Start Politik Games- und DCP-Zuständigkeit wechselt ins Kanzleramt

Games- und DCP-Zuständigkeit wechselt ins Kanzleramt

Künftig ist das Kanzleramt nicht nur Ansprechpartner für den Computerspielpreis, sondern für alle Belange der deutschen Games-Branche.
Künftig ist das Kanzleramt nicht nur Ansprechpartner für den Computerspielpreis, sondern für alle Belange der deutschen Games-Branche.

Die Zuständigkeit für die deutsche Games-Branche wandert vom Verkehrsministerium ins Kanzleramt – und zwar sowohl thematisch als auch personell: Künftig sind Themen wie der Deutsche Computerspielpreis bei Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) verortet.

„Bei Änderung der politischen Zuständigkeit für den Deutschen Computerspielpreis kann jeder Träger innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe der Änderung die Vereinbarung mit sofortiger Wirksamkeit kündigen, frühestens jedoch zum Tag nach der Preisverleihungsgala 2018.“

So steht es geschrieben in der aktuell gültigen Vereinbarung zum Deutschen Computerspielpreis – und der beschriebene Ernstfall ist nun eingetreten. Denn in ihrer  Videobotschaft eingangs der Verleihung des diesjährigen Preises verriet Dorothee Bär (CSU), dass der DCP künftig „Chefinnen-Sache“ sei und – wieder – ins Kanzleramt zurück wechselt. Dort hat Bär vor kurzem ihren Schreibtisch als Staatsministerin der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung bezogen.

Im Kanzleramt hat der Preis auch seine Ursprünge, ehe er zum Ärger der Verbände und Spielehersteller ins Ministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur ausgelagert wurde.

Kanzleramt übernimmt Federführung bei Games, Förderung und DCP

Die neue Zuständigkeit wird nicht nur dazu führen, dass mutmaßlich sehr bald die Verhandlungen über die künftige Ausgestaltung und den Preisgeld-Zuschnitt mit Blick auf den DCP 2019 starten. Vielmehr ist die Digital-Staatministerin nun für alle Belange der deutschen Videospiele-Branche zuständig, inklusive dem Dauerbrenner-Thema Games-Förderung. An dieser Stelle schwebt dem Industrieverband Game eine Fonds-Lösung vor, nachdem das monatelang favorisierte und im Wahlkampf intensiv beworbene Steuermodell mittlerweile vom Tisch ist.

Nach GamesWirtschaft-Informationen soll bereits in den kommenden Wochen ein konkreter Vorschlag vorliegen, wie so ein Fonds-Modell in der Praxis aussehen könnte, von dem sich die Branche eine Stärkung deutscher Studios erwartet. Der 3,3-Milliarden-Euro-Markt wird von internationalen Herstellern von Konsolen- und Smartphone-Spielen als Absatzmarkt hochgeschätzt, als Entwicklungs-Standort ist die deutsche Branche nach Darstellung des Verbandes im globalen Vergleich „kaum relevant“.

In einer ersten Reaktion zeigt sich Game-Geschäftsführer Felix Falk glücklich, dass mit Dorothee Bär „eine echte Games- und Digital-Expertin für Computer- und Videospiele“ zuständig sei. Jetzt müsse es darum gehen, die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages zügig umzusetzen. Abseits der Games-Förderung auf Bundesebene erwartet die Branche auch eine „vollständige Anerkennung des eSport als Sportart“ – eine Idee, die unter anderem bei sportpolitischen Verbänden auf heftigen Widerstand stößt.

Auch der Deutsche Kulturrat begrüßt die Entscheidung, den Computerspielpreis im Kanzleramt zu verankern. Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann ist gleichzeitig Jury-Vorsitzender und sieht in der geänderten Verantwortlichkeit einen Beleg dafür, dass „Computerspiele erwachsen geworden“ seien.

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