Start Politik Computerspiele-Förderung: Bundestag gibt grünes Licht für 2023 (Update)

Computerspiele-Förderung: Bundestag gibt grünes Licht für 2023 (Update)

Das Wirtschaftsministerium (BMWK) koordiniert die Computerspiele-Förderung des Bundes (Foto: GamesWirtschaft)
Das Wirtschaftsministerium (BMWK) koordiniert die Computerspiele-Förderung des Bundes (Foto: GamesWirtschaft)

Die Computerspiele-Förderung des Bundes geht weiter: Der Haushaltsausschuss genehmigt dem Wirtschaftsministerium weitere Millionen.

Update vom 11. November 2022 (15 Uhr): Im Nachgang zur gestern beschlossenen Fortführung der bundesweiten Computerspiele-Förderung herrscht spürbare Erleichterung in der deutschen Games-Industrie. Aus dem politischen Berlin und aus den Bundesländern erreichen uns weitere Reaktionen:

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU): „Der im Oktober verkündete Stopp neuer Fördermittel für die Games-Entwicklung war ein Tiefschlag für diesen wachsenden Wirtschaftszweig. Dass die Mittel jetzt auch auf Druck Bayerns offenbar doch wieder aufgestockt werden, ist eine gute Nachricht für den Games-Standort Deutschland. Jetzt muss das Bundeswirtschaftsministerium den Förderantragsstopp schnellstmöglich aufheben. Bayern bleibt hier auch weiterhin ein starker und verlässlicher Partner der Spieleentwickler.“

Manuel Höferlin, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion: „Als Vorsitzender der Parlamentsgruppe E-Sports und Gaming freue ich mich besonders, dass der Haushaltsausschuss weitere Mittel für die bundesweite Games-Förderung beschlossen hat. Deutsche Spiele-Entwickler können aufatmen, denn der Antragsstopp für 2023 wird damit aufgehoben. 70 Millionen Euro stehen nun für das kommende Jahr insgesamt zur Verfügung. Das ist ein wichtiges Signal an die Branche, da viele Spiele-Studios für die Umsetzung ihrer Projekte auf die Bundesförderung angewiesen sind. Um der dynamischen Games-Branche weiteren Auftrieb zu geben, brauchen wir darüber hinaus weitere Maßnahmen. Vom Games-Minister Habeck erwarte ich, dass er auch neue Instrumente wie Anschubfinanzierungen für kleinere Projekte und Steuererleichterungen in Angriff nimmt.“

Michael Kellner (Grüne), Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, twittert: Die Games-Förderung geht weiter: verstetigt und erhöht mit 70 Mio. €! Wichtig für die wachsende Branche und große Freude für alle Games-Entwickler*innen, die um ihre Projekte bangen mussten. Dank geht an unsere Haushälter*innen.“

Mario Brandenburg (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär im Bildungsministerium, bei Twitter: So startet man doch gerne in den Freitag: Die GamesFörderung 2023 wird auf 70 Millionen Euro aufgestockt! Das sind sehr gute News für den Games-Standort!“

FDP-Digitalpolitiker Thomas Hacker (MdB):Ich freue mich sehr, dass die Haushälter der Ampel auch für 2023 die Förderung der Computerspielentwicklung gestärkt haben! 70 Mio. Euro stehen dann zur Verfügung für tolle Game-Innovationen Made in Germany!“

SPD-Abgeordnete Anna Kassautzki: Gute Nachrichten für den Gamesstandort Deutschland und den Game-Verband: Wir haben die Mittel für die Gamesförderung auf 70 Mio. € angehoben und damit den Förderstopp abgewendet. Fettes danke an Lena Werner und Frank Junge, dass wir das in so kurzer Zeit wuppen konnten.“

FDP-Bundestags-Abgeordneter Reinhard Houben: Der Antragsstopp der Games-Förderung wäre ein harter Schnitt für den deutschen Gamesstandort gewesen. Ich bin froh, dass es gelungen ist die Haushaltsmittel um 20 Mio. € aufzustocken. Wir dürfen das Potential der deutschen Gamesindustrie nicht liegen lassen!“


Computerspiele-Förderung: Bundestag gibt grünes Licht für 2023

Meldung vom 10. November 2022 (22 Uhr): Ein möglicher Super-GAU für Deutschlands Spiele-Entwickler ist erneut in letzter Minute abgewendet worden: Denn wie schon 2019 hat erst die sogenannte Bereinigungssitzung im Haushaltsausschuss am späten Donnerstag-Abend den Durchbruch gebracht.

