Start Karriere Offenlegung von Gehältern: InnoGames zieht positive Bilanz

Offenlegung von Gehältern: InnoGames zieht positive Bilanz

In den TV-Spots des Stellenportals Stepstone wirbt InnoGames offensiv mit konkreten Gehältern (Szene aus Werbespot)
In den TV-Spots des Stellenportals Stepstone wirbt InnoGames offensiv mit konkreten Gehältern (Szene aus Werbespot)

Das Hamburger Online- und Mobilegames-Studio InnoGames hat infolge offengelegter Gehälter schnell die freien Stellen besetzen können.

Allzu große Begeisterung bei den Mitbewerbern hat InnoGames mit der Offenlegung der Gehälter im Juli nicht ausgelöst – wohl aber zumindest grobe Anhaltspunkte geliefert, was Berufseinsteiger sowie Fach- und Führungskräfte monatlich auf dem Gehaltszettel erwarten dürfen (Kolumne / Reaktionen aus der Branche).

1:1 vergleichen lassen sich die Vergütungen allerdings nicht, da vom einen Unternehmen zum anderen enorme Unterschiede mit Blick auf ‚Perks und Benefits‘ bestehen – abseits des reinen Bruttogehalts. So bieten einzelne Firmen bemerkenswerte Sozialleistungen, eine 4-Tage-Woche oder zahlen großzügige Boni aus.

Sollte es zuvorderstes Ziel gewesen sein, die offenen Stellen zügig mit geeigneten Bewerbern zu füllen, dann hat sich die Aktion für Deutschlands umsatzstärksten Spiele-Hersteller offenkundig gelohnt. Denn jene 19 Vollzeit-Stellen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei der deutschen Tochter der schwedischen Modern Times Group  (MTG) ausgeschrieben haben, hätten sich binnen zweier Monate besetzen lassen: 4 x Senior, 14 x Regular, 1 x Junior.

InnoGames-Co-Gründer und COO Michael Zillmer: „Natürlich sind wir vom Ergebnis unserer Initiative begeistert. Kritiker werden sagen, dass es am großen Medienecho und der damit verbundenen Aufmerksamkeit lag, dass wir unsere Vakanzen so schnell füllen konnten. Das war sicherlich ein Faktor, aber eine erschöpfende Erklärung ist es nicht.“

Dafür habe sich im InnoGames-Recruiting zu viel verändert, so Zillmer. Das Unternehmen bekäme nicht nur viele anerkennende Rückmeldungen von Bewerbern, sondern nehme auch eine deutliche Verbesserung des Gesprächsklimas wahr. „Insgesamt haben wir erheblich an Vertrauenswürdigkeit gewonnen. Das wird sich auch langfristig positiv auswirken“, ist der Manager überzeugt.

Andreas Lieb, Director Human Resources bei InnoGames: „Alle Faktoren zu identifizieren und quantifizieren, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben, ist unmöglich. Genauso unmöglich ist es aber, die Tatsache zu ignorieren, dass uns zum Beispiel die Suche nach einem Datenanalysten in der Vergangenheit bis zu 15 Monate gekostet hat – nicht 2. Unterm Strich hat unsere Initiative bereits zu fast allen erhofften positiven Effekten geführt, während sich die befürchteten Risiken – allem voran eine Welle von Abwerbungsversuchen – bislang nicht eingestellt haben.“ 

Seit Juli enthalten alle InnoGames-Stellenausschreibungen konkrete Angaben zum Gehalt – sofern für die betreffende Position eines von derzeit neun ‚Gehaltsbändern‘ angelegt wurde. Voraussetzung für so ein Band: mindestens sechs Mitarbeiter haben das selbe Karrieremodell.

In Hamburg-Hammerbrook beschäftigt InnoGames rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – es handelt sich um den zweitgrößten Studio-Standort in Deutschland. Auf Platz 1 liegt Ubisoft Düsseldorf mit zuletzt 470 Beschäftigten (komplettes Ranking).

Die größten Games-Entwickler und Spiele-Studios in Deutschland (Stand: 6. Oktober 2022)
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