Start Sport eSport-Umsatz in Deutschland: Prognosen korrigiert

eSport-Umsatz in Deutschland: Prognosen korrigiert

Deutscher eSport-Markt 2019: Mit Veranstaltungen wie der ESL One Cologne 2019 prägt Turtle Entertainment den deutschen eSport-Markt (Foto: ESL / Helena Kristiansson)
Deutscher eSport-Markt 2019: Mit Veranstaltungen wie der ESL One Cologne 2019 prägt Turtle Entertainment den deutschen eSport-Markt (Foto: ESL / Helena Kristiansson)

Seit Jahren sagt die Unternehmensberatung Deloitte die deutsche eSport-Zukunft voraus – lag damit aber zuletzt gründlich daneben.

Auf 90 Millionen Euro sollte der deutsche eSport-Markt im Jahr 2018 wachsen – so lautete die Prognose der Unternehmensberatung Deloitte vor zwei Jahren. Tatsächlich waren es im vergangenen Jahr aber „nur“ 70 Millionen Euro, wie die heutige Pressemitteilung im Vorfeld der Gamescom 2019 einräumt. Es klafft also eine 20-Millionen-Euro-Lücke zwischen Vorhersage und Realität.

Die Begründung liefert Seite 8 der „Let’s Play“-Studie, die erneut in Zusammenarbeit mit dem Industrieverband Game entstanden ist. Demnach hat sich die Erwartung nicht bestätigt, dass eSport-Zuschauer bereit wären, für „premium esports content“ zu zahlen – Schuld ist also die „Kostenlos-Kultur“ im Netz. Auch die Hoffnungen auf eine stärkere Marktdurchdringung von Virtual-Reality-Brillen seien zu optimistisch gewesen: Im besten Fall hätten sich VR-Live-Übertragungen von eSport-Matches zu Geld machen lassen.

Unter dieser Prämisse muss man auch die neuerlichen Prognosen sehen: Für das Jahr 2020 geht Deloitte nun von einem deutschen eSport-Umsatz von 130 Millionen Euro aus – was immer noch fast einer Verdoppelung des heutigen Volumens entspräche. 2023 sollen es dann bereits 180 Millionen Euro sein. In den prognostizierten Umsätzen inklusive sind Sponsoren- und Werbegelder, Lizenzrechte, Ticket- und Fanartikelverkäufe, Dienstleistungen sowie Investionen von Spieleherstellern in den Aufbau von Ligen- und Turnier-Strukturen.

Unstrittig ist die Erkenntnis, dass immer mehr branchenfremde Unternehmen und Marken den eSport als zusätzliche Marketing-Plattform erkennen und nutzen – von der Stadtsparkasse bis zur Fast-Food-Kette. Die eSport-Umsätze auf dem gesamten Kontinent sollen dadurch von 240 Millionen Euro (2018) auf 670 Millionen Euro (2023) steigen.

Innerhalb Europas bleibt Deutschlands damit der größte eSport-Markt, für den Deloitte mit alljährlichen Wachstumsraten jenseits von 20 Prozent kalkuliert – natürlich nur, sofern nichts dazwischen kommt.

Die komplette Studie mit allen Zahlen und Analysen kann als PDF auf der Deloitte-Website kostenlos heruntergeladen werden.

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