Start Wirtschaft Popcore: Take Two kauft Berliner Mobilegames-Studio

Popcore: Take Two kauft Berliner Mobilegames-Studio

Johannes Heinze und Thomas Heinze verkaufen ihr Studio Popcore an die Take-Two-Tochter Zynga (Foto: Popcore / Makers Fund)
Johannes Heinze und Thomas Heinze verkaufen ihr Studio Popcore an die Take-Two-Tochter Zynga (Foto: Popcore / Makers Fund)

Die Take Two-Sparte Zynga erweitert das Mobilegames-Portfolio – und übernimmt zu diesem Zweck das stramm wachsende Studio Popcore aus Berlin.

Take Two (New York) > Zynga (San Francisco) > Rollic (Istanbul) – Popcore (Berlin): So lautet künftig die Befehlskette. Denn der börsennotierte US-Publisher Take Two (Grand Theft Auto, NBA 2K) kauft über die türkische Zynga-Tochter Rollic die Berliner Popcore GmbH im Stadtteil Prenzlauer Berg.

Angaben zum Kaufpreis machen die Parteien nicht. Die Brüder Thomas und Johannes Heinze hatten das Free2Play-Smartphone-Games-Studio erst 2018 mit einer Finanzierungsrunde gestartet, an der sich verschiedene Venture-Capital-Unternehmen (darunter Makers Fund) und Business Angels beteiligt hatten.

Popcore gehört zu den „hidden champions“ der deutschen Games-Industrie und dürfte daher nur Insidern ein Begriff sein. Dabei wurden Spiele wie Parking Jam3D und Pull the Pin nach Unternehmensangaben mehr als eine halbe Milliarde Mal aus den Appstores heruntergeladen.

Das Startup ist hochprofitabel und weist für 2020 einen Jahresüberschuss von fast 1,5 Millionen € aus (nach 1 Million € im Vorjahr). Von den mehr als 150 Beschäftigten waren zuletzt mehr als 70 dem Berliner Stammwerk zugeordnet – damit zählt das Studio zu den zehn größten Spiele-Entwicklern der Hauptstadt-Region. Auch die Activision-Tochter King (Candy Crush Saga) und die Ubisoft-Sparte Kolibri Games (Idle Miner Tycoon) betreiben große Mobilegames-Studios in Berlin.

Co-Gründer Johannes Heinze: „Unsere Teams testen rigoros unsere Spiele und entwickeln sie basierend auf tiefschürfenden Datenanalysen weiter – mit dem Ziel, die Zugänglichkeit von Hyper-Casual-Games mit der Nachhaltigkeit von Casualgames zu verknüpfen. Mit diesem Deal kombinieren wir unsere werbefinanzierten Free2Play-Mobilegames mit der weltweiten Marketing-Expertise von Rollic und Zyngas Live-Services-Erfahrung und wollen so die nächste Generation von Mobilegames bauen.“

Die größten Games-Entwickler und Spiele-Studios in Deutschland (Stand: 6. Oktober 2022)
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