofft immerhin, „eine bis zu siebenstellige Summe für die nächsten Jahre realisieren“ zu können. Spitzenkandidatin Katharina Fegebank will Amtsinhaber Peter Tschentscher (SPD) als Erste Bürgermeisterin ablösen.

Die CDU hat ihrerseits in ihrem Programm mittlerweile angekündigt, die Rahmenbedingungen der Branche verbessern zu wollen und eine „substanzielle Projektförderung nach den Vorbildern aus Bayern und NRW wieder einzuführen“. Allerdings liegt die Union in Umfragen mit rund 14 Prozent nur bei der Hälfte der Werte von SPD und Grünen.

Einigkeit bestand zumindest in einem Punkt: Sollte die Förderung auf Bundesebene doch noch gelingen, wäre dies auch für den gastgebenden Standort Hamburg ein wichtiges Signal, wie es SPD-Haushaltspolitiker Kahrs formulierte. Mit der Botschaft, dass die Zuständigkeit der Games-Branche möglicherweise vom Verkehrs- ins Wirtschaftsministerium wechselt und dadurch Mittel für die Games-Bundesförderung frei werden könnten, hatte Kahrs zudem eine mittlere Sensation im Gepäck.

Game Changer am 29.10. in Hamburg: Katja Suding (FDP), Daniel Budiman (Rocket Beans), Farid Müller (Grüne) und Stephan Jersch (Linke) - Foto: InnoGames
Game Changer am 29.10. in Hamburg: Katja Suding (FDP), Daniel Budiman (Rocket Beans), Farid Müller (Grüne) und Stephan Jersch (Linke) – Foto: InnoGames

„Für die gesamte Branche wünschen wir uns bessere Bedingungen auf lokaler und nationaler Ebene, um die Standorte Hamburg und Deutschland voranzubringen“, resümiert InnoGames-Manager Zillmer. „Aktuell haben wir einige regionale Förderprojekte in Deutschland. Die Prototypen-Förderung wurde in Hamburg bekanntlich schon vor Jahren abgeschafft – dabei profitiert der Standort heute noch von dem Programm. Daran muss die Politik wieder anknüpfen. Die heute getroffenen Aussagen stimmen uns zuversichtlich, dass den Ankündigungen auch Taten folgen.“

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