Start Politik DCP 2019: Branche muss Hälfte des Preisgelds zahlen

DCP 2019: Branche muss Hälfte des Preisgelds zahlen

Analog zum Deutschen Computerspielpreis 2018 in München stammt das Preisgeld beim DCP 2019 erneut zu 50 Prozent von der Branche selbst (Foto: Getty Images / Hannes Magerstaedt for Quinke Networks)
Analog zum Deutschen Computerspielpreis 2018 in München stammt das Preisgeld beim DCP 2019 erneut zu 50 Prozent von der Branche selbst (Foto: Getty Images / Hannes Magerstaedt for Quinke Networks)

Mit dem Deutschen Computerspielpreis will der Staat eigentlich die Entwicklung „hochwertiger“ Spiele fördern – das Preisgeld beim DCP 2019 zahlt die Branche zu 50 Prozent selbst.

Wann immer die Bundesrepublik Deutschland das kulturelle Schaffen im Land auszeichnet, lässt sich das Kanzleramt nicht lumpen. Allein drei Millionen Euro fließen Jahr für Jahr an die Preisträger beim Deutschen Filmpreis – bereits die Nominierungen in der Spielfilm-Kategorie sind 250.000 Euro wert. Komplett neu ab 2019 ist außerdem der „Deutsche Verlagspreis“, dotiert mit 1,5 Millionen Euro. Damit soll die „literarische Vielfalt“ gefördert und gewürdigt werden. Die Schecks kommen aus dem Etat von Kultur-Staatsministerin Monika Grütters – letztlich übernimmt also der Steuerzahler das komplette Preisgeld.

Nicht so beim Deutschen Computerspielpreis (DCP), der im April 2019 zum elften Mal verliehen wird. Hier teilen sich Branche und Politik die Finanzierung, und zwar 50:50. Im vergangenen Jahr steuerte das zuständige Verkehrsministerium 350.000 Euro bei – vom Industrieverband Game kamen 210.000 Euro in Cash plus 140.000 Euro in Form von Media-Leistungen. In Summe wurden somit 560.000 Euro verteilt.

Diese sogenannte paritätische Finanzierung ist dem Branchenverband Game seit Jahren ein Dorn im Auge: Bei keinem anderen Kultur- oder Medienpreis würden die Preisgelder von den Unternehmen selbst mitfinanziert – eine Ungleichbehandlung, die unverständlich sei und endlich beendet werden müsse, fordert Game-Geschäftsführer Felix Falk. „Es kann nicht sein, dass die Gewinner des Deutschen Computerspielpreises als einzige 50 Prozent ihrer eigenen Preisgelder bezahlen müssen.“

DCP 2019: Branche muss Hälfte des Preisgeldes zahlen

Doch an dieser Situation wird sich so schnell nichts ändern. Wie das Verkehrsministerium auf Anfrage der FDP einräumt, muss sich die Branche auch 2019 wieder mit 50 Prozent an den Preisgeldern beteiligen.

Übersetzt: Will der Game-Verband am Computerspielpreis festhalten, muss er zwangsläufig Eigenmittel in Höhe von über 200.000 Euro umverteilen.

Für Verbands-Chef Falk sind die Signale der Bundesregierung daher ein zweischneidiges Schwert: „Die positive Nachricht aus dem Haushaltsausschuss lautet: Das Budget für den Deutschen Computerspielpreis 2019 wurde leicht angehoben, sodass wir die Gala im kommenden Jahr wie geplant umsetzen können. Weniger gut ist hingegen, dass die mittelfristige Haushaltsplanung nicht in entsprechender Höhe eingerichtet wurde und auch an der paritätischen Finanzierung der Preisgelder festgehalten wurde.“

Computerspielpreis 2020: Bundespresseamt greift ein

Was sich hingegen ändert, ist der Absender des Preises. Der Deutsche Computerspielpreis 2019 wird nicht mehr vom amtierenden Verkehrsminister (derzeit Andreas Scheuer) verliehen, sondern vom Kanzleramt. Genauer: von der Bundesbeauftragten für Digitalisierung – also von CSU-Politikerin Dorothee Bär. Das Computerspielpreis-Budget verbleibt vorerst beim BMVI, die Stiftung für Digitale Spielekultur übernimmt wie gehabt die Organisation.

Ab 2020 wird die Preisverleihung dann „federführend“ durch das Bundespresseamt  ausgerichtet. Dessen Leiter: Regierungssprecher Steffen Seibert. Der DCP rückt dadurch (wieder) etwas näher ans Kanzleramt. Bislang übernimmt das gastgebende Bundesland die Planung sowie die Kosten für die Gala, die im jährlichen Wechsel in München und Berlin stattfindet.

Im April 2019 ist wieder die Hauptstadt an der Reihe – das konkrete Datum wurde noch nicht offiziell kommuniziert. Einreichungen für den DCP 2019 sind traditionell ab dem Dezember des Vorjahres möglich.

Bleibt es bei der bisherigen Aufteilung, nimmt der Gewinner des „Besten deutschen Spieles 2019“ einen Scheck über 110.000 Euro mit nach Hause – mitfinanziert von weiten Teilen des Publikums. Ganz paritätisch.

Einen Rückblick auf den Deutschen Computerspielpreis 2018 mit allen Gewinnern finden Sie hier.

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