Start Wirtschaft Modern Times Group: Corona beflügelt InnoGames-Umsatz

Modern Times Group: Corona beflügelt InnoGames-Umsatz

InnoGames ist Deutschlands zweitgrößter Spiele-Entwickler (Foto: Fröhlich)
InnoGames ist Deutschlands zweitgrößter Spiele-Entwickler (Foto: Fröhlich)

Champagner-Laune bei InnoGames – Katerstimmung im E-Sport: Die Quartalszahlen von Modern Times Group sind geprägt von der Coronakrise.

Microsoft, Ubisoft, Activision: Kaum ein Games-Unternehmen, das in den vergangenen Monaten nicht von den Corona-Auflagen profitiert hätte – zumindest mit Blick auf Umsatz, Spielerzahlen und Spielzeit.

Das Hamburger Online- und Mobilegames-Studio InnoGames („Forge of Empires“) bildet da keine Ausnahme: Die Zahl der täglich eingeloggten Spieler und die durchschnittlichen Ausgaben jener ‚DAUs‘ haben im zweistelligen Prozent-Bereich zugelegt und neue Rekordwerte erreicht. Die Folge: Nie zuvor hat InnoGames so hohe Einnahmen erzielt wie im Zeitraum zwischen April und Juni 2020. So seien insbesondere Browsergames-Bestandskunden während der Pandemie zurückgekehrt – allein in diesem Segment habe der Zuwachs bei 26 Prozent gelegen.

Das geht aus den Quartalszahlen hervor, die der börsennotierte Stockholmer InnoGames-Mutterkonzern Modern Times Group heute veröffentlicht hat.

Weit weniger erfreulich, wenn auch nicht so schlimm wie befürchtet, lief es im E-Sport-Business: Wie schon in den zurückliegenden Quartalen weist der E-Sport-Betrieb der Marken DreamHack und ESL weiterhin rote Zahlen aus.

Die Kölner Veranstalter-Tochter ESL Gaming verzeichnet zwar pandemie-bedingt steigende Livestream-Zuschauerzahlen, kann derzeit aber nirgends auf dem Globus die gewohnt spektakulären E-Sport-Turniere in Hallen durchführen – mit Auswirkungen auf Ticket- und Merchandise-Einnahmen. Auch die für Juli geplante ESL Cologne 2020 wurde von der Lanxess Arena ins Netz verlegt.

Die größten Arbeitgeber der deutschen Games-Branche 2020 (Stand: 5. Mai 2020)
Die größten Arbeitgeber der deutschen Games-Branche 2020 (Stand: 5. Mai 2020)

 

Für das laufende Kalenderjahr sind ausschließlich Online-Veranstaltungen in der E-Sport-Sparte geplant. MTG geht in diesem Geschäftsbereich von einem weiteren Einnahmen-Rückgang im zweiten Halbjahr 2020 aus – die Einbußen werden auf 30 bis 40 Prozent im Vorjahres-Vergleich geschätzt. Eine Rückkehr zur ‚Normalität‘ sei erst dann zu erwarten, sobald die Grenzen geöffnet werden, sprich: Wenn Reisen von Crew, Spielern und Publikum wieder ungehindert möglich sind. Bis es soweit ist, will das Unternehmen weiterhin Kosten senken.

Die E-Sport-Verluste werden vom Free2Play-Games-Geschäft mehr als überkompensiert – allein für 2020 plant InnoGames mit dem Testbetrieb von vier neuen Mobilegames.

Modern Times Group steht vor einem fundamentalen Umbruch im Top-Management: In dieser Woche wurde bekannt, dass ESL-Co-Chef David Neichel das Unternehmen verlässt. Heute sorgt eine weitere Personalie für Schlagzeilen: Nach 26 Jahren wirft Vorstands-Chef Jorgen Madsen Lindemann hin. Der Aufsichtsrat hat sein Rücktrittsgesuch angenommen – die Suche nach einem Nachfolger läuft. Bis auf Weiteres bleibt Lindemann im Amt. Parallel wird sich Aufsichtsrats-Chef David Chance nach 20 Jahren nicht zur Wiederwahl stellen.

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