Start Wirtschaft Travian Games: Projekt-Stop und Stellenabbau

Travian Games: Projekt-Stop und Stellenabbau

Der Münchener Spiele-Hersteller Travian Games unterhält Niederlassungen in Köln und Hamburg (Abbildung: Travian Games)
Der Münchener Spiele-Hersteller Travian Games unterhält Niederlassungen in Köln und Hamburg (Abbildung: Travian Games)

Bayerns größter Spiele-Hersteller Travian Games streicht zwei Spiele-Projekte und trennt sich an den Standorten München und Hamburg von 45 Mitarbeitern.

Der Münchener Online-Spiele- und App-Entwickler Travian Games strafft das Portfolio für die kommende Saison und wird zwei Projekte nicht weiter verfolgen. Parallel baut Travian Games 45 der 265 Jobs ab – jeder sechste Mitarbeiter wird demnach das Unternehmen verlassen.

Das erst im Juli angekündigte und von der Hamburger Tochter Northworks entwickelte Weltraum-Kampfspiel „Startrail Destiny“ wird eingestellt, ebenso wie ein unangekündigter Titel der Kölner Studio-Tochter Bright Future. Zur Begründung führt Travian Games an, dass „zahlreiche interne und externe Produktionen erheblich länger benötigten als geplant“.

Offenkundig wäre der Stellenabbau ohne die Unterstützung der Eigentümer noch umfangreicher ausgefallen: Travian Games verweist darauf, dass nur so die Personalkürzungen begrenzt werden konnten. Das Unternehmen bleibe eine der wenigen deutschen Games-Firmen in Privatbesitz.

Die Schließung des Standorts in Hamburg steht zu diesem Zeitpunkt nicht zur Debatte, wie das Unternehmen auf GamesWirtschaft-Anfrage mitteilt. Mit dem erfolgreich laufenden Fußballmanagement-Spiel „Goalunited Legends“ und dem Smartphone-Rennspiel „Hyperdrome“ gäbe es zwei Titel, die in der Hansestadt entwickelt und weiterhin betrieben würden.

Vor wenigen Tagen hat zudem das texanische Studio Portalarium bestätigt, dass das Online-Rollenspiel „Shroud of the Avatar“ in Europa nicht mehr von Travian Games vermarktet wird. Inzwischen hat auch Travian Games das beiderseitig einvernehmliche Ende der Zusammenarbeit mit dem Team von Entwickler-Legende Richard Garriott eingeräumt – auf der Unternehmens-Website taucht das Spiel bereits nicht mehr auf.

Die 35 größten Games-Unternehmen in Deutschland (v1 / Stand: Juli 2018)
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„Zusätzlich zu unseren soliden Kerntiteln ‚Travian: Legends‘ und ‚Rail Nation‘, die weiterhin uneingeschränkten Support genießen und an der Seite unserer übrigen Live-Titel hat Travian Games weiterhin das erfolgversprechendste Lineup der Firmengeschichte“, erklärt Travian-Games-CEO Lars Janssen, der auch dem Vorstand des Branchenverbands Game angehört. Von diesem Portfolio werde das Unternehmen im kommenden Jahr und darüber hinaus profitieren.

Derzeit befinden sich folgende Titel in Entwicklung, die ab dem kommenden Jahr zum Umsatz beitragen sollen:

  • das Strategiespiel „Admirals: Caribbean Empires“ (Bright Future, Köln)
  • ein unangekündigter „MMO-Kriegsstrategietitel“ (Travian Games, München)
  • das Online-Rollenspiel „Crowfall“ (ArtCraft Entertainment, Austin/Texas)
  • das Taktik-Spiel „4Sight“ (Shadow Masters, Lviv/Ukraine)

Travian Games ist der größte Arbeitgeber der bayerischen Games-Branche, vor Koch Media (München), Upjers (Bamberg) und CipSoft (Regensburg). Zu den bekanntesten Titeln zählen Free2play-Browserspiele wie „Travian: Legends“, „Goalunited Legends“ oder „Miramagia“. Für das Geschäftsjahr 2016 weist die Travian Games GmbH einen Umsatz von 27,5 Millionen Euro und einen Fehlbetrag von fast zwei Millionen Euro aus – neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert.

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