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GAIN: Zeitschrift für Spiele-Kultur wird eingestellt

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Die aktuelle Ausgabe des GAIN-Magazins steht unter dem Motto "Hoffnung" (Abbildung: Redaktion)
Die aktuelle Ausgabe des GAIN-Magazins steht unter dem Motto "Hoffnung" (Abbildung: Redaktion)

Im Herbst 2023 erscheint die letzte Ausgabe von GAIN: Das prämierte Printmagazin für Games-Kultur wird eingestellt.

„Play. Meet. Think“: Unter diesem Motto erscheint seit 20 Ausgaben das Magazin GAIN (Games Inside). Am Montagabend gab die Redaktion bekannt, dass die Zeitschrift eingestellt wird – das Projekt, das 2019 mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde, könne nicht fortgeführt werden.

Ein Anfang des Jahres durchgeführter Relaunch habe „leider nicht den Impact gebracht, den wir uns erhofft hatten“, heißt es in der Mitteilung. Die Verkaufszahlen seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben – und auch interne Umstrukturierungen hätten nicht zur erwünschten Entlastung geführt: „Wir müssen uns schlicht und einfach eingestehen, dass ein so professionell produziertes Magazin im Ehrenamt nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniert. Das Heft inklusive der damit zusammenhängenden Arbeiten neben Familie, Job und Freizeit zu betreiben, kostete uns enorm viel Zeit und Energie, die wir nicht mehr aufbringen können.“

Die finale Ausgabe werde „spätestens im Herbst“ erscheinen – wann genau, ist noch offen. Dann wird die dreiköpfige Chefredaktion um Nora Beyer, Ingmar Böke und Giacomo Maihofer ein letztes Mal von externen Autoren bei der Umsetzung der GAIN unterstützt. Im Online-Shop lassen sich vorrätige Ausgaben noch nachbestellen.

Das Magazin wurde 2017 mit dem Anspruch gegründet, mehr zu bieten „als simple Previews und Reviews“ – also Videospiele ganzheitlicher zu betrachten. Dieses Segment des deutschen Spielejournalismus ist seit einigen Jahren umkämpft: Erst im März war das Online-Magazin Wasted eingestellt worden, das eine vergleichbare Zielgruppe im Blick hatte. Neben der wiederaufgelegten Zeitschrift GEE und Retro Gamer beschäftigen sich eine ganze Reihe von Spiele-Podcasts mit Aspekten der Games-Kultur.

In den Regalen des Zeitschriftenhandels ist die Auswahl an regelmäßig erscheinenden Games-Magazinen in den vergangenen Jahren zunehmend geschrumpft (Analyse): Einstige Flaggschiffe, die in Hochzeiten mehrere hunderttausend Exemplare pro Monat absetzten, buhlen um verbliebene Leserinnen und Leser. Weiterhin am Kiosk zu finden sind unter anderem M! Games, die Webedia-Marken GameStar und GamePro sowie PC Games, Games Aktuell, Play 5 und das Nintendo-Magazin N-Zone.