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Internationale Computerspielesammlung: Datenbank ist online

Verbands-Chef Felix Falk, Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und Rüdiger Kruse (CDU) läuten Phase 1 der Internationalen Computerspielesammlung ein (Foto: Franziska Krug / Getty Images for Stiftung Digitale Spielekultur)
Verbands-Chef Felix Falk, Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und Rüdiger Kruse (CDU) läuten Phase 1 der Internationalen Computerspielesammlung ein (Foto: Franziska Krug / Getty Images for Stiftung Digitale Spielekultur)

Die weltweit größte Sammlung von Computer- und Videospielen entsteht in Deutschland. Im ersten Schritt wird eine Online-Datenbank freigeschaltet.

Rund 40.000 Datensätze umfasst das digitale Archiv, das seit heute öffentlich zugänglich ist: Auf der Website der Internationalen Computerspielesammlung (ICS) werden die Bestände der beteiligten Projektpartner zusammengeführt.

Allerdings sollten Nutzer keine überzogenen Erwartungen damit verknüpfen: Die Datenbank spuckt lediglich Basis-Infos wie die Plattform, den Datenträger, den Hersteller und den genauen Standort des Musters aus – Beschreibungen, Bilder oder gar Videos sind nicht enthalten. Der Informations- und Unterhaltungswert hält sich also in Grenzen.

Nichtsdestoweniger ist diese erste Projektphase aus Sicht der Initiatoren ein Meilenstein – Branchenverbands-Geschäftsführer Felix Falk spricht von einem „Leuchtturmprojekt des Games-Standorts Deutschland“. Denn die Datenbank liefert einen Vorgeschmack auf die „einmalige und weltweit größte Sammlung“ von Computer- und Videospielen. Zu den ältesten Titeln gehören Atari 2600/VCS-Spiele wie das Rennspiel „Street Racer“ aus dem Jahr 1977.

Am Aufbau der Sammlung beteiligt sind das Berliner Computerspielemuseum, das Zentrum für Computerspieleforschung der Universität Potsdam, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und der Industrieverband Game.

Die Internationale Computerspielesammlung (ICS) enthält unter anderem die Bestände der USK (Foto: GamesWirtschaft)
Die Internationale Computerspielesammlung (ICS) enthält unter anderem die Bestände der USK (Foto: GamesWirtschaft)

Koordination und Durchführung obliegen der Stiftung für Digitale Spielekultur – deren Geschäftsführerin Çiğdem Uzunoğlu hofft, dass mit Hilfe der Politik nun bald die zweite Phase eingeläutet werden kann und die 60.000 Exponate an einem zentralen Standort zusammengeführt werden. Dort soll dann eine Art öffentlicher Games-Bibliothek entstehen, die von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit genutzt werden kann. Wo genau die Disketten, CDs und Module unterkommen, steht noch nicht fest: Ursprünglich war Berlin als buchstäblich naheliegender Standort im Gespräch – jetzt ist davon die Rede, dass man weiterhin auf der Suche nach einem willigen Bundesland sei.

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) sieht in der Internationalen Computerspiele-sammlung ein „weltweit einmaliges Aushängeschild – sowohl für den Games- als auch für den Wissenschaftsstandort Deutschland“. Das große Potenzial könne allerdings erst genutzt werden, wenn die Sammlung auch physisch zugänglich gemacht wird. Der CDU-Abgeordnete Rüdiger Kruse ist Berichterstatter im Haushaltsausschuss und erhofft sich von der Sammlung, „Games als kulturelles Erbe für die nachkommenden Generationen zu bewahren und verfügbar zu machen“.

Die Internationale Computerspielesammlung geht auf einen Beschluss des Haushaltsausschusses im Deutschen Bundestag vom November 2016 zurück.

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