Start Politik Niedersachsen: SPD-CDU-Koalition will Nordmedia-Förderung ausbauen

Niedersachsen: SPD-CDU-Koalition will Nordmedia-Förderung ausbauen

Der niedersächsische Koalitionsvertrag sieht eine Aufstockung der Nordmedia-Fördermittel vor - davon profitieren auch Games-Entwickler.

Die große Koalition von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will die Fördermittel von Nordmedia „signifikant“ aufstocken.

Was die Jamaika-Sondierer in Berlin nicht hinbekommen haben, hat in Niedersachsen in bemerkenswertem Tempo geklappt: die Unterzeichnung eines Koalitionsvertrags und die Bildung einer neuen Regierung. Nur fünf Wochen nach der vorgezogenen Landtagswahl und nach gerade einmal zweiwöchigen Verhandlungen zwischen dem Wahlsieger SPD und dem Juniorpartner CDU kann der wiedergewählte Ministerpräsident Stephan Weil die Amtsgeschäfte aufnehmen.

Auf Seite 118 des 140seitigen Koalitionsvertrags wird auch die Games-Branche in einem Nebensatz gestreift. Unter der Überschrift „Filmförderung“ hat sich die Koalition auf folgende Formulierung verständigt:

„Wir wollen für kreative, nichtetablierte Medienschaffende, insbesondere im Bereich von Trick-, Film-, Games- und App-Produktionen, eine berufliche Perspektive in Niedersachsen schaffen. Voraussetzung dafür ist ein ausgewogener Fördermix der Nordmedia, von dem unterschiedlich starke Partner der Medienbranche profitieren. SPD und CDU wollen die Fördermittel des Landes signifikant aufstocken.“

Games-Förderung: Niedersachsen will Mittel von Nordmedia aufstocken

Niedersachsen ist damit nach Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein das dritte Bundesland in diesem Jahr, dessen Regierung sich in Koalitionsverträgen zu einer Stärkung der Games-Branche bekennt. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will die Film- und Medienstiftung NRW mit mehr Geld ausstatten.

Darüber hinaus will sich die Düsseldorfer Regierung gemeinsam mit dem Koalitionspartner FDP für eine Abschaffung der umstrittenen Rundfunklizenz für Livestreaming-Kanäle einsetzen. Allzu weit fortgeschritten sind diese Bemühungen offenbar noch nicht, wie die jüngsten Vorstöße der verantwortlichen Landesmedienanstalt dokumentieren.

Auch in Bayern werden die Fördermittel ab 2018 deutlich steigen, da die bislang gültigen Höchstgrenzen auf 500.000 Euro angehoben wurden.

Die bislang bekannt gewordenen und mittlerweile hinfällig gewordenen Wasserstände aus den Jamaika-Verhandlungen enthielten im Übrigen noch keinen Hinweis auf eine bundesweite Games-Förderung, wie sie die Branchenverbände BIU und GAME fordern.

Nordmedia fördert Games-Entwickler aus Niedersachsen und Bremen

Für die Vergabe von Fördermitteln in den Bundesländern Niedersachsen und Bremen ist die erwähnte Nordmedia Film- und Mediengesellschaft zuständig. Die bislang höchsten Förderbescheide mit sechsstelligen Beträgen gingen an die Projekte „EDEN VR“ (Soulpix), „Soulcraft Arena“ (Mobile Bits GmbH), „Kawaida’s Journey“ (Cultural Games) und „Creature Island“ (Quantumfrog GmbH).

Deutsche Games-Projekte mit Förderbescheiden von mehr als 100.000 Euro (Stand: November 2017)

Ähnlich wie in anderen Bundesländern unterscheidet Nordmedia zwischen Konzept-, Prototyp und Produktions-Phase. Je nach Projekt-Stadium fließen Zuschüsse zwischen 25.000 Euro und 100.000 Euro in Form von „bedingt rückzahlbaren Darlehen“, sprich: Erreicht das Spiel den Break-Even, muss das Studio die Mittel anteilig zurückzahlen.

Finanzielle Anschubhilfe können die Spiele-Entwickler in Braunschweig, Wolfsburg, Oldenburg oder Hannover gut gebrauchen: Für eine Region, in der fast jeder zehnte Bundesbürger zu Hause ist, gilt die Games-Branche in Niedersachsen und Bremen als unzureichend aufgestellt. In der Liste der 50 größten Arbeitgeber der deutschen Games-Branche finden sich mit King Art Games („Die Zwerge“) und Nukklear Games („Pocket Starships“) nur zwei größere Studios auf den Plätzen 34 und 38.

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