Start Politik Game Base Saar: Saarland startet Games-Förderung (Update)

Game Base Saar: Saarland startet Games-Förderung (Update)

Start der Games-Förderung im Saarland: Uwe Conradt (Saarland Medien), Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Sebastian Connette (Landesmedienanstalt Saarland) - Foto: LMS / Jonas Meiser
Start der Games-Förderung im Saarland: Uwe Conradt (Saarland Medien), Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Sebastian Connette (Landesmedienanstalt Saarland) - Foto: LMS / Jonas Meiser

Wie im November 2017 angekündigt, bringt das Saarland eine dezidierte Games-Förderung unter der Dachmarke „Game Base Saar“ auf den Weg.

Der Besuch von Kramp-Karrenbauer-Nachfolger Tobias Hans (CDU) auf der diesjährigen Gamescom 2018 war kein Zufall: Deutschlands kleinstes Bundesland will die Ansiedlung von Spiele-Entwicklern fördern.

Ministerpräsident Hans und Uwe Conradt – Chef der saarländischen Medienstandortförderungsgesellschaft Saarland Medien – stellten das 3-Säulen-Förderkonzept der Saarland Medien vor („Fördern, Bilden, Vernetzen“):

  • Das Saarland will Spiele und Prototypen mit Förderpreisen fördern, die mit maximal 10.000 Euro dotiert sind.
  • Parallel soll die Entwicklerszene vernetzt werden – untereinander, aber auch mit nationalen Akteuren.
  • Dritte Säule sind Schulungsangebote („Masterclass Games“), die in Zusammenarbeit mit der saarländischen Landesmedienanstalt entstehen.

Wie angekündigt, hat das Programm einen Umfang von 100.000 Euro. Als Dachmarke kommt künftig „Game Base Saar“ zum Einsatz.

Tobias Hans lobte die Games-Hersteller in diesem Zusammenhang als „technologische Trendsetter“, weil sie neueste Technologien häufig als erste einsetzen würden. In Kombination mit der bestehenden IT- und Forschungs-Landschaft an der Saar sei die Einrichtung einer Games-Förderung nur folgerichtig. „Sie ist ein echter Baustein für die Zukunft unseres Landes“, so Hans.

Saarland steigt in Games-Förderung ein (Meldung vom 30.11.2017)

Ein großer Schritt für ein kleines Bundesland: Die CDU-SPD-Koalition will 100.000 Euro für die Förderung der Games-Entwicklung im Saarland bereitstellen.

Wenn am kommenden Montag und Dienstag (4. und 5. Dezember) der Haushalt für das Jahr 2018 verhandelt wird, darf sich auch die – noch – übersichtliche Games-Branche des Saarlands Hoffnungen auf staatliche Unterstützung machen.

Denn nach einer zweitägigen Haushalts-Klausur hat sich die Große Koalition aus CDU und SPD unter Leitung der wiedergewählten Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) darauf verständigt, erstmals auch Mittel für die Entwicklung von Computer- und Videospielen bereitzustellen.

Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer plant gemeinsam mit der SPD den Einstieg in die Games-Förderung (Foto: CDU Saar)
Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer plant gemeinsam mit der SPD den Einstieg in die Games-Förderung (Foto: CDU Saar)

Durch Umschichtungen und Einsparungen im 4-Milliarden-Euro-Haushalt haben sich Spielräume ergeben, von denen unter anderem auch ehrenamtliches Engagement, der Naturschutz und die Justiz profitieren sollen.

Unter der Überschrift „Ausbau der Digitalisierung“ schreibt die CDU-Fraktion:

„Wir wollen den Medien- und Kreativstandort Saarland durch die Etablierung einer Games-Förderung stärken und stellen dafür Mittel in Höhe von 100.000 Euro in den Haushalt der Staatskanzlei ein. Zu vergleichsweise geringem Invest mit hohem Output kann sich das Saarland in einem hoch dynamischen Markt früh und nachhaltig positionieren, die Synergieeffekte des gut aufgestellten IT-Standortes im Land nutzen und die Wachstumsindustrie anschieben.“

Vorbehaltlich der erwartbaren Zustimmung des Saarbrückener Landtags in der ersten Dezemberwoche wird das Saarland also ab 2018 in die Förderung von Computer- und Videospiele einsteigen.

Games-Entwicklung im Saarland: Potenzial durch Hochschulen

Die saarländische Entwickler-Szene ist bislang überschaubar und natürlich nicht vergleichbar mit der rührigen Startup-Szene in Hamburg oder Berlin. Allerdings ergibt sich durch die Informatik- und Medienstudiengänge an den Hochschulen und Unis Potenzial für Neugründungen und Kooperationen. Zu den größeren Studios an der Saar gehört unter anderem das Lernspiel-App-Team von PeachyApps.

Zuletzt hatten unter anderem Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen angekündigt, die Mittel für die Games-Förderung aufzustocken. Keine dezidierten Förder-Instrumente gibt es bislang in Hessen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Hamburg: In der Hansestadt wollen Investoren die Sache selbst in die Hand nehmen und einen privaten Games-Fonds in Millionenhöhe auflegen.

Die von den Branchenverbänden geforderte Games-Förderung auf Bundesebene befindet sich derzeit auf dem Wartegleis: Nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen ruhen die Hoffnungen jetzt auf einer möglichen Neuauflage der Großen Koalition.

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