Demnach wird der Bundestag die Fördertöpfe für das kommende Jahr von ursprünglich geplanten 48,8 Millionen auf 70 Millionen € aufstocken. Das für die Games-Förderung zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) kann dadurch den vorläufigen Förder-Stopp aufheben und in absehbarer Zeit wieder neue Förderanträge annehmen.

Weil der Haushaltsausschuss auch bereits Vorsorge in Form sogenannter Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre getroffen hat, sollen unangenehme Überraschungen in Form eines erneuten Förderstopps vermieden werden. Den Antrag hatte die Regierungs-Koalition aus SPD, Grünen und FDP am vergangenen Dienstag eingebracht.

Am 31. Oktober hatte das Wirtschaftsministerium überraschend bekannt gegeben, dass die Fördertöpfe für die Jahre 2022 und 2023 komplett aufgebraucht sind – mehr als 130 Millionen € seien seit 2019 bewilligt worden (Statistik). Spiele-Entwickler, Industrieverband und Politik hatten eindringlich vor den negativen Auswirkungen eines möglicherweise monatelangen Investitions-Stopps gewarnt.

FDP-Haushälter Otto Fricke und FDP-Obmann Karsten Klein: „Da die Games-Förderung für 2022 sehr stark nachgefragt wurde, war es uns ein wichtiges Anliegen, die entsprechenden Gelder für das kommende Jahr auszugleichen, um die Kürzung des Ministeriums zu beheben. Darüber hinaus haben wir uns dafür eingesetzt, die Mittel noch aufzustocken, um einen erneuten Förder-Stopp zu verhindern. Hierfür haben wir auf Initiative der Freien Demokraten hin gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern den Haushaltstitel für 2023 um 20 Millionen Euro auf nun insgesamt 70 Millionen Euro angehoben, sowie zusätzliche 24 Millionen Euro für die Jahre 2024 bis 2027 bereitgestellt.“ 

Games-Förderung: Diese Projekte fördert der Bund mit Zuschüssen von mehr als eine Million Euro (Stand: 9.11.2022)
Games-Förderung: Diese Projekte fördert der Bund mit Zuschüssen von mehr als eine Million Euro (Stand: 9.11.2022)

Verbands-Geschäftsführer Felix Falk spricht von einer „großen Erleichterung“ für jene Unternehmen, die bereits mit der Förderung geplant hatten und seit dem Antrags-Stopp vor teils existenziellen Problemen standen: „Dadurch wird die drohende Vollbremsung bei der Aufholjagd Deutschlands zu den internationalen Top-Standorten der Games-Entwicklung abgewendet. Bundestag und Bundesregierung erneuern damit ihr Versprechen, Deutschland zum internationalen Leitmarkt für Games entwickeln zu wollen.“

Gleichzeitig habe der unerwartete Antrags-Stopp die zentrale Schwäche der Förder-Mechanik offengelegt: Im Unterschied zu anderen Ländern würden sich die Fördermittel nicht am tatsächlichen Bedarf der Branche orientieren.

„In Zusammenspiel mit der geringen Transparenz über den Anteil der bereits vergebenen Mittel ist das aktuelle Förderprogramm damit nicht ausreichend verlässlich und planbar“, so Falk. „Deshalb ist es in einem nächsten Schritt wichtig, die Fördermittel für die kommenden Jahre auf 100 Millionen Euro jährlich zu erhöhen. Gleichzeitig muss die Einführung einer Steuererleichterung für die Games-Entwicklung geprüft werden, wie sie von fast allen erfolgreichen Games-Standorten wie Kanada, Frankreich oder Großbritannien angewendet wird.“