Start Wirtschaft Electronic Arts Bilanz 2017/2018: Bekenntnis zur Lootbox

Electronic Arts Bilanz 2017/2018: Bekenntnis zur Lootbox

Am Geschäftsmodell
Am Geschäftsmodell "Lootbox" will Electronic Arts auch mit Blick auf "FIFA 19" festhalten.

Digitale Sammelpäckchen mit Zufalls-Inhalten bleiben auch mit Blick auf „FIFA 19“ ein wichtiges Umsatz-Standbein von Electronic Arts. Das hat der US-Konzern im Rahmen der jüngsten Geschäftszahlen bekräftigt – derartige Lootboxen seien „kein Glücksspiel“.

Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 endete für Electronic Arts – wie für viele andere börsennotierte Games-Unternehmen – am 31. März 2018. Abgesehen vom Achtungs-Erfolg „A Way Out“ hat EA in den ersten drei Monaten keine neuen Spiele veröffentlicht, aber dennoch hervorragende Quartalszahlen eingefahren, die mit 1,25 Milliarden Dollar leicht über den Erwartungen der Analysten lagen.

Der Umsatz im Gesamtjahr ist leicht auf 5,1 Milliarden Dollar gestiegen, der Gewinn lag bei knapp einer Milliarde Dollar.

Hauptverantwortlich sind die Digital-Erlöse aus Sportspielen wie „FIFA 18“ und „Madden NFL 18“: In diesen Spielen ist es möglich, Sammelpäckchen gegen Echtgeld-Einsatz zu erwerben, in denen zufällige Stars der jeweiligen Disziplin enthalten sind – je mehr dieser Lootboxen („Beutekisten“) ein Spieler erwirbt, desto höher die Chance auf Superstars wie Ronaldo.

Aus Sicht der Aufsichtsbehörden in den Niederlanden und Belgien erfüllen Geschäftsmodell und Inszenierung in Einzelfällen den Tatbestand des genehmigungspflichtigen Glücksspiels. Beide EU-Länder haben mehrere Hersteller zur Nachbesserung binnen weniger Wochen aufgefordert.

FIFA 19: Electronic Arts verteidigt Lootbox-Modell

Ausgelöst wurde die Debatte im Herbst 2017 vom Electronic-Arts-Spiel „Star Wars Battlefront 2“: Aufgrund des weltweiten Spieler-Protests hat das Studio wenige Stunden vor Verkaufsstart alle kostenpflichtigen Lootbox-Elemente entfernt und vor kurzem in abgewandelter Form wieder eingeführt.

In einer Telefonkonferenz mit Analysten bekräftigte CEO Andrew Wilson, dass das Unternehmen auch bei künftigen Spielen am einträglichen Lootbox-Modell festhalten will. Aus seiner Sicht handele es sich nicht um Glücksspiel, da die Spieler erstens nie leer ausgingen, da sie für ihren Einsatz stets eine bestimmte Menge an Inhalten erhielten – also beispielsweise „FIFA“-Stars. Zweitens gäbe es keine offizielle Möglichkeit, die Lootbox-Inhalte gegen Echtgeld oder Ingame-Währung zu veräußern.

Gemeinsam mit den Industrie-Verbänden wolle EA die Regulierungs-Behörden überzeugen, dass es sich bei den praktizierten Lootbox-Mechaniken nicht um Glücksspiel handelt.

Neues „Battlefield“ erscheint pünktlich zum Weihnachtsgeschäft

Analog zu vielen anderen Spieleherstellern übersteigen die Einkünfte aus dem Digitalgeschäft längst die Erlöse aus dem Verkauf von Videospielen auf Datenträgern: Bei Electronic Arts beträgt das Verhältnis 2:1 – im Geschäftsjahr 2018/19 werden die Einnahmen aus Downloads, Abogebühren, virtuellen Gütern und Lootboxen bereits drei Viertel des EA-Umsatzes ausmachen. Aus diesem Grund wolle man sich in der Kommunikation gegenüber Anlegern und Investoren künftig nicht mehr auf Stückzahlen, sondern auf Spielerzahlen fokussieren.

Zu den wichtigsten EA-Neuheiten für die Saison 2018/19 zählen „FIFA 19“, „Madden NFL 19“, „NHL 19“ und „NBA Live 19“ (erscheinen alle bis Ende September 2018), ein neues „Battlefield“ (Oktober/November 2018) und das Science-Fiction-Rollenspiel „Anthem“ (Anfang 2019). Zu allen Titeln werden Details, Spielszenen und Termine im Rahmen der US-Branchenmesse E3 erwartet, die am 12. Juni 2018 in Los Angeles startet.

Wachsen will Electronic Arts künftig durch Investitionen in die Segmente Mobile, Streaming, Cloud-Gaming und eSport. Zwar spielt die „FIFA“-Serie bislang im Vergleich mit den globalen eSport-Marktführern eine Nebenrolle, doch der Spielehersteller hat sein Engagement in den vergangenen Monaten erkennbar ausgebaut.

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