Start Gamescom Devcom-Macher Reichart: „Ein bisschen mehr Euphorie wäre geil.“

Devcom-Macher Reichart: „Ein bisschen mehr Euphorie wäre geil.“

Stephan Reichart, Head of Devom (Foto: Devcom GmbH)
Stephan Reichart, Head of Devom (Foto: Devcom GmbH)

Wenige Tage vor dem Start der Gamescom-Entwicklerkonferenz steigt die (An)Spannung: Devcom-Macher Stephan Reichart setzt auf Last-Minute-Bucher.

Normalerweise bedeuten Entwicklerkonferenzen vor allem eines: Druckbetankung. Sprich: Parallel-Programm auf mehreren Bühnen, dazwischen Workshops, Preisverleihungen, Präsentationen, Business-Speed-Dating, Einzeltermine, Bewerbungsgespräche und Smalltalk zwischen Tresen und Barista.

Als sich abzeichnete, dass die Devcom 2020 coronabedingt als „Devcom Digital Conference“ über die Online-Bühne gehen muss, war den Devcom-Machern schnell klar: Dieser jahrelang eingeübte Ablauf ist alles, nur nicht Home-Office-kompatibel.

Binnen weniger Monate haben Head of Devcom Stephan Reichart und sein Team eine virtuelle Entwicklerkonferenz aus dem Boden gestampft, inklusive externer App und viel konzeptionellem Neuland. Jetzt erstreckt sich die Devcom 2020 über zwei Wochen, startend am kommenden Montag (17. August). 100 Redner und 80 Vorträge sind eingeplant, dazu „Masterclasses“ und Shows. Bereits seit Juni werden die Devcom-Kanäle bespielt.

„Es gibt sehr wenige Events, die sich an ein so ein komplexes Digitalisierungsprojekt gewagt haben“, stellt Reichart fest. „Wir hören von vielen internationalen Partnern: ‚Hätten wir nicht gedacht, dass ihr euch an all das rantraut – inklusive Podcast, Discord, Twitch und so weiter.’“ Er sei unglaublich stolz auf das Programm und das Erreichte – und vor allem auf das Team: „Wir haben aus einer Event-Experten-Truppe eine Content-Experten-Truppe geformt.“

Die Resonanz aus dem Ausland – Ticket-Verkäufe, Sprecher, Aussteller, Sponsoren – sei hervorragend, heißt es aus Köln. Anders sieht es auf dem Heimatmarkt aus: Derweil sich Kanadier, Briten, Franzosen und Kolumbianer auf eigenen virtuellen Länder-Pavillons präsentieren, ist der nationale Zuspruch überschaubar. Nur wenige Unternehmen hätten ihren Mitarbeitern Devcom-Tickets spendiert, obwohl diesmal Faktoren wie die An-/Abreise sowie Übernachtungskosten entfallen.

Das vorläufige Programm der Gamescom 2020 (Stand: 11.8.2020)
Das vorläufige Programm der Gamescom 2020 (Stand: 11.8.2020)

Dabei soll die Devcom eigentlich die Rolle der Business Area übernehmen, wo sich Dienstleister und Studios auf Gamescom-Gemeinschaftsständen präsentieren. Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, wo dies geklappt hat – in Berlin und Bayern kamen die nötigen Anmeldungen nicht zustande. Hamburg bespielt stattdessen die Indie Arena Booth.

Lars Vormann, frischgebackener Head of Games:Net Berlin-Brandenburg, bedauert auf Anfrage, dass die Devcom-Beteiligung „aus diversen Gründen“ ausfallen muss. „Ebenso sehr freuen wir uns allerdings darauf, in 2021 wieder dabei zu sein und von den Erfahrungen der Teilnehmer aus diesem Jahr zu profitieren. Wir wünschen den Veranstaltern und allen Beteiligten eine erfolgreiche Devcom 2020.“

Glücklich ist Reichart mit dieser Gesamtsituation nicht: „Die deutsche Branche tut sich schwer, eine Leuchtturm-Konferenz zu unterstützen – ein bisschen mehr Euphorie wäre geil“, sagt der erfahrene Event-Veranstalter – und setzt auf Last-Minute-Buchungen. Denn auch wer kurz vor oder während der laufenden Devcom ein Ticket erwirbt, hat Zugriff auf sämtliche Formate.

Reichart ist sich sicher: „Die Devcom ist eine Riesen-Chance, um zu zeigen, wie gute digitale Veranstaltungen aussehen können.“ Jetzt muss nur noch die Technik halten, inklusive der App. „Und wir müssen gesund bleiben.“


Tickets für die Devcom 2020 sind ab 99 Euro (zzgl. Mwst.) auf der Website erhältlich – dort ist auch das vorläufige Programm einsehbar. Außerdem sind reduzierte Studenten-Tickets sowie „Company Packages“ erhältlich. Alle Informationen zur Gamescom 2020 finden Sie hier.

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