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Coronakrise: Microsoft stellt auf digitale Events um

Eines von vielen Microsoft-Events: das traditionelle Xbox E3-Briefing in LA (Foto: Microsoft / Casey Rodgers)
Eines von vielen Microsoft-Events: das traditionelle Xbox E3-Briefing in LA (Foto: Microsoft / Casey Rodgers)

Im Umgang mit der Coronakrise geht Microsoft kein Risiko ein: Bis Juli 2021 setzt der Konzern auf „digital first experiences“. Was heißt das für die Gamescom 2020?

Nach der Absage der E3 2020 galt als ausgemachte Sache, dass Microsoft die Gamescom 2020 für die Live-Premiere der neuen Spielkonsole Xbox Series X nutzt, die im Oktober 2020 auf den Markt kommen soll. Doch ob es dazu kommt, ist spätestens seit diesem Wochenende fraglicher denn je.

Denn die anhaltende Ausbreitung des Coronavirus und die damit einhergehende Unsicherheit mit Blick auf An-/Abreise und Logistik veranlasst den Konzern, sämtliche internen und externen Veranstaltungen ausschließlich in digitaler Form auszurichten – also beispielsweise via Online-Präsentation, Webinar oder Livestream.

Heißt: Microsoft stoppt die Planungen für „analoge“ Messen und Konferenzen bis Mitte 2021, also mindestens für die kommenden 15 Monate. Dies umfasst Microsoft-eigene Formate wie Ignite (September, New Orleans) und Build (Mai, Seattle), aber dem Vernehmen nach auch Tech-Messen wie die Computex 2020 (September, Taipeh) und die CES 2021 (Januar 2021, Las Vegas).

Laut Zdnet soll die Umstellung auf virtuelle Events die Planbarkeit verbessern – zumal nicht absehbar ist, wann etwa die Einreisestopps in die EU oder in die USA wieder aufgehoben werden. Wie viele andere Länder hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für alle „nicht notwendigen“ Reisen ausgesprochen, weil nicht klar, wann und unter welchen Umständen eine Rückkehr möglich ist.

Seit Mitte März gilt für die Vereinigten Staaten ein Einreiseverbot für alle Personen, die sich zuvor in Europa aufgehalten haben. New York, New Jersey und Kalifornien wurden als Risikogebiet eingestuft. Gleiches gilt für den Bundesstaat Washington: In Redmond nahe Seattle befindet sich die Microsoft-Zentrale.

Gegenüber Gamespot hat ein Microsoft-Sprecher bestätigt, dass der Tech-Riese mit der Überarbeitung des Event-Kalenders begonnen habe. Für das verbleibende Kalenderjahr wolle man mit „neuen Plattformen“ experimentieren, um die Partner, Kunden und Entwickler mit hochqualitativen, aber eben „digital-first experiences“ zu versorgen.

Folgt man der Microsoft-Logik, hätte dies zwangsläufig zur Folge, dass das Unternehmen nicht mit einem Stand auf der Gamescom 2020 (25. bis 29. August 2020) in Köln vertreten ist. Seit Anfang März steht der Xbox-Konzern auf der Aussteller-Liste. Gleichzeitig haben die Gamescom-Veranstalter in der vergangenen Woche eingeräumt, dass anstelle einer „analogen“ Messe auch eine virtuelle Gamescom vorstellbar wäre. Die Entscheidung soll spätestens Mitte Mai fallen.

In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger hatte KoelnMesse-Chef Gerald Böse darauf hingewiesen, dass gerade bei US-amerikanischen Unternehmen die Nervosität groß sei. Aussteller wie Electronic Arts, Take Two Interactive, Activision Blizzard und eben Microsoft buchen üblicherweise die größten Standflächen auf dem Gelände.


GamesWirtschaft hat Microsoft um eine Stellungnahme gebeten und wird diesen Beitrag aktualisieren.

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