Start Events E3 2020: US-Industrieverband plant massiven Umbau

E3 2020: US-Industrieverband plant massiven Umbau

Mit neuem Konzept soll die E3 2020 wieder an Bedeutung gewinnen (Foto: ESA / E3)
Mit neuem Konzept soll die E3 2020 wieder an Bedeutung gewinnen (Foto: ESA / E3)

Aus einem Business-to-Business-Event soll ein Spiele-Festival werden: Die E3 2020 in Los Angeles steht vor einer weitreichenden Konzept-Änderung.

Der US-Industrieverband ESA – das Pendant zum deutschen Game-Verband – plant für die E3 2020 (9. bis 11. Juni 2020) einen erneuten Umbau, um gegen den anhaltenden Bedeutungsverlust der einst wichtigsten Spiele-Messe anzukämpfen und die traditionsreiche Electronic Entertainment Expo zu retten.

Nach Informationen des US-Portals GameDaily.Biz soll die E3 zu einem Gamescom-ähnlichen „Fan, Media and Influencer Festival“ umgebaut werden. Dies geht aus den Ausschreibungs-Unterlagen hervor, mit der die ESA um Aussteller für das nächste Jahr wirbt.

Die West Hall des LA Convention Centers in Los Angeles würde sich in einen Mix aus klassischen Messeständen, Bühnen und Event-Bereichen verwandeln, inklusive sogenannter „Experience Hubs“.

Auf Anregung von Publishern sollen YouTuber, Live-Streamer und bezahlte Auftritte von Prominenten für mehr Aufmerksamkeit sorgen. In den Mandanten-Listen von Agenturen wie UTA oder CAA finden sich unter anderem Musiker, (e)Sportler und Comedians wie Will Ferrell und Chris Tucker. Als konkrete Beispiele werden zum Beispiel die Basketballer der LA Lakers genannt, die sich ein Show-Turnier an der Konsole liefern könnten.

Diese neue Ausrichtung soll auch mehr Endkonsumenten auf das Gelände locken: Durch die Ausgabe von bis zu 10.000 zusätzlichen Tickets würde die Zahl der Spiele-Fans auf 25.000 steigen – dies entspricht ungefähr einem Drittel eines durchschnittlichen Gamescom-Tages. Analog zur Gamescom soll es außerdem einen Medien- und Business-Tag am E3-Dienstag (9.6.) geben, ehe die E3 2020 am Mittwoch (10.6.) und Donnerstag (11.6.) für Verbraucher geöffnet wird. Immerhin: Eine Fast-Pass-App soll unnötig lange Wartezeiten vermeiden – weiterhin eine Achillesferse der Gamescom.

Die ESA plant außerdem bezahlte Partnerschaften mit Online- und TV-Medien – dadurch will der Lobbyverband die Kontrolle über „Inhalte und Botschaften“ der Messe behalten.

Die E3 steht seit Jahren unter erheblichem Druck: Dazu haben insbesondere Absagen prominenter Großaussteller wie Sony Interactive und Activision Blizzard beigetragen. Microsoft und Electronic Arts belegen Ausstellungsflächen außerhalb des offiziellen E3-Messegeländes. Gleichzeitig gewinnt die Gamescom in Köln auch international an Reichweite und Relevanz, nicht zuletzt durch Weltpremieren im Rahmen der neuen Eröffnungs-Show „Gamescom Opening Night Live“.


Alle Informationen zur Gamescom 2020 finden Sie in diesem Beitrag.

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