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FC Bayern und BVB: Absage an Virtual Bundesliga 2020

Der FC Bayern München wird nicht mit eigenem
Der FC Bayern München wird nicht mit eigenem "FIFA 20"-Team an der Virtual Bundesliga 2020 teilnehmern (Abbildung: FCB / Electronic Arts)

Die Deutsche Meisterschaft 2020 in der Disziplin „FIFA 20“ wird ohne Rekordmeister FC Bayern München und Borussia Dortmund ausgetragen: Beide Top-Klubs erteilen der Virtual Bundesliga eine Absage.

Gesucht wird: der Nachfolger von „FIFA“-Klubmeister Werder Bremen und „FIFA“-Meister Michael Bittner („MegaBit“). Denn in wenigen Wochen startet die neue Saison der Virtual Bundesliga, die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und „FIFA 20“-Hersteller Electronic Arts veranstaltet wird. Neben dem Titel und der Meisterschale winkt ein Preisgeld von zuletzt 45.000 Euro.

Um die vorgelagerte „VBL Club Championship 2019/20“ kämpfen außerdem Teams von – fast – allen Vereinen der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga.

Aber eben nur: fast. Denn während auf Schalke, in Gladbach, Leipzig, Hamburg, Berlin und Stuttgart bereits die Vorbereitungen laufen, fehlen mit Rekordmeister FC Bayern München und Borussia Dortmund auch in dieser Saison die zwei prominentesten Erstligisten.

Das haben beide Klubs auf GamesWirtschaft-Anfrage bestätigt.

Auch der Verein der Stunde, der SC Freiburg, sowie die TSG Hoffenheim werden den organisierten eSport-Betrieb weiterhin meiden und keine Teams entsenden. Hoffenheim experimentiert stattdessen mit dem „TSG-Fan eCup“, der im Umfeld der Heimspiele ausgetragen wird.

In der FC-Bayern-Zentrale in der Säbener Straße in München kam zuletzt Bewegung in die eSport-Frage, nachdem sich die Vereins-Führung jahrelang in Abwehrhaltung übte. Anlässlich der Vorstellung des neuen FC-Bayern-Platin-Partners Konami Entertainment (Hersteller des „FIFA 20“-Konkurrenzprodukts „eFootball PES 2020“) räumte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummennigge ein, dass man sich mittelfristig mit dem Thema beschäftigen werde. Schon zu diesem Zeitpunkt wies Rummenigge allerdings darauf hin, dass „Baller- und Kriegsspiele“ nicht zur DNA des umsatzstärksten deutschen Klubs passen würden.

Darauf legt auch Medien- und Digital-Direktor Stefan Mennerich im GamesWirtschaft-Gespräch großen Wert. Sollte sich der FC Bayern zu einem eSport-Engagement durchringen, werde man sich grundsätzlich entlang der Marke bewegen: „Wir sind ein Fußballverein. Deshalb kann ich definitiv ausschließen, dass wir seitens des FC Bayern München Strategiespiele oder Computer-Ballerspiele betreiben werden.“

Stefan Mennerich, Medien- und Digital-Direktor beim FC Bayern München (Foto: FC Bayern AG)
Stefan Mennerich, Medien- und Digital-Direktor beim FC Bayern München (Foto: FC Bayern AG)

Damit steht fest, dass die Bayern nicht dem Beispiel von Schalke 04 eSports, 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt folgen und etwa eine eigene „League of Legends“-Mannschaft aufstellen. Gleichwohl sind die Gamepad-Basketballer des „Bayern Ballers Gaming“ in der Disziplin „NBA 2K20“ sehr erfolgreich.

Für die kommenden Wochen und Monate seien seitens des FC Bayern München ohnehin keine Entscheidungen mit Blick auf den eSport zu erwarten: „Wir nehmen uns die nötige Zeit, um einen Einstieg in aller Ruhe zu prüfen“, so Mennerich. „Insbesondere sehen wir keinen Vorteil darin, bei diesem Thema der ‚first mover‘ zu sein.“

Ähnlich gelagert ist im Übrigen die Position der Dortmunder Borussia, wo man seit Sommer 2018 mit „FIFA“-Hersteller Electronic Arts kooperiert. Einen eSport-Einstieg schließt der BVB dennoch bis auf Weiteres aus: „Wir beobachten den Markt aufmerksam. Derzeit planen wir nicht, ein eigenes Team zu stellen oder uns aktiv an einer professionellen Liga zu beteiligen“, so ein BVB-Sprecher auf GamesWirtschaft-Anfrage. „Wir halten den Ansatz, Fan-Turniere im eSports-Bereich zu unterstützen und unsere eigenen Fans einzubinden, gegenwärtig für authentischer und glaubwürdiger.“

Nach GamesWirtschaft-Informationen wollen Electronic Arts und DFL in den nächsten Tagen die Teilnehmer und die Rahmenbedingungen der kommenden Virtual-Bundesliga-Saison bekannt geben.


Eine Analyse zum Stellenwert von „FIFA“ im eSport-Umfeld finden Sie in dieser Kolumne.

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