Start Wirtschaft Corona-Rekorde: Electronic Arts meldet „beispiellose“ Quartalszahlen

Corona-Rekorde: Electronic Arts meldet „beispiellose“ Quartalszahlen

Electronic-Arts-Niederlassung im Kölner Rheinau-Hafen (Foto: Fröhlich)
Electronic-Arts-Niederlassung im Kölner Rheinau-Hafen (Foto: Fröhlich)

Auch Electronic Arts kann zu den Corona-Profiteuren gezählt werden: Der US-Konzern meldet das beste Quartal in der fast 40jährigen Unternehmens-Geschichte.

Inmitten der Pandemie sind Computerspiele und Konsolen so gefragt wie nie. Weitere Belege liefern die geradezu spektakulären Quartalszahlen des US-Publishers Electronic Arts.

Gegenüber dem Vorjahresquartal stiegen die Einnahmen um mehr als 20 Prozent auf umgerechnet 1,2 Milliarden Euro. Electronic Arts nimmt die Rekordzahlen zum Anlass, um die Umsatzprognose auf 4,7 Milliarden Euro anzuheben. Vorstands-Chef Andrew Wilson spricht von einem „beispiellosen ersten Quartal“.

Obgleich zwischen April und Juni  nur zwei Neuauflagen älterer Titel veröffentlicht wurden (nämlich „Command & Conquer Remastered“ und „Burnout Paradise Remastered“), verzeichneten die EA-Bestandstitel dank Dutzender Erweiterungen massiven Zulauf – und zwar sowohl von neuen Spielern als auch von Rückkehrern. Dadurch haben auch ältere Titel wie das vor fünf Jahren veröffentlichte Smartphone-Spiel „Star Wars: Galaxy of Heroes“ profitiert.

Die Kennzahlen von Sporttiteln wie „Madden NFL 20“ „FIFA 2020“ haben sich mehr als verdoppelt. Gleiches gilt für den Dauerbrenner „Die Sims 4“, der nunmehr 30 Millionen Spieler verzeichnet – im Januar 2020 waren es erst 20 Millionen Nutzer. Auch jüngere Titel haben bei Spieldauer, Spielerzahl und Umsatz zugelegt, etwa das kostenlose Online-Action-Spiel „Apex Legends“.

Die Electronic-Arts-Aktie gehört seit Monaten zu den klaren Gewinnern an der US-Technologiebörse NASDAQ. Nach einem Kursrutsch im März hat sich der Kurs deutlich erholt und knapp 50 Prozent hinzugewonnen.

Für das laufende Quartal zwischen Juli 2020 und September 2020 hat Electronic Arts nur wenige Titel eingeplant, darunter „UFC 4“ (14. August) und „Madden NFL 21“ (28. August). „FIFA 21“ erscheint ausnahmsweise erst im Oktober und damit im dritten Finanzquartal, ebenso wie „Star Wars: Squadrons“.

Der Publisher will dank prallgefüllter Kriegskasse perspektivisch zukaufen und gilt weiterhin als einer der Favoriten auf eine Übernahme des zum Kauf verstehenden Mitbewerbers Warner Bros. Interactive („Mortal Kombat“, „Mittelerde: Schatten des Krieges“). Auch Take-Two Interactive, Microsoft und Activision Blizzard werden Begehrlichkeiten am Spielehersteller nachgesagt, von dessen Verkauf sich der Mutterkonzern einen Erlös von rund 4 Milliarden Dollar (ca. 3,4 Mrd. Euro) erwartet.

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