Start Politik Der Games-Versteher: So tickt der neue CDU-Chef Armin Laschet

Der Games-Versteher: So tickt der neue CDU-Chef Armin Laschet

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beim Games-Gipfel 2019 (Foto: Land NRW / Andrea Bowinkelmann)
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beim Games-Gipfel 2019 (Foto: Land NRW / Andrea Bowinkelmann)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender: Damit zieht ein Games-Versteher ins Konrad-Adenauer-Haus ein.

Am Ende des zweiten Wahlgangs war das Ergebnis dann doch klarer, als es zunächst aussah: Armin Laschet hat sich beim digitalen CDU-Parteitag am heutigen Samstagvormittag deutlich gegen seine Mitbewerber Friedrich Merz und Norbert Röttgen durchgesetzt – und ist somit neuer CDU-Chef und Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer.

Dem amtierenden NRW-Ministerpräsidenten wird nun die Aufgabe zuteil werden, seine Partei in die kommenden Landtags- und Bundestagswahlen zu führen. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird im März gewählt, im Herbst dann im Bund und zusätzlich in Thüringen.

Damit ist noch nicht ausgefochten, wer letztlich auch als CDU-Spitzenkandidat fürs Kanzleramt ins Rennen geht: Diese Entscheidung wird mutmaßlich zwischen Laschet und Bayerns Regierungs-Chef Markus Söder (CSU) fallen.

Für die deutsche Games-Industrie ist Laschets Wahl in jedem Fall ein positives Signal. Als zuständiger Ministerpräsident hat er in den vergangenen Jahren kaum eine Gamescom-Eröffnung in Köln verpasst. Mehr noch: Laschet lässt keine Gelegenheit aus, um explizit die Videospiele-Branche seines Bundeslands zu würdigen. Bei seiner Eröffnungsrede zur rein digitalen Gamescom 2020 sprach Laschet von einer der „dynamischsten und innovativsten Wirtschaftszweige unseres Landes“.

Damit positioniert sich Nordrhein-Westfalen klarer als alle anderen Bundesländer. Mehr noch: NRW soll Games-Standort Nummer 1 in Deutschland werden – so lautet das klare Ziel.

Bei schönen Worten blieb es nicht: Laschet persönlich fungierte bereits zwei Mal als Gastgeber des sogenannten Games-Gipfels. Jeweils 30 Entwickler, Gründer, Unternehmer und Wissenschaftler lud er zum Austausch ein – nach eigener Aussage für ihn „eine Herzensangelegenheit“. 2020 musste die Veranstaltung coronabedingt ausfallen.

Tatsächlich gehört Nordrhein-Westfalen seit Jahren zu den bundesweit führenden Games-Standorten: Abseits von Weltkonzernen wie Electronic Arts und Ubisoft sind an Rhein und Ruhr auch viele kleine und mittelständische Studios und Dienstleister zu Hause.

Game-Geschäftsführer Felix Falk mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Rundgang auf der Gamescom 2017 (Foto: Franziska Krug / Getty Images for Game)
Game-Geschäftsführer Felix Falk mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Rundgang auf der Gamescom 2017 (Foto: Franziska Krug / Getty Images for Game)

NRW fördert zudem eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Initiativen – vom Gamescom Congress über die Entwicklerkonferenz Devcom bis hin zum Deutschen Entwicklerpreis, der am kommenden Mittwoch verliehen wird. Die Staatskanzlei unterstützt neuerdings auch die Esports Player Foundation (EPF), die sich als Pendant zur Deutschen Sporthilfe versteht.

Mit einem abermals aufgestockten Budget von 3 Millionen Euro ist Nordrhein-Westfalen außerdem bundesweit an der Spitze der regionalen Games-Förderer. Nur Bayern und Berlin-Brandenburg verfügen über annähernd ähnlich große Etats.

Unabhängig davon, ob Armin Laschet letzten Endes ins Kanzleramt einzieht oder ob er in Düsseldorf bleibt: Anders als seine Vorgängerin AKK ist der neue Chef des Konrad-Adenauer-Hauses samt seines Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski in der deutschen Games-Branche überdurchschnittlich gut vernetzt – diese Erfahrungen dürften auch auf die anstehenden Wahlprogramme der Union ausstrahlen.

1 Kommentar

  1. Ich sehe leider noch nicht, dass der Wirtschaftszweig Games mehr als ein Nischendasein fristen wird. Gefühlt macht es sich einfach gut für das Ansehen bei den „jungen Leuten“, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt. Ob es am Ende etwas verändert, wird man sehen. Aber klar ist auch, dass es so besser ist, als wenn jemand gar kein Interesse an der Branche hätte.

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