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Leipzig eSports e. V. als gemeinnützig anerkannt

Mit 120 Mitgliedern gehört Leipzig eSports e. V. zu den größten eSport-Vereinen der Republik (Foto: Leipzig eSports e. V. / Marco Schur / marcoschur.de)
Mit 120 Mitgliedern gehört Leipzig eSports e. V. zu den größten eSport-Vereinen der Republik (Foto: Leipzig eSports e. V. / Marco Schur / marcoschur.de)

Kurz vor dem Jahresende sorgt das Leipziger Finanzamt für eine vorgezogene Bescherung: Leipzig eSports ist Deutschlands erster eSport-Verein, der als gemeinnützig anerkannt wird.

„Lasst euch nicht von der Bürokratie abschrecken“ riet bereits im August 2016 die damalige Leipzig eSports-Vorstandsvorsitzende Uta Allenstein all jenen, die sich mit der Gründung eines eSport-Vereins beschäftigen.

Die Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt: Zum 1. Januar 2018 ist Leipzig eSports e. V. der bislang erste und einzige reine eSport-Verein in Deutschland, dessen Gemeinnützigkeit von Amts wegen anerkannt wird.

Die 120 Mitglieder verfolgen nicht nur eSport-Matches im eigenen Vereinsheim, sondern organisieren darüber hinaus Turniere, veranstalten Exkursionen zur Gamescom und bieten Trainingsstunden in Disziplinen wie „League of Legends“, „Overwatch“ oder „Starcraft 2“ an.

Der offizielle Segen der Finanzbehörden schaltet eine Reihe von Vorteilen frei, die exklusiv gemeinnützigen Vereinen vorbehalten sind – etwa die Nutzung von Ehrenamtspauschalen, vereinfachte Berichtspflicht gegenüber Behörden, der Zugriff auf Fördertöpfe und insbesondere die Möglichkeit, Spendenbescheinigungen auszustellen.

Leipzig eSports e. V.: „Wollen ein Zeichen setzen“

Für den neuen Vorsitzenden Patrick Dreißig ist die Anerkennung ein Beleg dafür, dass eSport „als Teil der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“ begriffen wird. Er ermuntert andere Vereine dazu, diesem Beispiel zu folgen und ihrerseits die Gemeinnützigkeit zu beantragen.

Leipzig eSports gehört nicht zu den Gründungsmitgliedern des eSport-Bund Deutschland (ESBD), der Ende November gebildet wurde. Die Leipziger haben sich im Gegensatz zu den Kollegen aus Magdeburg bewusst gegen eine Mitgliedschaft in der neuen Dachorganisation entschieden, da der ESBD selbst noch nicht als gemeinnützig anerkannt ist – der Schritt hätte womöglich den eigenen Antrag gefährdet.

ESBD-Präsident Hans Jagnow spricht dennoch von einem Präzedenzfall, der das Segment auch auf lokaler Ebene stärken werde. Jagnow hofft, dass es zu einer bundesweiten Anerkennung kommt, von der sowohl dezidierte eSport-Amateur- und Profi-Klubs als auch die eSport-Abteilungen herkömmlicher Sportvereine profitieren.

2 Kommentare

  1. Das ist toll für Leipzig eSports! Aber die Meldung stimmt leider nicht ganz. Der Verein ist nicht der erste, der als gemeinnützig anerkannt wurde. Wir haben bereits 2006 den eSport-Verein „total verpLANt e.V.“ gegründet und waren von Beginn an (und sind bis heute) vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt: https://www.total-verplant.de

    • Vielen Dank für den Hinweis, prüfen wir. Nach unserem Kenntnisstand gibt es in Deutschland eine Reihe gemeinnütziger Vereine und Initiativen mit Schwerpunkt Medienpädagogik inklusive eSports. In der Pressemitteilung des ESBD ist daher sicher nicht ohne Grund vom „ersten reinen eSport“-Verein.

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